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Sportbuzzer Tag der Entscheidung für Olympische Winterspiele 2018
Sportbuzzer Tag der Entscheidung für Olympische Winterspiele 2018
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08:20 06.07.2011
Von Carsten Schmidt
Franz Beckenbauer unterstützt die Olympiabewerbung Münchens. Quelle: dpa
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Durban

Die magische Zahl ist 49. So viele Stimmen braucht München am Mittwoch auf der Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), um zum Ausrichter für die Winterspiele 2018 proklamiert zu werden. Und die Akquise der nötigen Voten ist recht kompliziert, da das IOC nicht eine Versammlung aller Nationalen Olympischen Komitees (NOK) ist mit jeweils einer Stimme pro NOK.

Im IOC sitzen vielmehr verdiente Sportler früherer Zeiten und Funktionäre, dabei wird auf keinerlei Proporz geachtet. Von den derzeit 110 Mitgliedern, zu deren Aufgabe unter anderem die Wahl der Olympia-Ausrichter gehört, kommen beispielsweise jeweils drei aus den USA und Russland, zwei aus der Volksrepublik China, aber gleich fünf aus der Schweiz sowie je vier aus Großbritannien und Italien.

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96 IOC-Mitglieder nehmen am Wahlgang teil

Am Wahlgang nehmen indes nur 96 IOC-Mitglieder teil: Sechs sind zu der Session in Durban gar nicht angereist – Mounir Sabet (Ägypten), Joao Havelange (Brasilien), Alpha Ibrahim Diallo (Guinea), Raja Randhir Singh (Indien), Prinz Nawal Faisal Fahd Aboulaziz (Saudi-Arabien) und James Easton (USA). Sechs weitere Vertreter in dem Gremium dürfen nicht mitstimmen, weil sie aus den Ländern der Kandidatenstädte München, Pyeongchang und Annecy stammen: IOC-Vizepräsident Thomas Bach und Claudia Bokel aus Deutschland, Guy Drut und Jean-Claude Killy aus Frankreich sowie Lee Kun-Hee und Moon-Dae-Sung aus Südkorea.

Ferner wird sich IOC-Präsident Jacques Rogge (Belgien) der Stimme enthalten. Und der Schweizer Denis Oswald, Präsident des Welt-Ruder-Verbandes (Fisa), verzichtet auf die Stimmabgabe, weil die Fisa einen Sponsorenvertrag mit Samsung abgeschlossen hatte und das koreanische Unternehmen auch die Bewerbung Pyeongchangs unterstützt. Dieser Vorgang hatte im Herbst vergangenen Jahres zu einer Verwarnung des südkoreanischen Bewerbers geführt.

So kommt es auf die Stimmen von 96 IOC-Mitgliedern an. 39 kommen aus Europa, 21 aus Asien, 18 aus Amerika, 13 aus Afrika und fünf aus Ozeanien. Dabei gereicht es München aber keinesfalls zum Vorteil, dass der „Alte Kontinent“ die meisten Voten hat.

Sechs europäische Bewerber für Winterspiele 2022

An der Ausrichtung der Winterspiele 2022 haben gleich sechs europäische Bewerber zumindest ein erstes Interesse bekundet – Zakopane (Polen), Brasov (Rumänien), St. Moritz (Schweiz), Barcelona (Spanien), die Ukraine ohne Ortsangabe sowie Schweden und Finnland mit dem gemeinsamen Projekt von Gällivare/Ylitornio. Ihre Kandidatur würde ein Sieg von Pyeongchang in der Abstimmung aussichtsreich gestalten. Ein Erfolg von München indes bedeutete angesichts der Entscheidung für Sotschi 2014 das Aus für eine europäische Bewerbung 2022, denn dreimal in Folge vergibt das IOC garantiert nicht die Winter- oder Sommerspiele auf denselben Kontinent.

14 der 39 europäischen Vertreter im IOC kommen aus Finnland, Polen, Schweden, der Schweiz, Spanien und der Ukraine. Sie sind das Zünglein an der Waage – zu Gunsten oder zu Lasten Münchens.

Der Zeitplan

8.30 Uhr:Eröffnung der 123. IOC-Session durch Präsident Jacques Rogge

8.45 Uhr:Präsentation von München

10.25 Uhr:Präsentation von Annecy

12.05 Uhr:Präsentation von Pyeongchang

14.45 Uhr: Bericht der IOC-Evaluierungskommission

15.20 Uhr:Testwahl der IOC-Mitglieder

15.35 Uhr:Wahl der Olympiastadt 2018 für die XXIII. Winterspiele in maximal zwei Wahlgängen

17 Uhr:Rogge verkündet den Sieger

18 Uhr:Unterzeichnung des Ausrichtervertrages

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