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Sportbuzzer Tour-Sieger Contador wird nach Dopingbefund freigesprochen
Sportbuzzer Tour-Sieger Contador wird nach Dopingbefund freigesprochen
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20:22 15.02.2011
Nach seinem positiven Dopingbefund wurde der spanische Radrennprofi Alberto Contador freigesprochen.
Nach seinem positiven Dopingbefund wurde der spanische Radrennprofi Alberto Contador freigesprochen. Quelle: dpa
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Freie Fahrt für Alberto Contador: Der spanische Radsport-Verband (RFEC) hat den dreimaligen Tour-de-France-Sieger am Dienstag vom Vorwurf des Dopings freigesprochen. „Vor allem bin ich erleichtert und glücklich über die Entscheidung. Es waren sehr stressige Monate für mich“, erklärte Contador in einer Mitteilung seiner Mannschaft Saxo Bank-Sungard und betonte, er habe stets die Wahrheit gesagt und nicht gedopt. „Ich war davon überzeugt, dass es eine Wende geben könnte“, fügte er in einem TV-Interview hinzu.

Der 28-Jährige ist nun vorerst wieder startberechtigt, wie der Rad-Weltverband UCI bestätigte. Bereits an diesem Mittwoch will der Madrilene an der Algarve-Rundfahrt in Portugal teilnehmen. In einer vorläufigen Entscheidung hatte der RFEC sich vor knapp drei Wochen noch dafür ausgesprochen, Contador für ein Jahr zu sperren und ihm den Gewinn der Tour 2010 abzuerkennen. „Die Gerechtigkeit hat gesiegt“, sagte sein Anwalt Andy Ramos nach dem Freispruch in Madrid.

Der Rad-Weltverband UCI ließ nach dem Eingang des Urteils zunächst offen, ob er Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einlegen wird. Die UCI teilte mit, sie wolle sich ausführlich mit der Begründung für das Urteil befassen. Die Einspruchsfrist beträgt 30 Tage, auch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) kann gegen die Entscheidung des spanischen Rad-Verbandes vorgehen.

Dessen Chef Juan Carlos Castaño rechnet mit einem Einspruch. „Ich glaube, wir befinden uns erst in der ersten Halbzeit des Spiels“, sagte er. Damit hätte Contador theoretisch sogar wieder Chancen auf eine Tour-Teilnahme, weil sich CAS-Verhandlungen erfahrungsgemäß über Monate hinziehen.

Contadors Teamchef Bjarne Riis bei Saxo Bank-Sungard meinte im dänischen Sender TV2 News: „Ich will nicht verhehlen, dass das gut für uns ist. In den letzten Monaten ging es ja bei dieser Sache auf und ab. Was jetzt gekommen ist, war keine Riesenüberraschung mehr, weil man die letzten Tage über die Presse ja sehen könnte, in welche Richtung es ging.“

Contador war am zweiten Ruhetag der vergangenen Tour in Pau mit geringen Spuren positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden. Das Anti-Doping-Labor in Köln hatte den Beweis erbracht. Der Madrilene führte den Befund jedoch auf den Genuss eines verunreinigten Steaks zurück und bestritt Doping: „Ich bin das Musterbeispiel eines sauberen Sportlers.“

Contador machte in seinem Einspruch gegen die Einjahressperre geltend, dass er das verbotene Mittel nicht absichtlich genommen und dieses angesichts der kleinen Menge auch keine leistungssteigernde Wirkung gehabt habe. Außerdem könne ihm keine Nachlässigkeit zur Last gelegt werden. Der Disziplinarausschuss des Verbandes akzeptierte schließlich Contadors Argumentation.

Die Kapriolen des spanischen Verbandes könnten auch dazu führen, dass der 28-Jährige im Mai beim Giro d’Italia startet. Contador, der in Spanien als Sportheld gefeiert wird, hatte Unterstützung von allen Seiten erhalten. Selbst Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero setzte sich für ihn ein. „Es gibt keinen juristischen Grund, ihn zu bestrafen“, schrieb der sozialistische Regierungschef, der damit den Radsportverband unter Druck setzte. Der RFEC beklagte am Dienstag die massive Einmischung relevanter Persönlichkeiten, ohne Zapatero selbst beim Namen zu nennen.

Bei der Entscheidung des Verbands habe auch der Fall Dimitrij Ovtcharov eine Rolle gespielt, hieß es in Medienberichten. Der deutsche Tischtennisprofi war im August 2010 nach der Rückkehr von den China Open positiv auf Clenbuterol getestet worden. Er konnte aber mit Hilfe einer Haaranalyse darlegen, dass der Stoff mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch die Nahrungsaufnahme in China ohne sein Wissen in seinen Körper gelangt war. Die WADA verzichtete schließlich auf ihr Einspruchsrecht beim Internationalen Sportgerichtshof.

dpa