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Sportbuzzer TKH-Frauen scheitern in Runde eins
Sportbuzzer TKH-Frauen scheitern in Runde eins
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22:32 07.04.2017
„Danke TKH-Fans“: Die Bundesliga-Basketballerinnen aus Hannover verabschieden sich von ihren Fans. Quelle: Fotos: Petrow (2)
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Hannover

Und plötzlich ist die Saison schon vorbei. Sechs Punkte Rückstand bei nur noch zwölf Sekunden waren nicht mehr aufzuholen. Ein wilder Dreier von Mary Ann Mihalyi der nur gegen das Brett klatschte, da brauchte Keltern nur noch die Uhr runterzuspielen. Der 76:70-Sieg war den Gästen sicher.

Der Gast aus Baden-Württemberg feierte mit dem zweiten Sieg in der Viertelfinal-Serie („Best-of-three“) den Einzug unter die letzten Vier der Basketball-Bundesliga, für die TKH-Frauen ist schon Sommerpause. „Kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen, die Mädchen haben einen guten Job gemacht“, lobte Trainer Rodger Battersby.

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Die hatten nach dem Spiel gar keine Zeit, sich zu verkriechen. Aus dem Geräteraum der Sporthalle Birkenstraße kramten sie goldene und rote Riesen-Ballons raus. „Danke TKH-Fans“ ergab die Buchstabenreihenfolge, als die Frauen sich in einer Linie von ihren Anhängern verabschiedeten.

450 Zuschauer waren gestern Abend gekommen, um den TKH nach der 64:69-Niederlage im ersten Spiel in Keltern anzufeuern und das Play-off-Aus abzuwenden. Battersby war gestern erst um 15.20 Uhr aus Rom von einer Dienstreise zurückgekehrt und in Langenhagen gelandet. Sein typisches Spiel-Outfit – schwarze Hose, schwarzes Hemd, rote Krawatte – hatte er da vorsichtshalber schon an, bevor keine Zeit mehr bleiben würde, sich umzuziehen: „Man weiß ja nie.“ Allein: Es brachte seinen Frauen diesmal kein Glück.

Zwar gelang Top-Scorerin Melissa Jeltema nach dem Tip-Off um 19 Uhr der erste Korberfolg. Anschließend ließ Hannover aber viel zu viele einfache Chancen liegen, vor allem am Brett. Zwar stimmte im Vergleich zur ersten Partie das Offensiv-Rebound-Spiel. Nützte aber nichts, weil der TKH regelmäßig die zweiten Möglichkeiten vergeigte. Die Wurfquote lag zur Halbzeit bei miesen 28 Prozent – und der TKH mit 32:42 zurück.

Battersby stellte die komplette Manndeckung auf eine geteilte Mann-Zonen-Verteidigung um – und mit einem 13:4-Lauf war sein Team auf einmal bis auf einen Punkt (45:46) dran. Mit 53:53 ging es ins letzte Viertel. Doch der Vorrunden-Zweite Keltern riss die Spielkontrolle wieder an sich. Der TKH konnte nur noch reagieren und lief vergeblich einem Rückstand hinterher.

Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen, ein überschwängliches Saisonfazit gab’s aber auch nicht. Zu hoch sind die eigenen Ansprüche in Hannover. „Unsere Ziele waren ehrgeiziger, trotzdem bin ich zufrieden“, sagte Battersby nüchtern. Die Mannschaft habe nach dem großen Verletzungspech während der Saison „Charakter bewiesen“. Als Siebter in die Play-Offs, das Final-Four im Pokal erreicht, das sei „okay“ gewesen.

„Wir hätten mehr erreichen können“, bedauerte auch Führungsspielerin Doro Richter. Unter Tränen umarmte die 33-Jährige jede einzelne Mitspielerin – es war ihr letztes Spiel. Nach 26 Jahren Basketball beendete sie gestern ihre Karriere. Dem TKH bleibt sie als Koordinatorin und Managerin aber erhalten. „Wir grillen jetzt zusammen vor der Halle“, kündigte Richter mit einem Lächeln an. „Und dann ziehen wir noch gemeinsam in die City zum Feiern.“

Von Simon Lange