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Sportbuzzer Neue Bult sieht Wunders Erfolg
Sportbuzzer Neue Bult sieht Wunders Erfolg
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00:15 17.06.2015
Von Carsten Schmidt
Spannende Rennen auf der Neuen Bult. Quelle: Florian Petrow
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Langenhagen

Selbst Gregor Baum war noch Minuten nach dem Zieleinlauf beeindruckt. „Das war ein tolles Rennen“, sagte der Präsident des Hannoverschen Rennvereins über den Großen Preis der VGH-Versicherungen über 1900 Meter, dem gestrigen Hauptrennen auf der Neuen Bult in Langenhagen. Baum war erfreut, dass mit neun Startern ein ansehnliches Feld dieses mit 25 000 Euro dotierte Listenrennen in Angriff genommen hatte. Und er zollte der Siegerin Respekt. Die vierjährige Stute Wunder aus dem Gestüt Görlsdorf zog mit einem wunderbaren Endspurt unwiderstehlich aus der zweiten Hälfte des Feldes nach vorn und gewann souverän.

Spektakel auf der Neuen Bult: Der VGH-Renntag war ein voller Erfolg.

Der Name der Stute, die von Markus Klug vorbereitet wird, trog allerdings etwas: Ein Wunder war ihr Erfolg nicht, sie hatte schon im vergangenen Jahr mit drei Siegen ihre Klasse gezeigt. Und Klug hatte schon im Vorfeld Optimismus gezeigt. „Sie ist gut drauf, wenn auch noch nicht bei 100 Prozent, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass sie gut läuft“, sagte der Trainer. Die Plätze 2 und 3 gingen an die Ittlingerin Global Wand und Lovely Story aus Frankreich, sie gehört Scheich Mohammed al Maktoum.

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Die größte Schau bot allerdings im 5. Rennen des VGH-Renntages die Stute Holy Moly von Andreas Wöhler. Sie deklassierte im Ausgleich III über 1750 Meter die Konkurrenz um sieben Längen, Zweiter wurde der gescheckte Hengst Silvery Moon. Die Stute blieb damit auch bei ihrem zweiten Auftritt auf der Rennbahn ungeschlagen. Es ist eine Frage der Zeit, wann sie höherklassige Prüfungen laufen wird. Im Sattel von Holy Moly saß Jockey Eduardo Pedroza, der einen guten Arbeitstag hatte. Er ritt auch Wunder und den Sieger des 2. Rennens, Incantator.

Nicht zu kurz kamen vor 8600  Besuchern die Coaches aus dem benachbarten Trainingszentrum. Hans-Jürgen Gröschel strahlte schon nach dem 1. Rennen. Dort setzte sich die von Wladimir Panov gerittene Stute Amadela, die Gröschel im benachbarten Trainingszentrum betreut, klar durch. Im 3. Rennen freute sich das Gestüt Brümmerhof über den Erfolg von North Sea, in dessen Sattel Filip Minarik saß. Zudem gingen zwei 2. Ränge an Pferde aus dem Gestüt in Soltau – an Global Love im 2. Rennen und Glam Rock im Schlusswettbewerb des Tages. Gröschel verbuchte eine weitere Top-drei-Platzierung im 3. Rennen. Funky Groove und

Panov schoben sich im Endspurt aus hinterer Position noch auf den 3. Platz vor. Das Pferd gehört der hannoverschen Besitzergemeinschaft Club Neue Bult.
Shimrano nährt Derbyhoffnungen: Der Traum von einem hannoverschen Klassikererfolg im Galoppsport nimmt Formen an. Shimrano, der in Langenhagen von Paul Harley trainiert wird, gewann am Sonntag in Köln das mit 70.000 Euro dotierte Oppenheim-Union-Rennen. Der dreijährige Hengst, der vom Gestüt Brümmerhof an die Australia Racing Stables verpachtet ist, setzte sich in der wichtigsten Vorprüfung zum deutschen Galoppderby in Hamburg klar vor dem Ittlinger Areo durch. Im Sattel von Shimrano saß Adrie de Vries. Der Niederländer soll den Hengst auch in Hamburg reiten, der dort gemeinsam mit dem Fährhofer Quasillo – in Köln wegen einer Hufprellung nicht am Start – als Favorit gilt. „Ich erwarte bis Hamburg noch eine Verbesserung von Shimrano“, sagte Harley bei der Siegerehrung. Und de Vries urteilte über den Hengst: „Neben den beiden Startern von Andreas Wöhler ist er für mich das Pferd für das Derby.“    

