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Sportbuzzer Waspo ist wieder
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12:53 14.06.2017
DUELL IM WASSER:
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Hannover

An diesem Mittwochabend, wenn das Volksbad Limmer seine Tore für die Wasserball-Endrunde öffnet, werden Erinnerungen wach. An den Juni 1993. Damals strömten 2600 Menschen in das Freibad, um Waspo zum Titel anzufeuern – mit Erfolg.

Hannover feierte mit dem 5:3 im dritten Spiel gegen Delphin Wuppertal die Meisterschaft. Es ist die einzige geblieben. 24 Jahre später greift Waspo 98 erneut nach dem Sehnsuchtstitel. Und nur ein Sieg gegen Spandau 04 verhindert, dass sich die Berliner ihren 36. Meistertitel schnappen. Anwurf ist um 19.30 Uhr.

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Einen Matchball hat Hannover am Sonntag mit dem 14:12-Sieg in der Schwimmhalle Schöneberg bereits ab­gewehrt. Ein weiterer Erfolg an diesem Mittwochabend, dann stünde es in der Serie 2:2. Die Entscheidung würde am Sonnabend (16 Uhr) in der Hauptstadt fallen. Auf den finalen Heimvorteil „wollen und können wir uns nicht verlassen“, sagt Spandaus Manager Peter Röhle: „Wir haben das Momentum unnötigerweise aus der Hand gegeben und müssen jetzt alles dafür tun, es zurückzugewinnen.“

Die Waspo-Verantwortlichen spüren, dass der Rekord-Champion angeknackst ist. „Wir sind psychologisch jetzt im Vorteil. Spandau hat mehr zu verlieren als wir“, sagt Club-Chef Bernd Seidensticker, der Meistertrainer von 1993. Sein damaliger Spieler: Club-Vize und Trainer Karsten Seehafer. „Um Meister werden zu können, muss man einmal in der Kiste liegen. Wir lagen da mehrmals drin, sind immer rausgekommen, nun ist alles möglich“, sagt Seehafer. Auch Seidensticker ist davon überzeugt, dass sein Team noch lange nicht fertig ist: „Wir fahren nochmal nach Berlin.“

Das erste Spiel hatte Waspo mit 5:11 im Stadionbad vergeigt, im zweiten Duell gab es eine 11:12-Niederlage im Fünfmeterschießen. Seehafer erwartet wieder ein knappes Spiel: „Den Kampf haben wir nun angenommen, Niederlagen und Rückstände vertragen wir. Ich mag gar nicht daran denken, was passiert, wenn wir mal führen und die Überzahl funktioniert.“

Sportlich sind die Hannoveraner allerdings gehandicapt. Zwei Spieler, der Spanier Pere Estrany und der Niederländer Jorn Winkelhorst, sind gesperrt. Spandau tritt vollständig im Volksbad an, das nur Austragungsort ist, weil das Stadionbad – in dem die Waspo-Akteure eigentlich lieber spielen – wegen erneuter Renovierungsarbeiten nicht zur Verfügung steht.

Einen klaren Heimvorteil hat Waspo also an diesem Mittwochabend nicht. Aber vielleicht kann Hannover ja den Meister-Geist von 1993 aus dem Volksbad wiederbeschwören. Seidensticker rechnet mit bis zu 1000 Fans. Der Eintritt kostet acht Euro (ermäßigt fünf Euro).

Von Simon Lange