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Sportbuzzer Welche Schlagzeilen wünschen Sie sich von RND.de, Herr Löw?
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Welche Schlagzeilen wünschen Sie sich von RND.de, Herr Löw?

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16:58 03.09.2019
Bundestrainer Joachim Löw während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Quelle: Getty Images
Hannover

Joachim Löw wirkt entspannt wie immer, als er RND.de mit seinem gewohnt festen Händedruck zum großen Interview ins Hotel „Stadt Freiburg“ in seiner Heimat begrüßt. Man hat das Gefühl, dass diesen Mann nichts mehr erschüttern kann – spätestens seit dem WM-Titel 2014. Selbst das historische Vorrundenaus 2018 in Russland hat er überstanden und ist motivierter denn je, es noch mal allen zu beweisen.

13 Jahre ist Löw inzwischen Bundestrainer, der mediale Rummel um seine Person für ihn längst Normalität. Interviews gibt er dennoch höchst selten, auch wenn sich die Anfragen beim DFB türmen. Für den Start von RND.de hat er sich Zeit genommen. Zuvor hat Löw sein Aufgebot für die kommenden EM-Qualifikationsspiele bekanntgegeben, mit Freiburgs Luca Waldschmidt einen Neuling berufen. Am Freitag (20.45 Uhr) steht in Hamburg der Klassiker gegen die Niederlande an, drei Tage später geht es für die Nationalelf in Belfast (20.45 Uhr) gegen den Tabellenführer Nordirland.

Nach einem rund einstündigen Interview legt RND-Fußballchef Heiko Ostendorp dem Bundestrainer elf (fiktive) Schlagzeilen vor, welche sich die Redaktion zuvor ausgedacht und bebildert hat. Es sind Schlagzeilen, die Löw gefallen dürften – aus allen Lebensbereichen. Natürlich geht es in den meisten Fällen um Fußball, um die Nationalmannschaft, um die Bundesliga. Aber wer Löw kennt, weiß, dass ihn durchaus auch Dinge wie der Klimawandel oder Politik beschäftigen. Deshalb hat das RND auch ein paar ressortübergreifende Schlagzeilen produziert, dazu einige persönliche. Am Ende musste sich der Bundestrainer für drei Wunschschlagzeilen entscheiden, die er demnächst gerne auf RND.de lesen würde.

Schlagzeile: „Marios zweiter Titel-Treffer: Götze wirklich besser als Messi“

Fußballspieler Mario Götze von Borussia Dortmund. Quelle: imago/Sven Simon

Löw: „Gefällt mir sehr gut. Mit Mario verbindet mich natürlich für immer die WM in Brasilien. Wer das entscheidende Tor für Deutschland in einem WM-Finale schießt, ist im Fußball eine lebende Legende. Er musste durch einige Tiefs durch, aber er stellt sich ihnen und meistert sie aus meiner Sicht großartig. Auch weil Mario sehr professionell an sich arbeitet, er hinterfragt und reflektiert sich sehr gut. Ich hoffe wirklich, dass er wieder in die Form kommt, in der er einmal war. Sie fragen mich, ob ich ihn abgeschrieben habe? Nein."

Das steckt hinter der Schlagzeile: Mit den legendären Worten: „Zeig der Welt, dass Du besser bist als Messi“ wechselte Joachim Löw Mario Götze im WM-Finale 2014 gegen Argentinien ein – der heutige Dortmunder traf in der Verlängerung tatsächlich zum 1:0. Zuletzt zählte Götze allerdings nicht mehr zum DFB-Aufgebot, er fehlt auch im Kader für die Länderspiele gegen die Niederlande und in Nordirland.

Schlagzeile: „Fußballwunder im Breisgau: SC Freiburg erstmals Deutscher Meister“

Die Spieler des SC Freiburg feiern mit den Fans vor der Nordkurve. Quelle: imago images / Eibner

Löw: „Das wäre mal was, wenn ich den SC Freiburg als Deutscher Meister sehen würde. Denn ich habe natürlich eine besondere Verbindung, vor allem auch zu Christian Streich, mit dem ich dort ein paar Jahre zusammengespielt habe. Ich finde einfach, dass sie es im Rahmen der Möglichkeiten richtig gut machen. Für mich als Trainer das Wichtigste: Man erkennt eine Handschrift. So spielt der SC Freiburg, sie lösen Dinge fußballerisch, obwohl sie häufig Mannschaften gegenüberstehen, die qualitativ besser sind – und sie haben Erfolg damit. Dazu bekommen sie die Verbindung Nachwuchs- und Profikader immer sehr gut hin. Hinter allem steht ein klares Konzept.“

Das steckt hinter der Schlagzeile: Löw wurde in Schönau im Schwarzwald geboren, begann seine Profikarriere 1978 beim SC Freiburg, bevor er 1980 zum VfB Stuttgart wechselte. 1985 kehrte er noch mal zurück und absolvierte in vier Jahren weitere 116 Spiele für den SCF. Mit dessen heutigem Trainer Christian Streich verbindet Löw eine Freundschaft.

