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Sportbuzzer Wasserballer vom W98/Waspo haben Spandau im Blick
Sportbuzzer Wasserballer vom W98/Waspo haben Spandau im Blick
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19:15 13.05.2011
Von Uwe Kranz
Daniele Polverino (li.) ist einer der letzten Routiniers im jungen Team der Waspo. Quelle: Florian Petrow
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„Eigentlich sind wir erst am Anfang unseres Weges“, sagt Bernd Seidensticker. Dabei steht der Trainer der SG W98/Waspo Hannover mit dem Wasserball-Bundesligisten am Freitagabend vor dem größten Erfolg seit neun Jahren. Im Jahr 2002 war Waspo zum dritten Mal in Folge im Finale um die deutsche Meisterschaft den WF Spandau 04 unterlegen gewesen. Die Nationalspieler Marc Politze und Sören Mackeben wechselten zu den Berlinern, und Waspo verschwand im Niemandsland der Liga. Zwar geht es am Freitag im Volksbad Limmer (19 Uhr) gegen den SV Würzburg 05 noch nicht um die Meisterschaft, wohl aber um die Bronzemedaille und die damit verbundene Qualifikation für den Europapokal. Und nach dem 10:7-Auswärtssieg im Spiel 1 am Mittwoch stehen die Chancen für eine schnelle Entscheidung gar nicht schlecht.

„Es läuft“, sagt Seidensticker zufrieden. „Die Spieler sind motiviert und verstehen sich untereinander gut. Das Gerüst steht jetzt – und wir wollen daraus eine große Mannschaft machen.“ Die Fehler der Vergangenheit hat Seidensticker, der auch 2002 bereits dabei war, nicht vergessen. „Die Versorgung der Mannschaft war damals nicht optimal. Jetzt sieht man aber, dass sich wieder etwas bewegt. Das ist aber auch ein großer zeitlicher und finanzieller Aufwand“, sagt der Trainer, der vor allem die Motivation der Spieler hervorhebt. „Die Spieler haben ein Studium und eine Freundin und sind trotzdem siebenmal die Woche im Wasser. Dazu kommt Krafttraining. Das lohnt sich. Hinten raus haben wir immer Konditionsvorteile.“

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So war es auch in der stimmungsgeladenen Halle in Würzburg, in der das junge Waspo-Team der Kulisse und dem aggressiven Gegner trotzte. „Ein solches Spiel so zu gewinnen – darauf bin ich stolz“, sagte Seidensticker, der mit seinem Trainerkollegen Karsten Seehafer alles auf ein schnelles Ende der Serie „best of three“ setzt. Sollte die heutige Partie dennoch verloren werden, würde Spiel 3 an gleicher Stelle (morgen, 16.30 Uhr) nötig werden. Ausfälle hat Seidensticker nicht zu beklagen. „Wenn der Erfolg da ist, gibt es keine Kranken“, sagt er.

Dieser Erfolg sorgt jedoch nicht nur bei den Spielern für ein breites Kreuz. So wagte Seidensticker in den vergangenen Tagen eine Attacke gegen Bundestrainer Hagen Stamm und warf dem Spandauer „mafiöse Strukturen“ in der Nationalmannschaft vor. Wichtige Posten seien mit Spandauer Weggefährten besetzt, und die Aussage Stamms, dass bei der WM nur Spieler aus Duisburg und Spandau im Kader stünden, gefiel Seidensticker gar nicht. „Das ist nicht gut für den Wasserball“, sagte der Waspo-Trainer. „Ich glaube aber, dass die Ära Stamm nach diesem Olympia-Zyklus vorbei ist.“

Dass Stamm seine Spieler Ingo Pickert, Ilja Immermann und Torwart Roger Kong trotz starker Leistungen nicht berücksichtigt, hat für Seidensticker System. „Wir werden für Spandau wieder gefährlich und müssen gedeckelt werden“, vermutet er und sieht die SG auf dem richtigen Weg. „Wir haben für die neue Saison bereits Anfragen von jungen Spielern. Unser Modell aus Wasserball und Arbeitsstelle hat sich herumgesprochen. Bestes Sprachrohr dabei ist Roger Kong.“ Der Keeper hatte im vergangenen Jahr als Anreiz für den Wechsel aus Spandau einen Arbeitsplatz in Hannover erhalten und mit seinen Leistungen Waspo den Berlinern ein weiteres Stück nähergebracht. Und am Ende dieses Weges könnte für Waspo irgendwann wieder ein Finale gegen Spandau stehen – genau wie vor neun Jahren.