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Sportbuzzer Seelzer Boxer schlagen Titelverteidiger
Sportbuzzer Seelzer Boxer schlagen Titelverteidiger
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00:15 03.02.2016
Von Carsten Schmidt
Nordhausen um Boxer Ivanov (links) bei der Siegerehrung mit dem Gewinner Max Keller. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Max Keller gehört nicht zu den Menschen, die mit einer Ohrfeige nachhaltig zu beeindrucken wären. Was der deutsche Schwergewichtsmeister aber von Vladimir Ivanov einstecken musste, erforderte besondere Standfestigkeit. Im entscheidenden Duell des Erstliga-Boxkampfes des BSK Hannover-Seelze gegen den Nordhäuser SV schlug der Russe mehrfach unfair nach, früh in Runde eins platzte Keller bei einer solchen Aktion das Trommelfell. Er hielt allerdings durch, Ivanov verlor aufgrund Punktabzugs, und die Seelzer hatten den Titelverteidiger vor mehr als 900 Zuschauern im Autohaus Günther mit 12:11 geschlagen. „Ich hatte ein Pfeifen im Ohr. Aber Arthur hat gesagt, da muss ich jetzt“, sagte Keller unaufgeregt.

Max Keller vom BSK Seelze kämpfte gegen Ivanov aus Nordhausen. Gewonnen wurde der Boxkampf von Max Keller (blau).

Besagten Arthur Mattheis, Trainer und Vorsitzender des BSK, konnte Keller wenig später ungeachtet der Verletzung bestens verstehen. „Wir sind wieder da!“, rief er ins Publikum - des Mikrofons hätte es da nicht bedurft. Es war ohnehin kein Abend der leisen Töne, es ging um zu viel. Mit drei Siegen auf Anhieb wollten die Hausherren zum Erfolg kommen, was ihnen zu gelingen schien. Der sehr gute Raman Sharafa und der elegante Artur Bril trotz eines früh erlittenen Cuts am Kopf gewannen. Letzterer hatte von dem Riss zunächst freilich gar nichts bemerkt.

Es folgte das erste umstrittene Urteil, der Ukrainer Dmitrij Rudenko wirkte gegen Viktor Galos besser, unterlag aber 0:3. Mattheis war wie vor den Kopf geschlagen. „Das geht doch nicht, “, sagte er. Es folgte die Niederlage Igor Nesterovs gegen Europameister Balász Bacskai und der Ausgleich.

Jakob Deines mit seiner bisher besten Saisonleistung brachte den BSK wieder nach vorn, er war aktiver gegen Denis Radovan und ließ wenig zu; nur gegen Mattheis’ im Überschwang verteiltes Küsschen vermochte sich Deines nicht zu verteidigen. Vladeslav Mihaylov, dritter Ukrainer der Seelzer, hätte den Vergleich entscheiden können. Mit nichts weniger hatte der zweite BSK-Coach, Dmitri Schunk, gerechnet. Nordhausens Leon Bunn war in Runde drei angezählt worden - das Urteil lautete 0:2 gegen Mihaylov, der sich unbeirrt in Siegerpose warf.

Mattheis seinerseits warf das Handtuch - und zwar schimpfend zu Boden, während Schunk nur den Kopf schüttelte. Das tat übrigens auch Keller nach der Ohrfeige. Allem Druck, der auf ihm lastete, hielt der 110-Kilo-Hüne stand. Immerhin will er Psychotherapeut werden und sich auf Panikstörungen spezialisieren. Zwar war sein Gegner flinker und traf öfter, Ivanov musste aber froh sein, nicht disqualifiziert zu werden. Für Mattheis besaß der Abend Symbolkraft: „Wir können mit Rückschlägen umgehen. Uns sollte keiner abschreiben.“

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