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Sportbuzzer Im Galopp Richtung Derby
Sportbuzzer Im Galopp Richtung Derby
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00:15 28.05.2015
Von Carsten Schmidt
„Er hat sich fantastisch entwickelt“: Shimrano und Jockey Adrie de Vries (links) distanzieren die Konkurrenten in der Derbyvorprüfung auf der Neuen Bult. Quelle: Florian Petrow
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Langenhagen

Nur der Trainer blieb gelassen. „Wir haben gut trainiert in der Vorwoche“, sagte Paul Harley über Shimrano. „Ich habe ein solches Rennen erwartet.“

Fürwahr: 14.300 Besucher sahen eine ganz starke Vorstellung des dreijährigen Hengstes, der im benachbarten Trainingszentrum vorbereitet wird. Shimrano setzte sich im Hauptereignis des Galopprentages am Pfingstmontag auf der Neuen Bult, dem Großen Preis der Hannoverschen Volksbank über 2200 Meter, souverän durch.

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Vom Start weg bestimmte der dreijährige Hengst das Tempo in dem Listenrennen für Derbykandidaten (25.000 Euro Preisgeld) und hatte auf der Zielgeraden noch so viel Kraft, dass Jockey Adrie de Vries ihn einfach nur galoppieren lassen musste. „Er hat sich fantastisch entwickelt“, lobte der Niederländer das Pferd. „Er ist auf dem Weg zu einem richtigen Athleten.“

Am Sonntag hat Adrie de Vries auf Shimrano den Großen Preis der Hannoverschen Volksbank beim Pferderennen auf der Neuen Bult gewonnen. Der dreijährige Shimrano setzte sich über 2200 Meter souverän durch.

Shimrano lässt nach dieser Vorstellung hannoversche Hoffnungen für das wichtigste deutsche Zuchtrennen Anfang Juli in Hamburg-Horn keimen. Der Galopper wurde im Gestüt Brümmerhof gezogen, das Gregor Baum, dem Präsidenten des Hannoverschen Rennvereins (HRV), und seiner Frau Julia gehört. Mittlerweile ist er an eine australische Besitzergruppe verpachtet worden.

Trainer Harley setzte die hannoverschen Akzente am Pfingstmontag. Im 2. Rennen,der R+V-Trophy der R+V-Verischerungsgruppe über 2200 Meter, setzte sich Glam Rock, ein bereits sieben Jahre alter Wallach, eindrucksvoll auf den 1. Platz. Und darüber freute sich der stets bescheidene Coach sichtbar und lobte nicht nur das Pferd, sondern gratulierte auch Katharina Barborikova zu einem famosen Ritt. Ein Wechselbad der Gefühle brachte das achte Rennen für den Iren. Kalahari mit Francisco das Silva im Sattel bescherte ihm im Schwäbisch-Hall-Fuchs-Cup über 2400 Meter zwar den dritten Tagessieg. Doch Schwarzgelb aus dem Gestüt Brümerhof, ebenfalls von Harley trainiert,erreichte nicht das Ziel. Die Stute verletzte sich bei einem Sturz auf der Zielgeraden so stark, dass sie eingeschläfert werden musste. Jockey Andrasch Starke erlitt bei dem Unfall eine Rippenprellung.

Nachwuchsstarts haben ihren großen Auftritt

So entspannt sieht man selten einen hochrangigen Banker. Jürgen Wache, Vorstandssprecher der Hannoverschen Volksbank, genoss den Pfingstmontag auf der Neuen Bult und war sichtbar zufrieden mit dem großen Publikumszuspruch trotz des Nieselregens zu Beginn. „Wir haben schon seit Jahren gute Erfahrungen mit unserem Familienrenntag“, sagte Wache als Vertreter des gestrigen Veranstaltungspartners. Und der Sponsor sowie der Hannoversche Rennverein hatten auch einiges getan, um die jüngsten Besucher nach Langenhagen zu locken. Kinderliedermacher Volker Rosin und Nachwuchs-Songschreiberin Lina Larissa Strahl aus Seelze brachten mit ihrer Musik Kleine und Große in Stimmung.

Strahl und Lisa-Marie Koroll, beide spielen in der „Bibi und Tina“-Filmreihe die Hauptrollen, hatten eine besonders große Fangemeinde auf der Neuen Bult. Das zeigte sich bei der Autogrammstunde der jungen Schauspielerinnen, in langen Schlangen warteten die Bewunderer geduldig auf den begehrten Schriftzug. Koroll hatte sogar auf dem Geläuf einen großen Auftritt. Sie gewann im Einlagerennen mit Haflingern. „Ich liebe Pferde, ich reite selbst“, sagte die 17-Jährige aus Eisenach. „Vielen Dank, dass ich mitmachen durfte.“

Dschungelcamp“-Teilnehmerin Tanja Tischewitsch ließ dagegen Vorsicht walten und stieg nicht wie vorgesehen in den Sattel. „Ich bin zwar schon einmal geritten, aber nicht so richtig“, hörte man die 25-Jährige später im Absattelring sagen. Dort gab es aber wenigstens ein Foto von Tischewitsch mit dem Haflinger Ronny, mit dem sie eigentlich auf dem Geläuf galoppieren sollte.

Die Auszeit von der Tagespolitik genossen am Sonntag Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok. Ganz entspannt gab sich auch Martin Kind, Clubchef von Hannover 96, nicht nur wegen des Klassenerhalts in der Fußball-Bundesliga. Er brauchte auch nicht mit Galopppferden aus seinem Besitz um Siege mitzubangen, North Star und Snooker sind nicht mehr aktiv.

Etwas arbeiten vor dem Urlaub musste dagegen Ron-Robert Zieler, der die Sieger des Hauptrennens ehrte. Zu diesem besonderen Saisonabschluss gab es viel Beifall für den 96-Torwart.

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Weitaus glimpflicher endete ein weiterer Unfall mit hannoverscher Beteiligung. Im 5. Rennen,dem Union-Investment-Cup über 1750 Meter, strauchelte Redesert, blieb aber auf den Beinen und galoppierte wohlbehalten ins Ziel – zur Erleichterung von Trainer Hans-Jürgen Gröschel. Allerdings reiterlos: Jockey Wladimir Panov flog bei Redeserts Fehltritt aus dem Sattel, zog sich aber außer einer Fußprellung auch keine schwerwiegenden Blessuren zu.

In diesem gut dotierten Ausgleich I (Preisgeld 22.500 Euro) setzte ein guter Bekannter das sportliche Ausrufezeichen. El Tren legte auf der Zielgeraden einen unwiderstehlichen Spurt hin und beeindruckte genauso wie bei seinem ersten Auftritt auf der Neuen Bult vor gut einem Jahr. Der vierjährige Wallach bescherte zwei seiner Besitzer damit eine doppelte Feier: Thomas Müller und Claudio Pizarro waren schon tags zuvor mit den Kollegen des FC Bayern München als deutscher Fußballmeister ausgezeichnet worden.

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