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Sportbuzzer Üppig, edel und talentiert
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19:12 21.01.2009
Mit "weißer Decke": Dänischer Knapstruber. Quelle: handout
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Auf den Gemälden aus dem 17. oder 18. Jahrhundert lässt sich schon erkennen, warum die damaligen Pferderassen als „barock“ bezeichnet wurden: Sie haben einen breiten, kurzen Rücken, ein kräftiges Hinterteil (Kruppe), einen hoch aufgewölbten Hals und dichtes Mähnen- und Schweifhaar. Diese ebenso üppigen wie edlen Tiere waren schon aufgrund ihres Körperbaus talentiert für Dressurlektionen.
 
 Zu den heutigen Barockpferderassen zählen neben Lipizzanern, Friesen, reingezogenen Andalusiern und Lusitanos auch Knabstrupper und Menorquins. Seit Jahren beliebt in Deutschland sind die stets schwarzen, langhaarigen Friesenpferde, die im 16. und 17. Jahrhundert in der niederländischen Provinz Friesland durch Kreuzung der schweren einheimischen Pferde mit iberischen Rassen entstanden. Zunächst als Kutschpferd gezüchtet, erlebten die Friesen im 20. Jahrhundert eine Renaissance als Dressurpferde.
 
 Ebenfalls als Kutschpferde – für Zeromonien am Wiener Hof – wurden seit 1579 die tschechischen Kladruber gezüchtet, die als Rappen und Schimmel vorkommen. Mit 1,70 Meter Rückenhöhe sind sie größer als die meisten Barockpferde, die zwischen 1,50 und 1,65 Meter hoch werden. Zwischen Kladrubern und den im slowenischen Lipica für die Spanische Hofreitschule gezüchteten, meist weißen Lipizzanern gab es immer wieder einen Blutaustausch.
 
 Relativ eng verbunden durch ein einstmals gemeinsames Stutbuch sind auch die Zuchten des reinrassigen andalusischen Pferdes (Pura Raza Española: P.R.E.) aus Spanien und der portugiesischen Lusitanos. Beide Rassen wurden ursprünglich als Gebrauchspferde für den Stierkampf und die Arbeit mit Jungstieren gezüchtet. Ihre edle Schönheit vereint sich mit sanftem Temperament, Talent für die Dressurlektionen der Hohen Schule und großer Arbeitsbereitschaft. Ebenfalls zu den iberischen Rassen zählen die Menorquinerpferde (Pura Raza Menorquina), die sich so leichtfüßig bewegen, dass es ihnen gelingt, allein auf der Hinterhand zu gehen oder zu springen.
 
 Die aus Dänemark stammenden Knabstrupper fallen durch ihre ungewöhnlichen Farbvarianten auf. Die sogenannten Tigerschecken gibt es in unterschiedlichsten Ausprägungen. Charakteristisch ist die „weiße Decke“, die quasi über ein dunkles Pferd gezogen ist. Durch die mehr oder weniger großen Löcher ist die dunkle Farbe erkennbar – und das Pferd erscheint beispielsweise als weiß mit schwarzen oder braunen Flecken.
 
von Nicola Zellmer

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