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Sportbuzzer WM-Finale: Deutsche schauen nur zu
Sportbuzzer WM-Finale: Deutsche schauen nur zu
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11:30 10.10.2010
Der Belgier Philippe le Jeune gewann WM-Gold. Quelle: dpa

Mit müdem Blick saß Carsten Otto-Nagel auf der Tribüne und schaute enttäuscht auf die Medaillen-Entscheidung. Denkbar knapp hatte der 48-Jährige das WM-Finale der besten vier Springreiter verpasst. Er erlebte in Lexington nur noch als Zuschauer, wie der Belgier Philippe le Jeune den Titel feierte und jubelte. „Es ist bitter, wenn man so nah dran ist“, sagte der fünftplatzierte Nagel.

Dem Rausch nach dem Mannschafts-Titel folgte ein kleiner Kater. Die Einzel-Entscheidung fiel ohne deutschen Teilnehmer. „Natürlich hatte ich darauf gehofft, dabei zu sein“, sagte Nagel. Sein Pferd habe „nur eine Stange berührt - und die ist dann gefallen“. Nagel versuchte, das Positive zu suchen: „Noch schlimmer ist es, zu reiten und dann Vierter zu werden“.

Trotz des verpassten Finales musste Nagel sich am Samstagabend so vorbereiten, als wenn er mitreiten würde. Als Ersatzmann musste er sich bis zum Start bereithalten und sein Pferd warm machen, für den Fall eines Ausfalls. „Wenn ich es mir hätte aussuchen können, hätte ich das nicht gemacht“, sagte Nagel. Er brachte sein Pferd in den Stall, als das Final-Quartett im Stadion eingeritten war.

Der Bundestrainer fand tröstende Worte. „Ich kenne das Gefühl“, sagte Otto Becker, der vor zwanzig Jahren bei der WM in Stockholm ebenfalls als Fünfter am Vierer-Finale mit Pferdewechsel gescheitert war. Zuspruch gab es für Nagel auch von seiner Teamkollegin und ehemaligen Schülerin Janne-Friederike Meyer. „Dank dir sind wir Mannschafts-Weltmeister“, sagte die 29-Jährige und nahm ihn in den Arm. Nagel entgegnete: „Und wegen dir.“

Das Team-Gold war der beste Trost für Nagel. „Ich will mich nicht beklagen“, sagte der Vize-Europameister. „Erster mit dem Team und Fünfter im Einzel, das ist trotzdem ein Riesenergebnis für mich und mein Pferd.“ Auch der Bundestrainer war insgesamt zufrieden. „Das Fazit ist sehr positiv“, kommentierte Becker. „Wir alle sind echt ein Team“, sagte er und bezog Co-Trainer Heinrich Hermann Engemann und Tierarzt Jan Hein Swagemakers ausdrücklich mit ein.

Nagel schaute nach vorne: „Vielleicht schaffen wir es beim nächsten Mal. Wir sind ja noch jung“, sagte der 48-Jährige milde lächelnd über sich und seine zwölfjährige Stute. „Zumindest fühle ich mich jung.“

Überraschend und überlegen gewann le Jeune den Titel. Der 50 Jahre alte Reiter aus Belgien blieb im Finale mit Pferdewechsel als einziger fehlerfrei. Silber und Bronze gingen an Abdullah al Sharbatly aus Saudi Arabien (8 Strafpunkte) und Eric Lamaze (9) aus Kanada. Vierter wurde Ex-Weltmeister Rodrigo Pessoa (12).

Die anderen drei Starter des deutschen Gold-Teams landeten weit hinten. Zweitbester war Marcus Ehning auf Rang 16. Trotz einer Bänderdehnung und eines Blutergusses war er am Freitag auch zum zweiten Umlauf angetreten. „In der letzten Runde hat er gezeigt, dass er es kann“, sagte Ehning über sein Pferd Plot Blue.

Nach vier Umläufen mit je vier Strafpunkten blieb Ehning mit dem Hengst fehlerfrei. „Das war ein schöner Abschluss, ich fahre als Mannschafts-Weltmeister nach Hause“, sagte der 36 Jahre alte Weltcup- Sieger. Janne-Friederike Meyer und Meredith Michaels-Beerbaum gaben nach der ersten Runde auf, um ihre Pferde zu schonen, und kamen auf die Plätze 25 und 30.

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