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Sportbuzzer Titelanwärterin Walendzik: „Ich bin richtig gut drauf“
Sportbuzzer Titelanwärterin Walendzik: „Ich bin richtig gut drauf“
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06:16 12.05.2012
Von Uwe Kranz
Locker und selbstbewusst: Boxerin Elena Walendzik traut sich bei der WM im chinesischen Qinhuangdao den Titel zu. Quelle: Petrow
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Hannover

Ring frei für die Box-Weltmeisterschaft der Frauen: Am Mittwoch begannen die Wettbewerbe im chinesischen Qinhuangdao, und dort, am anderen Ende der Welt, kämpft auch Hannovers Vorzeigesportlerin Elena Walendzik um den Titel. Geht es dabei nach ihrem Heimtrainer Arthur Mattheis, dann hat die 27-jährige Sportsoldatin vom BSK Hannover-Seelze auch gute Chancen, mit einer Medaille nach Hause zu kommen. „Von ihr können wir einiges erwarten“, sagt er.

Auf der Liste der erhofften Erfolge in China steht die Qualifikation zu den Olympischen Spielen allerdings nicht – auch wenn die Plätze für London in Qinhuangdao vergeben werden. Seit ihrem Wechsel vom Fliegen- ins Bantamgewicht, das nicht olympisch ist, ist dieses Thema für die Hannoveranerin schon vor dem ersten Gong in China vom Tisch.

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Dafür ist Walendzik stark wie nie: „Ich bin richtig gut drauf“, sagt die sechsfache deutsche Meisterin nach einer monatelangen Vorbereitung. Und das zeigte sie nicht nur bei einem internationalen Turnier auf Kreta Ende April, als sie bis ins Finale vorstieß und dort auch der starken Schwedin Juliana Sonderstrom mit einem 19:11-Punktsieg keine Chance ließ. In einem Trainingslager in Frankreich kam es zu der kuriosen Situation, dass eine Sparringspartnerin aus dem Nachbarland nach den Trainingsrunden später im Turnier nicht mehr gegen Walendzik antreten wollte. „Sie hat sich nicht mehr getraut“, sagte Mattheis.

Nach der Ankunft in China musste die Boxerin zunächst einmal Disziplin beweisen. Ein Kilogramm Übergewicht galt es zu ihrem maximalen Kampfgewicht von 54 Kilogramm gutzumachen. Die erfahrene Athletin steuert diese Dinge über Ernährung und Trainingsintensität. Danach muss ihr nur noch das Losglück einen möglichst kraftsparenden Weg ins Finale ermöglichen. Dann kann Walendzik auf eine Medaille hoffen.

Ihre Formsteigerung führt die Hannoveranerin unter anderem auf die optimalen Trainingsbedingungen in der Sportförderkompanie im Olympiastützpunkt in Heidelberg zurück. Dort kann sich die Boxerin voll auf die Wettkämpfe konzentrieren. „Das ist der Zweck als Sportsoldatin“, stellt Walendzik nüchtern fest. Dafür lässt die studierte Zahnmedizinerin auch ihren zivilen Beruf ruhen. Doch nach der WM plant sie, alsbald „ein Praktikum bei einem Zahnarzt zu machen, damit ich in meinem Beruf auch am Ball bleibe“, sagt sie.

Im Urlaub will Walendzik dann die Spiele in London verfolgen: am Fernsehschirm, völlig ohne Anspannung – und möglichst mit einer WM-Medaille um den Hals.

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