Schlagzeile: „Endlich! Klimawandel erfolgreich gestoppt“

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Quelle: imago images / Müller-Stauffenb

Löw: „Der Klimawandel muss jeden einzelnen beschäftigen. Gerade jetzt, wenn man sieht, was in Brasilien passiert, was es an Umweltzerstörung passiert auf der Welt. Da ist jeder einzelne gefordert, seinen Teil beizutragen.“

Das steckt hinter der Schlagzeile: Löw ist sehr umweltbewusst, fährt beispielsweise am liebsten mit dem Zug auch zu Bundesligaspielen, obwohl ihm immer ein Fahrer zur Verfügung stünde. Die aktuellen Geschehnisse, vor allem in Brasilien, beschäftigen den Bundestrainer ungemein.

Schlagzeile: „Jürgen Klopp: Wenn Jogi aufhört, mache ich es“

Jürgen Klopp, Trainer beim FC Liverpool. Quelle: Getty Images

Löw: „Jürgen Klopp liefert seit Jahren super Arbeit ab, egal, wo er gerade ist, und das mit riesiger Leidenschaft und Hingabe. Mit seinen Fähigkeiten kann er jede Mannschaft der Welt trainieren. Es gibt schon ein paar Trainer in Deutschland, die nachgewiesen haben, dass sie die Nationalmannschaft trainieren könnten und auch von ihrer Denkweise und Philosophie gut wären – da gehört Jürgen definitiv dazu. Ich weiß nicht, wie seine Planung aussieht und glaube, dass er in Liverpool im Moment sehr glücklich ist."

Das steckt hinter der Schlagzeile: Jürgen Klopp gilt als der Topkandidat auf die Löw-Nachfolge als Bundestrainer. Mit Borussia Dortmund gewann er zweimal die Meisterschaft (2011, 2012), mit dem FC Liverpool holte Klopp im vergangenen Jahr die Champions League. Allerdings läuft sein Vertrag auf der Insel noch bis 2022.

Schlagzeile: „Kai Havertz sagt Europas Topklubs ab: Bleibe auch die nächsten Jahre in Deutschland

Fußballspieler Kai Havertz von Bayer 04 Leverkusen. Quelle: imago images / eu-images

Löw: „Einerseits wäre es sicher ein gutes Signal für die Bundesliga, wenn ein Spieler seiner Klasse hier spielt. Mit seinen Fähigkeiten traue ich Kai zu, bei jedem Klub der Welt zu spielen. Auch im Ausland kann er sich entwickeln und reifen, als Spieler genauso wie als Persönlichkeit. Wichtig ist, dass er regelmäßig auf höchstem Niveau spielt und wir bei der Nationalelf weiter Freude an ihm haben.“

Das steckt hinter der Schlagzeile: Leverkusens Super-Talent Kai Havertz (20) hätte in diesem Sommer so ziemlich zu jedem Topklub in Europa wechseln können, entschied sich aber, weiterhin in der Bundesliga zu bleiben. Für die meisten Experten ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis auch der nächste Hoffnungsträger ins Ausland abwandert.

Schlagzeile: „Wir sind wieder wer: Bayern und BVB im Champions-League-Finale

Die Fußballspieler Marco Reus von Borussia Dortmund und Robert Lewandowski vom FC Bayern München Quelle: Getty Images

Löw: „Das würde mich natürlich freuen, aber bis ins Finale zu kommen, ist so schwer, da muss alles passen, da braucht man auch mal Glück. Unter den letzten vier, sechs, acht Klubs geht es so eng zu, da ist alles möglich. Fakt ist: Bayern und der BVB haben sich noch mal verstärkt und müssen sich hinter den anderen Topklubs in Europa sicher nicht verstecken.“

Das steckt hinter der Schlagzeile: Die letzte deutsche Mannschaft, die die Champions League gewann, war der FC Bayern München 2013 – im deutsch-deutschen Finale im Londoner Wembleystadion gegen Borussia Dortmund (2:1). Seitdem verabschiedeten sich die deutschen Teilnehmer spätestens im Halbfinale der Königsklasse. In diesem Jahr sind neben Bayern und dem BVB noch Bayer Leverkusen und RB Leipzig in der Gruppenphase am Start.