Ergebnisse

1. Rennen: Amadela (W. Panov) – Dorola – Carmelita Aesculap; Siegwette 68:10; Platzwette 31, 23:10; Zweierwette 379:10; Dreierwette 1075:10.
2. Rennen: Incantator (E. Pedroza) – Global Love – Sign your Name; 12:10; 10, 10:10; 22:10; 33:10.
3. Rennen: North Sea (F. Minarik) – Dinvar – Funky Groove; 25:10; 14, 16:10; 62:10; 173:10.
4. Rennen: Rock my World (A. Pietsch) – Abbey – Alandia; 28:10. 12, 17, 14:10; 190:10; 830:10.
5. Rennen: Holy Moly (E. Pedroza) – Silvery Moon – Spicy; 14:10; 10, 11:10; 44:10; 751:10.
6. Rennen: Wunder (E. Pedroza) – Global Wand – Lovely Story; 19:10; 14, 46, 14:10; 505:10; 2198:10.
7. Rennen: Swift Return (D. Porcu) – Fusco – D’Este; 55:10; 21, 27, 16:10; 372:10; 1494:10.
8. Rennen: Risalto (F. da Silva) – Glam Rock– Ciocco Wonder; 33:10; 20, 17:10, 16:10; 148:10; 220:10.
(ohne Gewähr)

Wettumsatz: 159 046,91 Euro

96 hat das schnellste Maskottchen

Es war ein perfekter Auftritt der Maskottchen. Ihr Hindernisrennen auf der Rennbahn in Langenhagen brachte die Zuschauer zum Schmunzeln und Raunen – und es fügte sich auch noch perfekt, dass Schweißhund Eddi gewann. Der Glücksbringer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96, populärster Sportclub in der Landeshauptstadt und auch eine alte Liebe von Gregor Baum, dem Präsidenten des Hannoverschen Rennvereins (HRV), überquerte als Erster die Ziellinie vor Scorpi vom Eishockey-Oberligisten Hannover Scorpions, der im Endspurt noch Max Moorfrosch (Sparkasse) abkochte.

Es gab viel zu flachsen nicht nur unter den Personen, die in den Kostümen der elf Maskottchen steckten. Auch Ulli Potofski, Renntagsmoderator und sportliches RTL-Urgestein, ging ein flotter und frecher Spruch über die Lippen,während der Eddi-Darsteller auf dem Siegerpodest einen Wanderpokal in die Höhe stemmte: „Das war der größte sportliche Erfolg von 96 seit zwanzig Jahren.“ Die letzte Trophäenpräsentation bei den „Roten“ geschah ja tatsächlich 1992, als der DFB-Pokal gewonnen wurde.

Ungezwungen familiär war das Motto, unter dem der gesamte VGH-Renntag stand. HRV-Präsident Baum lobte den Renntagssponsor als „verlässlichen und zuverlässigen Partner. Es macht Spaß, mit Ihnen den Renntag zu organisieren“, sagte Baum an den Vorstandvorsitzenden der VGH-Versicherungen, Hermann Kasten, gewandt. Und Kasten gab das Lob zurück: „Wir freuen uns, dass wir in diesem Ambiente einen schönen Tag verleben dürfen“, sagte er.

Richtig gut gefiel es auch Franz Prinz von Auersperg, der einen besonderen sportlichen Teilnehmer mitgebracht hatte – den Schecken Silvery Moon. Das weiß-braun gefleckte Pferd schob sich im Preis der VGH-Vertretung Martin Maly, Aerzen (Ausgleich III) auf den 2. Platz. „Ich hatte schweißnasse Hände“, sagte von Auersperg nach dem spannenden Finale, in dem sein Hengst vom letzten Platz fast nach ganz vorn galoppierte. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“

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