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Sportbuzzer Tomczyk triumphiert im „Oldtimer“
Sportbuzzer Tomczyk triumphiert im „Oldtimer“
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16:54 04.09.2011
Martin Tomczyk hat in einem Audi-Jahreswagen das Rennen in Brands Hatch gewonnen. Quelle: dpa
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Brands Hatch

Martin Tomczyk hat mit seinem Audi-„Oldtimer“ die Konkurrenz alt aussehen. Der Rennfahrer aus Rosenheim gewann nach einer Galavorstellung im strömenden Regen im drei Jahre alten Audi A4 den siebten Saisonlauf zum Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) in Brands Hatch. Durch seinen dritten Saisonsieg verdrängte Tomczyk in der Gesamtwertung auch Mercedes-Rivale Bruno Spengler von der Spitze. Der Kanadier kam am Sonntag nicht über Rang sieben hinaus.

„Auf alle Fälle geben wir Gas“, sagte Tomczyk nach der Champagnerdusche auf dem Siegerpodium zu seinen sprunghaft gewachsenen Titelchancen. „Es macht Spaß.“ Audi feierte bei schwierigen und widrigen Witterungsbedingungen in England einen Dreifach-Triumph: Hinter Tomczyk belegte Mattias Ekström den zweiten Rang. Der Italiener Edorado Mortara feierte als Dritter seinen ersten Podestplatz.

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Mercedes spielte beim Audi-Festival nur eine Nebenrolle: Gary Paffett fuhr als bester Stern-Pilot mit 14,136 Sekunden Rückstand auf den vierten Platz vor seinem Markenkollegen Ralf Schumacher (Kerpen). „Heute waren wir nicht schnell genug“, räumte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ein. „Im Sport ist es so, dass man mal stärker, mal schwächer ist.“

Nach sieben von zehn Läufen liegt Tomczyk mit 50 Punkten denkbar knapp vor Spengler (49) auf Platz eins. Die Titelentscheidung dürfte angesichts des großen Rückstands der Verfolger nur zwischen diesen beiden fallen.

Tomczyk siegte auf dem 1,929 Kilometer langen Traditionskurs in 1:37:15,956 Stunden. Ekström war 2,023 Sekunden langsamer. Das Rennen wurde wegen Erreichen des Zeitlimits nach 86 von 97 Runden abgebrochen. „Einmal kann ich ja was für ihn tun“, sagte der Schwede mit einem Augenzwinkern, weil er seinen Markenkollegen in der Anfangsphase ohne große Gegenwehr passieren lassen hatte. „Martin war verdammt schnell und hat den Sieg verdient.“ Mortara jubelte nach seinem ersten Podestplatz: „Alles war perfekt.“

Im strömenden Regen gab es zahlreiche Dreher, Crashs, Ausrutscher und Abflüge. Nach etwa einer Stunde fiel an den Kommandoständen der Teams der Strom aus, so dass vorübergehend der Überblick verloren ging. Aber wenigstens funktionierte der Boxenfunk, so dass die Verantwortlichen die Fahrer zum zweiten Reifenwechsel hereinrufen konnten.

Spengler war der große Verlierer dieses Wochenendes: Erst wurde der Titelfavorit wegen eines nicht markierten Reifensatzes im Samstagstraining um zwei Startplätze auf Position acht strafversetzt. Dann fuhr er im Rennen chancenlos hinterher. Als Siebter hatte er 38,586 Sekunden Rückstand.

Der wahrscheinliche Wechsel Spenglers in der kommenden Saison zu DTM-Rückkehrer BMW war in Brands Hatch großer Gesprächsstoff. Aber sowohl der Kanadier wie auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug blieben zu dem Reizthema eine klare Antwort schuldig.

Rockenfeller nutzte die erste Pole-Position seiner DTM-Karriere und verteidigte die Führung auf der nassen Strecke zunächst. Sein Markenkollege Ekström war der große Gewinner des Starts: Der Schwede schoss vom fünften auf den zweiten Platz vor. Dahinter folgten in Tomczyk und Mortara zwei weitere Audi-Piloten. Tomczyk kassierte dann zuerst Ekström und dann in der zehnten Runde auch Rockenfeller. Der Rosenheimer behauptete die Spitze trotz schwieriger Bedingungen.

Allerdings erlebte er in der 22. Runde eine Schrecksekunde, als er in einer Pfütze ins Gras rutschte. „Zum Glück konnte ich schnell auf die Piste zurückkehren“, sagte Tomczyk erleichtert.

Auch nach dem ersten Reifenwechsel, den das Top-Trio erst Mitte des Rennens einlegte, blieb es bei unveränderter Reihenfolge: Tomczyk vor Ekström und dem überraschend starken Mortara, der als Letzter die Box angesteuert und deshalb sogar zwischenzeitlich geführt hatte.

dpa