Schlagzeile: „Comeback des Jahres: Obama sägt Trump ab und wird wieder US-Präsident“

Der ehemalige US-Präsident Barack obama. Quelle: imago/Aurora Photos

Löw: „Ich fand Obama einen sehr guten Präsidenten. Er hat so viele Dinge versucht, auch gegen Widerstände in die richtigen Bahnen zu lenken. Das fand ich beeindruckend. Er hat eine unglaubliche Aura, ist sehr empathisch und strahlt eine große Glaubwürdigkeit aus.“

Das steckt hinter der Schlagzeile: Löw ist bekennender Fan des ehemaligen US-Präsidenten.

Schlagzeile: „Gipfelstürmer! Löw erklimmt den Mount Everest

Diese Schlagzeile wird wohl nie zu lesen sein. Quelle: imago/Westend61

Löw: „Das werde ich nicht mehr schaffen, da kenne ich meine Grenzen. Meine Zeit in der Höhe ist vorbei. Weil ich weiß, was für eine Anstrengung schon der Kilimandscharo bei 6000 Metern war – und das ist schon über zehn Jahre her. Der Mount Everest mit seinen über 8800 Metern ist der Wahnsinn, das ist Todeszone – da würde ich mich nicht reinwagen. So sehr mich der Mythos Mount Everest auch fasziniert.“

Das steckt hinter der Schlagzeile: 2003 bestieg Löw mit einem Freund und zwei Helfern den Kilimandscharo in Tansania. "Das anstrengendste Erlebnis, das ich je hatte", hat Löw den mutmaßlichen Höllentrip später genannt. Die 5895 Meter legte er nach eigener Aussage in fünf Tagen zurück, am sechsten erreichte der damals 43-Jährige den Gipfel.

Schlagzeile: „Jogi jetzt Pilot: Löw fliegt DFB-Team zur WM 2022 nach Katar

Jogi Löw ist im Besitz des kleinen Pilotenscheins. Quelle: imago/Aviation-Stock

Löw: „Ich bin erst beim kleinen Pilotenschein und muss den erst mal fertigmachen. Selbst da bin ich noch nicht so weit, deshalb wird es mit 2022 auf jeden Fall eng… (lacht)."

Das steckt hinter der Schlagzeile: Das Fliegen und die damit verbundene Freiheit fasziniert Löw seit seiner Kindheit. Nach dem Titelgewinn 2014 entschied er sich, den Pilotenschein zu machen und begann damit ein Jahr später. Abgeschlossen hat er ihn noch nicht, das Starten und Landen bekommt er laut eigener Aussage aber schon ganz gut hin.

Schlagzeile: „Endlich! Özil entschuldigt sich beim DFB

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Mesut Özil. Quelle: Getty Images

Löw: „Grundsätzlich finde ich das Thema einfach bedauerlich für uns alle. Mesut hatte Millionen Fans in Deutschland, wurde mehrmals hintereinander von den Fans zum Nationalspieler des Jahres gewählt. Wir hatten phantastische gemeinsame Jahre mit dem WM-Sieg als Höhepunkt. Ich hätte ihm einen anderen Abgang aus der Nationalmannschaft gewünscht.“

Das steckt hinter der Schlagzeile: Löw machte Mesut Özil zum Nationalspieler, gilt als sein größter Fan und Förderer. Auch nach der Affäre um Özils Foto mit dem türkischen Despoten Recep Tayyip Erdogan hielt er zu seinem Spielmacher und nahm ihn entgegen vieler Proteste mit zur WM nach Russland. Nach dem Desaster trat Özil zurück – und öffentlich gegen den DFB nach. Bis heute hat es Löw trotz mehrfacher Versuche nicht geschafft, mit Özil persönlich darüber zu reden.

Schlagzeile: „Irre Wende: Merkel hängt noch eine Amtszeit dran“

Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: Getty Images

Löw: „Ich bin ein großer Bewunderer von ihr als Person und von dem, was Frau Merkel geleistet hat, absolut. Was für mich gerade in der heutigen Zeit bei Politikern wichtig ist: Glaubwürdigkeit. Dafür steht sie, sie ist absolut authentisch. Man muss nicht immer mit allen Entscheidungen einverstanden sein, aber eine hohe Glaubwürdigkeit ist wichtig.“

Das steckt hinter der Schlagzeile: Mit Angela Merkel verbindet Löw inzwischen fast so etwas wie eine Freundschaft. Regelmäßig ist er bei der Bundeskanzlerin zum Essen eingeladen – dann gibt es sein Leibgericht: Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln. Bei großen Turnieren lässt sich Merkel gerne in der Kabine der Nationalelf blicken – wie nach dem WM-Sieg 2014.

Und das sind die drei Wunschschlagzeilen von Jogi Löw:

- „Endlich! Klimawandel erfolgreich gestoppt“- „Fußballwunder im Breisgau: SC Freiburg erstmals Deutscher Meister“- „Marios zweiter Titel-Treffer: Götze wirklich besser als Messi“ Quelle: AKE

Von Heiko Ostendorp/RND

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