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Sportbuzzer Unbestechlich
Sportbuzzer Unbestechlich
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19:12 21.01.2009
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Ponyfohlen sind die allerkleinsten und bleiben Ponys, auch wenn sie groß sind. Es sei denn, sie sind ein paar Zentimeter zu groß geworden, dann heißen sie Kleinpferde. Aber das verwirrt nur.

Alles ist relativ, und es kommt nicht nur auf die Größe an, sondern auch darauf, wie man sie einsetzt. Kraftsparend zum Beispiel, das können Ponys besonders gut. Als Reitanfänger von fünf Jahren saß ich in den österreichischen Weinbergen auf Hanno, einem für eine Stunde gemieteten, schwarz-weißen Gras-Fan. Er ließ sich nicht im Geringsten davon beeindrucken, was ich schon alles über Hilfengebung, Gewichtsverlagerung, Zügelhand und Schenkeldruck wusste. Ponys sind da unbestechlich, sehr klug und haben Charakter. Was ihnen sogenannte Großpferde an Größe voraus haben, machen sie mit einem großen Dickschädel wett – sagen Menschen, die Pferde einfach nicht verstehen.

Nun, ein stoisches Gemüt haben Ponys, das stimmt. Hanno ließ sich natürlich von mir lenken, nur die Richtung legte er fest. Grabenwärts, denn da wuchs das saftigste Gras. Wie hätte ich das denn wissen sollen? Hanno dagegen kannte die Strecke im Schlaf. Geduldig ließ er sich immer wieder von der ortsfremden Zügelhand meines Vaters grabenauswärts führen. Wir Menschen brauchen viele Wiederholungen, bis wir verstehen, und wir landeten oft im Graben. Hanno wusste aber noch viel mehr, denn in der prallen österreichischen Sonne war es viel zu warm fürs schnelle Reiten. Mit dem kleinen Kind und seinen Eltern hielt Hanno unter den Bäumen.

Völlig überwältigt von seinem Wissen war ich, als Hanno irgendwann umdrehte. Er wusste nicht nur genau, wann unsere Stunde vorbei war. Sondern auch, dass der Eisverkäufer vor dem Reitstall zwei Minuten später weg gewesen wäre.

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