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Sportbuzzer Steffen: Bin keine Olympia-Favoritin
Sportbuzzer Steffen: Bin keine Olympia-Favoritin
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15:30 08.05.2012
Der deutsche Schwimm-Star Britta Steffen träumt von einer Medaille bei den Olympischen Spielen in London. Quelle: dpa
Berlin

Die Schock-Zeit der Konkurrenz befreite von der Favoritin-Bürde. Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hält knapp drei Monate vor den Spielen in London eine Wiederholung ihres Gold-Coups von Peking für unrealistisch. Die Weltjahresbeste Ranomi Kromowidjojo aus den Niederlanden hatte im April mit 52,75 Sekunden über 100 Meter Freistil die mit Abstand beste Zeit seit Verbot der Hightech-Anzüge Ende 2009 geschwommen - gerade einmal  knapp sieben Zehntelsekunden über Steffens Weltrekord aus dieser Ära. „Wenn sie das nervlich durchsteht, ist sie, glaube ich, die Beste der Welt“, lobte Steffen ihre Konkurrentin kurz vor Beginn der deutschen Olympia-Qualifikation in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Nach dem Doppel-Sieg 2008 peilt Britta Steffen „etwas entspannter“ ihre vierten Olympischen Spiele an. „Eine Medaille wäre auf jeden Fall drin. Ich habe den Anspruch abgelegt, dass es unbedingt Gold sein muss. Wenn man es schaffen könnte, bei Olympia noch einmal eine Medaille zu holen, dann ist das schon über Gebühr, was ich erwarten darf. Das wäre wirklich schön“, sagt sie.

Bei der deutschen Meisterschaft in Berlin peilt die 28-Jährige eine Zeit von 53,5 Sekunden an. „Das bin ich seit 2009 nicht mehr geschwommen. Das wäre das, was die Weltspitze so schwimmt, denn Kromowidjojo ist ja schon sehr weit außerhalb der gängigen Konkurrenz.“ Platz zwei der aktuellen Weltrangliste hält derzeit die Schwedin Sarah Sjöström (53,29). Steffen îst derzeit nur die Nummer 25 der Welt, allerdings haben die meisten Nationen ihre Meisterschaften schon hinter sich und die deutschen Titelkämpfe sind erst jetzt dran.

Für das Olympia-Ticket muss die Lokalmatadorin in dieser Woche oder bei der EM vom 21. bis 27. Mai in Debrecen (Ungarn) 54,46 Sekunden unterbieten. „Machbar“, urteilt Steffen über die deutsche Norm. Bereits bei der EM-Qualifikation im März schwamm die Doppel-Weltmeisterin von 2009 in 54,11 schneller. Eine Olympia-Qualifikation ist für sie immer noch etwas Besonderes, die Nervosität höher als sonst: „Das ist normal. Wenn du keinen Bammel hättest, wärst du arrogant und dir würden Fehler unterlaufen.“ Auf eine Lex Steffen bei einem Scheitern hat die erfolgreichste deutsche Schwimmerin „keine Lust“.

Kromowidjojo und die anderen Niederländerinnen hätten nach 2008 begonnen, Steffens Schwimm-Stil zu kopieren, das Rennen langsamer zu beginnen und auf der Schlussbahn noch Reserven zu haben. Dies sei „auch eine Demütigung, wenn sie es besser macht als du damals“, erklärte die Weltrekordlerin über 50 und 100 Meter Freistil. „Also, es war schon hart, das so zu akzeptieren. Ich bin dieses Jahr bisher 54,1 geschwommen. Das sind Welten. Da muss ich gucken, dass ich das Beste raushole, aber es ist eine Menge Druck von mir abgefallen. 52,7 - das ist schon eine echte Hausnummer.

Die verkorkste WM 2011 samt vorzeitiger Abreise ist für Steffen „kein Thema mehr. Wenn du es nicht abschließen kannst, wirst du unnötig Energie verschwenden, aber diese Energie brauche ich zur Konzentration für die kommenden Aufgaben. Wie bei einer schlechten Klausur musst du es analysieren, abhaken und neu anfangen.“

dpa

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