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Sportbuzzer Verteidiger Arne Friedrich spricht über Veränderungen bei den Wolfsburgern
Sportbuzzer Verteidiger Arne Friedrich spricht über Veränderungen bei den Wolfsburgern
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20:57 03.02.2011
Der Wolfsburger Arne Friedrich spricht im Interview über das bevorstehende Spiel gegen Hannover 96.
Der Wolfsburger Arne Friedrich spricht im Interview über das bevorstehende Spiel gegen Hannover 96. Quelle: dpa
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Herr Friedrich, in den vergangenen Tagen war viel los beim VfL Wolfsburg. Konnten Sie beim Training Ihre neuen Mitspieler schon alle mit dem Vornamen ansprechen?
Von Mbokani konnte ich mir bislang nur den Nachnamen merken, obwohl der schwieriger auszusprechen ist als der Vorname (Dieudonne, d.Red.).

Sechs Neuzugänge auf dem letzten Drücker, das sieht nach Panik aus ...
Im letzten Spiel gegen Dortmund standen drei angeschlagene Spieler in der Startelf. Das wollen wir in Zukunft vermeiden. Gerade in der Offensive haben wir jetzt mehr Alternativen, zudem mehr Qualität in der Breite. Mit Panik hat das nichts zu tun.
Sechs neue Spieler aus sechs verschiedenen Ländern: Kommt da auf Sie als Führungsspieler eine besondere Aufgabe zu?
Natürlich übernehme ich meinen Teil. Aber ich kann auch nicht alles machen. Mit Yohandry Orozco etwa ist es schwierig, sich zu unterhalten, weil er nur Spanisch spricht. Da hilft man sich dann mit Gesten.

Wird sich das Gesicht der Wolfsburger Mannschaft beim Gastspiel in Hannover sehr verändern?
Das ist schwer zu sagen, weil wir in unterschiedlichsten Formen trainiert haben. Für uns ist es wichtig, dass wir genügend Spieler haben, um verschiedene Systeme zu spielen.

Nach der WM im Sommer mussten Sie sich an der Bandscheibe operieren lassen, beim Rückrundenstart gegen die Bayern haben Sie nach Ihrem Wechsel von Berlin nach Wolfsburg Ihr erstes Spiel für den VfL gemacht. Welche Situation war schwerer zu ertragen: die lange Verletzungspause oder der Abstieg mit Hertha BSC?
Das kann man nicht vergleichen. Es waren beides keine schönen Dinge, aus denen ich aber viel lernen konnte. Beim Abstieg mit Hertha viel über den Umgang mit der Presse, die Sachen losgetreten hat, die einfach nicht stimmten und ich gedacht habe: Schlimmer kann es nicht werden. Und durch die Verletzung weiß man erst wieder richtig zu schätzen, wie schön der Beruf Fußballer ist.

Von Ihnen stammt der Satz: „Ich glaube, dass ich relativ krisenerprobt bin.“ Hilft diese Eigenschaft zurzeit auch in Wolfsburg?
Klar haben wir uns das alle in Wolfsburg anders vorgestellt. Aber wir arbeiten daran, dass wir da unten herauskommen.

Mit der Hertha haben Sie in der vergangenen Saison nur gegen ein Team zweimal gewonnen: gegen Hannover. Ist 96 Ihr Lieblingsgegner?
Hannover gibt ein ganz anderes Bild ab als in der vergangenen Saison. Da sieht man, was erreicht werden kann, wenn man als Mannschaft zusammenrückt. Ich glaube, dass der Tod von Robert Enke noch lange Zeit eine Rolle gespielt und sich die Mannschaft dann nach der Rettung zusammengerauft hat. Und plötzlich läuft es. So viele neue Spieler sind ja nicht dazugekommen.

Sie waren als Nationalspieler bei der Trauerfeier von Robert Enke in Hannover. Haben Sie noch die Bilder davon im Kopf, wenn Sie bei 96 spielen?
Ich hatte ja schon vor einem Jahr ein Spiel in diesem Stadion. Natürlich habe ich daran gedacht. Aber dann konzentriert man sich aufs Spiel.

Wissen Sie schon, was Sie am kommenden Mittwoch machen?
Ja, da werde ich bei der Nationalmannschaft sein, der Bundestrainer will mich für das Testspiel gegen Italien nominieren.

Wie wichtig sind Ihnen Respekt und Anerkennung?
Ein absolutes Muss. Innerhalb der Mannschaft und auch im Umgang mit anderen Menschen.

Auf dem Weg in Ihre Heimat Bad Oeynhausen wäre nach Berlin und Wolfsburg auf der A 2 Hannover der nächste logische Stopp ...
Den werde ich am Samstag auch machen.

Da bleiben Sie aber nur kurz.
Meine Tendenz geht dann eher wieder in die andere Richtung, nach Berlin.

Interview: Christian Purbs