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Sportbuzzer Waspo 98 darf vom Achtelfinale träumen
Sportbuzzer Waspo 98 darf vom Achtelfinale träumen
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22:48 17.10.2014
„Die Jungs waren alle super“: Waspo-Torwart Roger Kong (l.) und der überragende Predrag Jokic (3. v. l.) wehren mit vereinten Kräften einen Belgrader Angriff ab. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Als der letzte Angriff von Roter-Stern Belgrad in der Abwehr von Waspo 98 Hannover hängengeblieben war, gab Marko Bolovic noch einmal richtig Gas. Der 23-Jährige schwamm mit dem Ball vor sich einfach nur noch möglichst weit weg vom eigenen Tor, während auf der Uhr die letzten Sekunden des Spiels herunterliefen. Und als die Schlusssirene den 11:10 (3:3, 2:2, 4:1, 2:4)-Sieg der Hannoveraner im ersten Gruppenspiel der Champions-League-Qualifikation besiegelte, da warf Bolovic den Ball kurzerhand vor Freude in hohem Bogen in Richtung Tribüne des Stadionbades, auf der knapp 400 Zuschauer den Überraschungscoup der Gastgeber über den serbischen Double-Sieger feierten.

Während seine Spieler sich im Wasser in den Armen lagen, genoss Waspo-Präsident Bernd Seidensticker den Erfolg seines Teams am Beckenrand zumindest äußerlich gelassen. „Für mich ist es das Wichtigste, dass wir nicht nur reden, sondern auch machen“, sagte der oft wortgewaltige Klubchef, der für diese Saison den Angriff auf die beiden deutschen Spitzenteams aus Spandau und Duisburg sowie ein Ausrufezeichen im internationalen Wettbewerb angekündigt hatte. Und zumindest den zweiten Punkt haben die Hannoveraner nun tatsächlich vor Augen. Nach der Partie am heutigen Sonnabend (20 Uhr) gegen den wohl übermächtigen Favoriten Pro Recco aus Italien, der sich gestern am frühen Abend mit 14:8 gegen Spartak Wolgograd durchsetzte, könnte Waspo 98 am Sonntag (12.30 Uhr) im Stadionbad durch einen Sieg gegen den russischen Meister Wolgograd tatsächlich zum ersten Mal in die Achtelfinal-Runde der Champions League einziehen. Dazu müssten die Gastgeber mindestens den 2. Tabellenplatz erreichen.

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Dass die Mannschaft das Zeug dazu hat, das zeigte sie am Freitag eindrucksvoll. Und das lag vor allem an Neuzugängen wie Predrag Jokic. Der Weltklassespieler aus Montenegro, der seit Saisonbeginn für die Hannoveraner ins Wasser steigt, machte in den entscheidenden Phasen des Spiels, in dem sich bis ins dritte Viertel hinein keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen konnte, den Unterschied aus. In der Abwehr war der 31-Jährige neben Torhüter Roger Kong der große Stabilisator. Und vorne zeigte er spätestens in der 24. Minute seine Extraklasse. 3,4 Sekunden vor Viertelende legte Jokic den Ball aus der Distanz gefühlvoll genau in den rechten Winkel und brachte sein Team mit 9:6 in Führung.

Zwar mussten die Gastgeber danach in den letzten Minuten noch einmal ganz schön zittern, zumal sie eine Überzahlsituation durch Erik Bukowski viel zu schnell und überhastet abschlossen, sodass Belgrad noch einmal auf 10:11 herankam. Doch spätestens als Bolovic, der wie Jokic dreimal traf, sich mit dem Ball auf und davon machte, war die Überraschung perfekt. Und Trainer Karsten Seehafer wusste genau, bei wem er sich besonders zu bedanken hatte. „Die Jungs waren alle super. Aber bei Jokic sieht man einfach, dass er alles, was er macht, ganz bewusst tut“, sagte er. „Da ist kein einziges Zufallstor dabei.“

Tore für Waspo: Jokic, Bolovic (jeweils 3) Bukowski (2), Toth, Paunovic und Balatoni.

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