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Sportbuzzer Tolle Bilanz beim CHIO in Aachen
Sportbuzzer Tolle Bilanz beim CHIO in Aachen
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10:45 09.07.2012
Der deutsche Springreiter Thomas Voß landete beim CHIO in Aachen nach einem knappen Stechen auf Platz zwei. Quelle: dpa
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Aachen

Das i-Tüpfelchen fehlte, aber alle waren glücklich. Außenseiter Thomas Voß verpasste nur knapp die Sensation beim Großen Preis von Aachen, musste dem britischen Springreiter Michael Whitaker den Sieg beim Höhepunkt des CHIO überlassen und strahlte dennoch. „Ich habe alles erreicht, was ich konnte“, sagte der Zweitplatzierte. „Ich bin damit sehr glücklich.“ Auch die drittplatzierte Meredith Michaels-Beerbaum aus Thedinghausen war sichtlich zufrieden nach dem dritten Platz mit der jungen Stute Bella Donna: „Ich könnte nicht glücklicher sein mit dem Pferd.“

Whitaker blieb im Stechen cool. Mit dem Wallach Gig Amai ritt er fehlerfrei in 49,73 Sekunden und lag klar vor dem vorsichtigen Voß mit Carinjo (54,37). Michaels-Beerbaum hatte einen Abwurf, nahm danach das Tempo heraus und ritt die neunjährige Bella Donna (4/56,96) ruhig nach Hause. „Es ist alles zur richtigen Zeit zusammen gekommen“, kommentierte der 52 Jahre alte Reiter aus Yorkshire seinen größten Einzelerfolg. Der dreimalige Team-Europameister gewann in Aachen zum ersten Mal.

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„Das ist unglaublich“, sagte der deutsche Equipe-Chef Heinrich-Hermann Engemann: „Das ist eine sehr gute Bilanz.“ Hinter Voß und Michaels-Beerbaum komplettierten Hans-Dieter Dreher aus Eimeldingen mit Embassy und Christian Ahlmann aus Marl mit Taloubet auf den Rängen vier und fünf das starke Abschneiden der Gastgeber. Ahlmann wurde zudem als erfolgreichster Reiter der Turnierwoche ausgezeichnet.

„Als Erster ins Stechen zu gehen, ist immer ein bisschen schwierig“, sagte der 53-jährige Voß: „Aber ich bin nicht unzufrieden.“ Im Stechen ritt er nicht auf Sieg, glänzte allerdings mit insgesamt drei fehlerfreien Runden. „Beide waren super“, lobte Bundestrainer Otto Becker den Routinier und Michaels-Beerbaum.

Vorjahressiegerin Janne-Friederike Meyer verzichtete auf einen Start. Die Reiterin aus Schenefeld schonte ihr Pferd Lambrasco im Hinblick auf die Olympischen Spiele. „Das ist sicherer“, sagte Meyer: „Trotzdem fällt es schwer.“

Auch die anderen deutschen Olympiareiter setzten ihre besten Pferde nicht ein. Neben Meyer gehören zum London-Team Christian Ahlmann (Marl) mit Codex One, Marcus Ehning (Borken) mit Plot Blue und Philipp Weishaupt (Riesenbeck) mit Monte Bellini. Das Stechen des Großen Preises verpassten die drei Reiter mit ihren Zweitpferden.

Dass er nicht in Form für Olympia ist, bewies am Sonntag erneut Cornet Obolensky. Der Hengst von Marco Kutscher zeigte nach zweimal 16 Strafpunkten im Nationenpreis mit erneut vier Abwürfen eine unerwünschte Konstanz. „Das ist merkwürdig, die ganzen Monate vorher war er konstant gut“, sagte Kutscher: „Irgendetwas ist mit dem Pferd nicht in Ordnung.“

Die Dressurprüfungen des CHIO wurden von zwei jungen deutschen Reiterinnen beherrscht, die Totilas und das tagelange Theater um das Olympia-Aus von Totilas vergessen ließen. „Ich habe das noch gar nicht richtig realisiert, das ist Wahnsinn“, sagte Helen Langehanenberg nach ihrem Sieg in der abschließenden Kür. Im Sattel des Hengstes Damon Hill setzte sich die 30-Jährige aus Havixbeck knapp durch. Die zweimalige deutsche Meisterin erhielt für ihren Auftritt 85,150 Prozentpunkte und lag damit vor Kristina Sprehe mit Desperados (84,700).

„Ich bin super-zufrieden“, sagte Sprehe. Die 25 Jahre alte Reiterin aus Dinklage hatte an den Vortagen den Grand Prix und den Special vor Langehanenberg gewonnen und sicherte sich auch die Gesamtwertung. Die Senkrechtstarterinnen boten in Aachen einen packenden Zweikampf auf höchstem Niveau und führen nun das reine Frauen-Team bei den Olympischen Spielen in London an. Auf Platz drei in der Kür kam Dorothee Schneider aus Framersheim mit Diva Royal (81,100), die völlig überraschend zur Olympia-Equipe gehört.

dpa