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Sportbuzzer Timo Boll bleibt hungrig
Sportbuzzer Timo Boll bleibt hungrig
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07:38 13.10.2011
So sehen Sieger aus: Timo Boll beim Spiel gegen Schweden. Quelle: dpa
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Danzig

Deutschlands Tischtennis-Männer haben durch ein 3:0 gegen Schweden zum fünften Mal in Serie den EM-Titel gewonnen. „Die Freude ist vielleicht nicht ganz so ausgelassen wie beim ersten Mal“, sagte Timo Boll. „Aber wir haben eine Supergeneration mit vier, fünf Topleuten. Da sind wir einfach schwer zu schlagen.“ Nach dem entscheidenden Punkt wurde der Düsseldorfer Patrick Baum von den Teamkollegen regelrecht zu Boden gerissen. Anschließend tanzte die Mannschaft mit Bundestrainer Jörg Roßkopf im Kreis, fast so wie 2007 in Belgrad, als die Titelserie begonnen hatte.

„Es wird immer schwieriger, den Titel zu verteidigen. Es ist eine tolle Motivation für uns, als Europameister in das Weltmeisterschaftsjahr 2012 in Dortmund zu gehen“, sagte Roßkopf. Der Bundestrainer konnte im Finale auch Dimitrij Ovtcharov einsetzen, der sich wieder fit fühlte. „Wir haben das beste Team und bleiben immer hungrig“, sagte Ovtcharov, telefonierte schnell mit seinem Vater und mit seiner Freundin und kündigte forsch eine weitere Medaillenjagd im Einzel an: „Deswegen bin ich hier.“

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Gleiches gilt für Boll. Der 30-jährige Linkshänder hatte die deutsche Mannschaft mit einer Glanzleistung gegen Portugal ins Finale geführt und nahm bei der Siegerehrung am Mittwochabend seine insgesamt 14. EM-Goldmedaille in Empfang. Nummer 15 kann im Einzel-Wettbewerb am Sonntag folgen. „Der Wille, sich zu quälen, ist noch groß“, sagte Boll. Das Selbstvertrauen wird es auch sein.

Nach vier vergeblichen Anläufen in den Jahren 1980, 1990, 2000 und 2002 gelang den Männern des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) der erste Endspielsieg gegen die Nordeuropäer. Boll hatte Deutschland im Auftakteinzel gegen den früheren Weltmeister Jörgen Persson in Führung gebracht. Der Weltranglisten-13. Ovtcharov erhöhte gegen Pär Gerell auf 2:0, und der formstarke Baum machte mit einem Fünf-Satz-Sieg gegen Jens Lundqvist alles klar.

Deutschland hat die besten Strukturen“, erklärte der ehemalige Bundestrainer Richard Prause die Überlegenheit der deutschen Männer. Dabei traten die in Polen ohne den achtfachen Europameister Christian Süß an und mussten im Halbfinale zudem den indisponierten Ovtcharov ersetzen. Auf den Lorbeeren ausruhen kann sich das Team aber nicht: Bei der EM 2013 dürften vor allem die Portugiesen noch stärker sein.

Auch im Frauen-Wettbewerb blieb die Wachablösung aus. Das Team der Niederlande gewann gegen Rumänien mit 3:0 und holte zum vierten Mal in Serie den Titel. Das siegreiche Oranje-Trio Li Jiao, Li Jie und Elena Timina stammt aus China und Russland und bringt es zusammen auf 107 Jahre.

dpa