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Sportbuzzer Warm laufen für die WM
Sportbuzzer Warm laufen für die WM
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18:30 20.04.2012
Von Björn Franz
„Da gibt es noch so viele Fragezeichen“: Bundestrainer Jakub Kölliker beim Training. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Jakub Kölliker ist derzeit etwas zu beneiden. Der Trainer der deutschen Nationalmannschaft befindet sich in der heißen Phase der WM-Vorbereitung, doch im Fokus stehen im deutschen Eishockey derzeit andere Dinge. Das Finale der Meisterschaft etwa, in dem sich noch mindestens bis Sonntag Berlin und Mannheim gegenüberstehen. Oder die Gerüchte über den Verkauf einer Erstligalizenz nach Landshut beziehungsweise Schwenningen, die es erst in Hannover gab und die nun München erreicht haben. Kölliker steht mit seinem Team im Schatten dieser Themen - und kann bei den Testspielen gegen Dänemark am Sonnabend (19.30 Uhr) in Kassel und am Sonntag (16.45 Uhr/beide live bei Sport1) in der hannoverschen TUI Arena in aller Ruhe weiter an seinem WM-Kader basteln.

Doch das ist gar nicht so einfach. Denn der Schweizer, der den Posten im vergangenen Sommer von Uwe Krupp übernahm und auf seine ersten Titelkämpfe als Cheftrainer zusteuert, weiß nicht genau, wie viele Spieler noch zum aktuellen Team dazustoßen werden. „Da gibt es noch so viele Fragezeichen“, sagt Kölliker, der weder weiß, in welcher Verfassung die Berliner und Mannheimer Profis aus der Finalserie kommen, noch ob der eine oder andere Spieler aus Nordamerika rechtzeitig aus den dortigen Play-offs ausgeschieden ist und sich dann für einen Abstecher nach Europa begeistern kann.

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Gut möglich also, dass die deutsche Mannschaft Anfang Mai weitgehend in der Besetzung zur WM fliegen wird, die morgen in Hannover zu sehen ist. Definitiv fehlen wird Kapitän Michael Wolf, der gestern wegen einer Fußverletzung für das Turnier in Schweden und Finnland absagen musste - und Kölliker damit das nächste Fragezeichen bescherte. Denn wer im deutschen Team in Abwesenheit der Torjägers für die nötigen Erfolgserlebnisse sorgen soll, kann niemand so recht beantworten. „Wir hadern noch ein wenig mit unserem Offensivspiel“, sagt der Bundestrainer, dessen Mannschaft in den vergangenen drei Spielen jeweils nur zwei Treffer erzielte. Auch die Tatsache, dass es dabei gegen Russland und zweimal Tschechien nach regulärer Spielzeit remis stand und es lediglich Niederlagen nach Verlängerung beziehungsweise Penaltyschießen gab, täuschte ihn nicht über die mangelnde Durchschlagskraft hinweg. „Verloren ist verloren“, meint Kölliker nüchtern.

Weniger Kopfzerbrechen macht ihm da schon die Hintermannschaft - speziell die Torwartposition. Auf der hat der Schweizer mit Dennis Endras, dem Hannoveraner Dimitri Pätzold und Dimitri Kotschnew drei starke Spieler zur Verfügung - und darf sogar noch auf die Nachrücker Rob Zepp (Berlin) und Thomas Greiss (San Jose) hoffen. Dass Pätzold heute in Kassel auf der Tribüne sitzt und auch bei seinem Heimspiel am Sonntag nicht zum Einsatz kommen wird, darf durchaus als positives Zeichen für seine WM-Chancen gewertet werden. Zumal Kölliker voll des Lobes für den Scorpions-Keeper ist: „,Dimi‘ hat zuletzt sehr gut gespielt“, sagt er - und lässt Pätzold nun ein paar Tage im Schatten.