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Sportbuzzer Erstrunden-Aus für Tommy Haas
Sportbuzzer Erstrunden-Aus für Tommy Haas
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18:06 16.06.2015
Tommy Haas ist noch nicht konkurrenzfähig: Beim ATP-Turnier in Halle schied er in der ersten Runde aus. Quelle: dpa
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Halle/Westfalen

Tommy Haas hat bei seinem Comeback-Versuch einen weiteren Rückschlag kassiert und ist beim ATP-Turnier in Halle in der ersten Runde ausgeschieden. Der 37 Jahre alte gebürtige Hamburger verlor am Dienstag sein Auftakt-Match gegen den Italiener Andreas Seppi mit 5:7, 2:6. 

Nach 1:26 Stunden beendete der Südtiroler das am Ende doch recht ungleiche Duell mit dem noch immer sichtlich gehandicapten Haas und sorgte für einen empfindlichen Stimmungsdämpfer beim wichtigsten deutschen Herren-Tennis-Turnier. Routinier Haas zählt neben Top-Star Roger Federer trotz seines fortgeschrittenen Alters noch immer zu den großen Publikumslieblingen und Zugpferden der mit 1,7 Millionen Euro dotierten Rasen-Veranstaltung in Ostwestfalen

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Doch nach einer mehr als einjährigen Zwangspause wegen seiner vierten Schulteroperation ist Haas für die erweiterte Weltspitze noch nicht  oder nicht mehr konkurrenzfähig. Teilweise schlug er bei seinem ersten Aufschlag mit einer Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern auf - was selbst ambitionierte Freizeitspieler überbieten können.  Mehr als 180 gelangen Haas nie gegen den zähen Seppi, der Anfang des Jahres bei den Australian Open mit seinem Drittrunden-Sieg über Federer für Furore gesorgt hatte. „Es ist großartig, Tommy wieder auf dem Platz zu sehen. Absolut bemerkenswert, wie er das geschafft hat“, hatte Federer noch tags zuvor nach seinem knappen Erstrunden-Sieg gegen Philipp Kohlschreiber gesagt. 

Tatsächlich hielt Haas im ersten Satz vor den Augen seiner Verlobten Sara Foster und der vierjährigen Tochter Valentina, die sich in den hinteren Teil der Tribüne verzogen hatten, noch gut mit und ließ sich auch von einem frühen Break zum 2:3 nicht verunsichern.  Zum 4:4 nahm der Halle-Champion von 2009 und 2012 seinem Kontrahenten das Aufschlagsspiel ab und war bei eigener 5:4-Führung nur noch zwei Punkte vom Satzgewinn entfernt. Doch der Weltranglisten-31. Seppi machte das Break zum 6:5 und sicherte sich wenig später den Satz. 

Haas wechselte sein Hemd und versuchte es jetzt mit knallgelbem Querstreifen auf dem Shirt - zur Einschüchterung seines Gegenübers taugte es nicht. Im Gegenteil: Die Eltern Peter und Brigitte, Hochsprung-Legende Carlo Thränhardt und Entertainer Roberto Blanco wurden Zeugen einer eher traurigen Darbietung auf dem grünen Gras. 

Teilweise erinnerte Haas mit seinen Schlägen an die guten alten Zeiten, die ihn bis auf Platz zwei der Weltrangliste gebracht hatten. Teilweise schien dort aber ein Profi auf dem Center Court zu stehen, der es in dieser Verfassung schwer haben wird, wieder den Anschluss zu schaffen. In Halle ruhen die deutschen Hoffnungen nun auf den Herren Dustin Brown, Alexander Zverev und Florian Mayer.

dpa

Carsten Schmidt 17.06.2015
14.06.2015