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Sportbuzzer Spektakuläre Sprünge in der „Yard“-Skatehall
Sportbuzzer Spektakuläre Sprünge in der „Yard“-Skatehall
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19:24 20.09.2011
Stammgast in der „Yard“: Lukas Mankow. Quelle: Simon Peters
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Hannover

Nac-nac, Tabletop, Moto-whip. Was sich nach weiter Welt anhört, passiert mitten in Empelde in der „Yard“-Skatehall. Ob in Kalifornien oder Hannover: Die Sprünge sind spektakulär. Christian Masur rast die Rampe herunter, die nächste hinauf. Er fliegt durch die Luft und setzt zum „Tuck-no-hands“ an: in schwindelerregender Höhe streckt er beide Hände vom Lenker und fliegt mit zu beiden Seiten ausgestreckten Armen weiter. Dann setzt er ganz sicher zur Landung an.

Auf 1,80 Meter und 3 Meter hohen Rampen trainieren die BMX-Fahrer ihre waghalsigen Sprünge. Nebenan fahren Skater, Inliner und Scooter auf niedrigeren Rampen. Mit viel Engagement der Jugendlichen ist die bunte Halle, die „Yard“, umgestaltet worden und präsentiert sich seit März mit höheren Rampen für die BMX-Fahrer und einem getrennten Bereich mit kleineren Hindernissen für Skater, Inliner und Scooter mit ihren Minirollern. So kommen alle auf ihre Kosten und einander nicht mehr in die Quere. „Skater fahren anders, für BMXer ist das nicht immer lesbar“, erläutert Lukas Mankow. Der 14-jährige Schüler ist mit seinen Freunden Christian Masur (17) und Nils-Peter Schmeling (19) „so oft wie möglich“ nachmittags in der Halle.

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Seit anderthalb Jahren fährt Lukas BMX, „am liebsten auf großen Rampen, weil man da besonders hoch springen kann“, erzählt der Buchholzer. Manchmal fährt er auch auf dem Skateplatz des Jugendsportzentrums Buchholz an der Noltemeyerbrücke, aber wetterbedingt kommt Lukas meist in die „Yard“. Denn nicht nur Regen, sondern auch Wind wirkt sich negativ auf die Sprünge aus: „Bei hohen Sprüngen macht sich der Wind sehr stark bemerkbar“, sagt auch Christian, der schon bei einigen Wettbewerben mitgefahren ist.

Für die meisten „Yard“-Besucher geht es aber nicht um Wettkampf oder darum, zu gewinnen. Sie sind Freizeitsportler, fahren nur für sich selbst, haben alle ihren eigenen Stil. Bis zu hundert Besucher tummeln sich an den Wochenenden in der Skatehalle, in den Wintermonaten rund 250 pro Woche. Nur wenige Inline-Skater, dafür aber immer häufiger Scooter-Fahrer, zieht es hierher. So auch Zac (10)und seinen Vater Mark Millward (41). Seit drei Jahren leben die gebürtigen Engländer in Hannover und kommen immer gemeinsam zum BMX- und Scooter-Fahren: „Wir machen alles zusammen. Alles“, berichtet Mark Millward.

Jeden zweiten Sonnabend im Monat veranstaltet die Stadt Hannover von 20 bis 24 Uhr den „Mitternachtssport“. Dann heißt es Biken und Skaten bei freiem Eintritt. Denn auch die Skate-Szene boomt. In den USA schon seit den achtziger Jahren, inzwischen auch in Hannover. „Wir sind im Mainstream angekommen“, sagt Klaus Fritz, Skater der ersten Stunde, der als 2. Vorsitzender gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden Christian Frese jeden letzten Sonnabend im Monat von 10 bis 13 Uhr Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene anbietet.

Seine ersten Versuche auf dem Brett liegen zwar schon lange zurück, trotzdem kommt er noch immer in die „Yard“. Steffen Groth hat in der Skatehalle seine Jugend verbracht, mitgeholfen, sie in Herrenhausen zu demontieren und in Empelde wieder aufzubauen. Noch heute ziehen den 25-Jährigen Verbundenheit und Leidenschaft immer wieder hierher. Ein Gefühl von Freiheit sei das, weil einem keiner etwas vorschreibe.

„Man kann alles fahren. Der einzige Gegner ist man selbst, weil man sich überwinden muss, neue Sachen auszuprobieren“, sagt Groth. Angst kennen die Fahrer nicht. Nur tiefe Konzentration und Respekt vor der Aufgabe, wenn sie neue Tricks ausprobieren.

Stephanie Möller

Die „Yard“ – eine Halle für alle

Die Attraktionen: Die „Yard“ ist eine Skatehalle mit 2000 qm Rampenfläche, drei verschiedenen Streetflächen, einer großen Minirampe mit Spine und einer kleinen Minirampe, verschiedenen Boxen mit sogenannten Rails, Curbs, Ledges.
Preise und Öffnungszeiten: Die Tageskarte kostet 5 Euro, eine Mitgliedschaft 35 Euro pro Monat, die Zuschauerkarte 2 Euro. Montags ist geschlossen. Dienstag bis Freitag ist geöffnet von 15 bis 21 Uhr, Sonnabend von 13 bis 22 Uhr, sonntags von 13 bis 21 Uhr.
Besonderheit: Jeden zweiten Sonnabend im Monat veranstaltet die Stadt den „Mitternachtssport“ bei freiem Eintritt.
Kurse: Das „Skateboard 1x1“ jeden letzten Sonnabend im Monat von 10 bis 13 Uhr für Anfänger und Fortgeschrittene.
Und so kommt man hin: Zug bis Hannover Hauptbahnhof, dann U-Bahn Linie 9 bis Empelde Stadtgrenze, über den ehemaligen Extra-Markt-Parkplatz und dann rechts. Mit dem Auto: B 65, Ausfahrt Badenstedt, Empelde Ronnenberg, dann Richtung Gewerbegebiet Fränkischestraße.
Was man sonst noch wissen sollte: In der Halle gilt „Safety first“. Deshalb gibt es eine Helmpflicht.
Telefon und Internet: 0511-2793679, www.yard-skatehall.de.