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Sportbuzzer Sebastian Vettel gewinnt Türkei-Rennen
Sportbuzzer Sebastian Vettel gewinnt Türkei-Rennen
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16:23 08.05.2011
Sebastian Vettel hat den Großen Preis der Türkei gewonnen. Quelle: dpa
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Bullen-Schande getilgt, Betriebsunfall korrigiert: Sebastian Vettel hat mit Fatima’s wachsamem Auge beim Boxen- und Reifenpoker am Bosporus den Durchblick behalten und am Sonntag bravourös den dritten Sieg im vierten Saisonrennen gefeiert. Der Heppenheimer verteidigte seine vierte Pole in diesem Jahr bis ins Ziel und verwies ein Jahr nach dem peinlichen teaminternen Unfall auf dem Istanbul Park Circuit seinen Stallrivalen Mark Webber diesmal auf den zweiten Platz. „Juhuuuuu. Yes. Das hab’ ich gesagt. Was für ein Rennen. Danke“, schrie Vettel jubelnd via Boxenfunk. Dritter beim ersten deutschen Sieg in der Türkei und dem ersten Red-Bull-Doppelerfolg in diesem Jahr wurde Fernando Alonso im Ferrari.

Den so ersehnten und erhofften Podestplatz verpasste Vettels Landsmann Nico Rosberg: Der Mercedes-Pilot kam nach Startplatz drei als Fünfter ins Ziel des erneut von unzähligen Reifenwechseln und packenden Überholmanövern geprägten Rennens. Teamkollege Michael Schumacher war davon weit entfernt: Nach einer frühen und folgenreichen Karambolage landete der Kerpener nur auf Platz zwölf und damit nicht mal in den Punkten. Nick Heidfeld wurde im Lotus Renault Siebter. Adrian Sutil kam im Force India auf Platz 13. Timo Glock im Marussia Virgin konnte wegen eines Getriebeschadens gar nicht starten.

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In der WM-Wertung baute Vettel seinen Vorsprung weiter aus, zumal der zweitplatzierte McLaren-Mann Lewis Hamilton gebremst von Fahrfehlern und Boxenpannen nicht über Rang vier hinauskam. Der Titelverteidiger hat vor dem nächsten Rennen in zwei Wochen in Barcelona 93 Punkte, Hamilton 59. Webber ist Dritter mit 55 Zählern.

Auf 58 „lange Runden“ hatte sich Vettel vor dem Start gefasst gemacht. Als die Roten Ampeln erloschen, machte der rasende Hesse kurzen Prozess. Auf der sauberen Seite verteidigte Vettel, der am Freitag beim morgendlichen Training seine „Kinky Kylie“ bei einem Unfall noch mächtig demoliert hatte, souverän seine 19. Karriere-Pole. Webber war chancenlos, und verlor seinen zweiten Rang sogar noch an Rosberg. Nach dem besten Qualifikationsergebnis mit dem dritten Platz steuerte der Wiesbadener seinen Silbeprfeil cool und locker an Webber vorbei. Schumacher machte weiter hinten einen Platz gut und ließ den Russen Witali Petrow hinter sich.

Die Freude währte aber nicht lange. Als der Lotus-Renault-Pilot am Rekordchampion in Runde drei innen vorbeiziehen wollte, verteidigte der 42-Jährige seine Position - vergeblich und auf Kosten eines demolierten Frontspoilers. Schumacher musste an die Box, reihte sich als 22. wieder ein und musste damit die Hoffnungen auf ein Erfolgserlebnis nach der am Ende verkorksten Qualifikation früh begraben. Einmal mehr dümpelte der 91-malige Grand-Prix-Sieger und siebenmalige Weltmeister nur im Mittelfeld rum.

Vettel konnte dies alles egal sein. Auch nach dem ersten Boxenstoppreigen lag er in Führung. Rosberg, der vor zwei Wochen in China sogar einige Runden geführt hatte, kämpfte teilweise Rad an Rad und mühte sich redlich. Die Befürchtung, dass der erstarkte Silberpfeil im Rennen aber noch nicht die Geschwindigkeit wie in der Qualifikation hat, bewahrheitete sich: Webber, Alonso, Hamilton und Button zogen zwischenzeitig vorbei.

Unzählige Boxenstopps und der Einsatz des verstellbaren Heckflügels zusammen mit dem Energierückgewinnungssystem beschleunigten das Überholspektakel: Wie schon in China änderten sich die Platzierungen - mit Ausnahme Führungsposition - immer wieder.

Vettel, der sich auf seinen Rennhelm als Glücksbringer das in der Türkei bekannte „Auge Fatimas“ hatte lackieren lassen, sah die Konkurrenten einzig im Rückspiel. Sein Vorsprung wuchs und wuchs. Vor der 40. Runde, in der er vor einem Jahr an gleicher Stelle mit seinem Teamkollegen den wenig famosen Bullen-Crash gebaut hatte, führte der Sieger der Rennen in Australien und Malaysia zwischenzeitlich mit über zehn Sekunden.

Nachdem die Rivalen ihren vierten Stopp absolviert hatten, riefen die Red-Bull-Ingenieure auch ihren Weltmeister zum neuerlichen Reifenwechsel. Mit den harten Pirelli-Pneus fuhr Vettel die restlichen zehn Runden der insgesamt 58 auf dem 5,338 Kilometer langen Kurs, während Webber dahinter schnell noch am Spanier Alonso vorbeizog und sich Platz zwei sicherte. Nach den 309,396 Kilometer hatte Vettel in 1:39:17,558 Stunden fast neun Sekunden Vorsprung auf Webber.

dpa