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Sportbuzzer „Ich hüpfe immer auf und ab“
Sportbuzzer „Ich hüpfe immer auf und ab“
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19:19 17.10.2013
Von Jörg Grußendorf
„Das war ein sauberer Ritt“: Madeleine Winter-Schulze (v.l.), die Drittplatzierte Victoria von der Leyen mit Lucie und ihre Mutter Ursula. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Der erste Sieger der diesjährigen German Classics kommt aus dem Brandenburgischen. Stefan Unterlandstättner aus Genshagen gewann auf Milka eine internationale Springprüfung. Aber auch für eine Nachwuchsreiterin aus der Region begann das Turnier in der Messehalle 2 absolut verheißungsvoll. Victoria von der Leyen vom RFV Brelinger Berg wurde mit ihrer Lucie nach einem starken Ritt Dritte.

„Das war ein sauberer Ritt, auch taktisch sehr gut“, befand Mutter Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales. „Und das in dieser Atmosphäre.“ Zwar waren die hohen Tribünen nachmittags noch äußerst spärlich besetzt, doch der riesige Parcours macht schon Eindruck. Auf ein junges, unerfahrenes Pferd und eine junge, erst 19-jährige Reiterin besonders, zumal Victoria van der Leyen erst seit März mit der siebenjährigen Lucie trainiert und beide vorher erst einmal gemeinsam bei einem Hallenturnier gestartet sind. „Beide waren ganz schön angespannt“, sagte Ursula von der Leyen, die selbst aber wohl am nervösesten war. „Die Leute um mich herum mussten mich immer wieder beruhigen“, sagte die 55-Jährige, „ich hüpfe immer auf und ab. Eine Prüfung, bei der meine Kinder dabei sind, egal, ob E-Springen oder S-Dressur, ist für mich aufregender als eine Bundestagswahl.“

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Trotz der ganzen Aufregung fühle sie sich pudelwohl bei den German Classics. „Das tut mir gut“, sagte die Ministerin, die gern für ihre reitenden Kinder den TT, den sogenannten Turniertrottel, spielt, so heißen in Reiterkreisen die fleißigen Helfer. „Natürlich helfe ich beim Putzen und Satteln. Das Füttern morgen Früh werde ich sowieso übernehmen.“ Lucie ist während des Turniers wie alle Pferde in einer zum Stall unfunktionierten Tiefgarage untergebracht. „Das ist für die Pferde erst einmal ungewohnt“, sagte von der Leyen, „aber sie gewöhnen sich schnell daran. Außerdem ist es viel besser als in einem Zeltstall, in dem es schnell nass und kalt wird.“

Beobachter der Springprüfung war auch Markus Beerbaum. Der ehemalige Weltklassereiter nutzte den nahen Weg aus seinem Wohnort Thedinghausen, um talentierte Pferde zu sichten. „So lange unsere kleine Tochter (drei Jahre alt, d. Red.) noch nicht zur Schule geht, konzentriere ich mich hauptsächlich auf das Training und die Ausbildung junger Pferde“, sagte der 42-Jährige, dessen Frau Meredith Michaels-Beerbaum nicht bei den German Classics dabei ist und stattdessen in Helsinki um Weltcuppunkte kämpft. „Allerdings ist es schwer, bei solch einem großen Turnier noch Pferde zu finden, sie sind meistens schon in professioneller Hand. Lucie zum Beispiel ist in Besitz von Madeleine Winter-Schulze, und die Mellendorferin ist die Mäzenin im deutschen Reitsport. So reiten Isabell Werth oder Ludger Beerbaum Vierbeiner der 72-Jährigen.

Die German Classics heute: 9.40 Uhr: SML-Tour, intern. Springprüfung

12.20 Uhr: Intern. Eröffnungsspringen 15.10 Uhr: Youngster Cup 18.10 Uhr: Schridde-Preis 19.40 Uhr: 2-Phasen-Springen 22.35 Uhr: Wettkampf der Bezirksverbände, nat. Mannschaftsspringen

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