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Fit & Gesund Impfen und Hygiene schützen vor vielen Infekten
Thema F Fit & Gesund Impfen und Hygiene schützen vor vielen Infekten
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22:52 27.03.2017
Keime als Thema: Dr. Matthias Pulz (Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, von links) spricht am Anfang, Prof. Dr. Martin Bauer (Chefarzt Klinik Anaesthesiologie, Intensivmedizin), Dr. Uwe Mai (Ärztlicher Direktor KRH Labor für Mikrobiologie), Dr. Thomas Vorwerk (Leiter KRH Zentralapotheke), Dr. Martin Memming (Direktor Robert Koch Institut Gehrden). Quelle: Kutter

Überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen – in der U-Bahn zum Beispiel oder ganz besonders auf Flughäfen – besteht die erhöhte Gefahr einer Infektion. Sich gegen jeden Keim schützen zu können, ist eine Illusion. Allerdings: „Für einen gesunden Menschen sind die meisten Viren und Bakterien aber ungefährlich“, beruhigte Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, beim HAZ-Gesundheitsforum „Globalisierte Gesundheit – Keime kennen keine Grenzen“.

Im HAZ-Gesundheitsforum diskutieren Experten über Keime, Händewaschen – und klären auf.

Vor rund 80 Zuhörern referierte und diskutierte eine hochkarätig besetzte Expertenrunde über lebensbedrohliche Erreger wie Ebola und SARS, über die Zunahme von Tuberkuloseerkrankungen durch Flüchtlinge, Impfmüdigkeit und Infektionsrisiken in Verbindung mit Fernreisen. Insbesondere das Zikavirus, das in den vergangenen Jahren in Mittel- und Südamerika zu hundertfachen Missbildungen bei Neugeborenen führte, geriet weltweit in die Schlagzeilen und führte auch zu Reisewarnungen in die betroffenen Länder.

„Durch einfache Hygieneregeln wie Händewaschen und einen angemessenen Impfschutz können solche Risiken stark minimiert werden“, führte Pulz weiter aus. Grundsätzlich verhindern ließen sie sich aber nicht. „Jedes Land hat seine spezifischen Krankheiten“, sagte Prof. Martin Bauer, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie im Nordstadtkrankenhaus des Klinikums Region Hannover (KRH). Die Kliniken seien bemüht, Patienten mit hochgefährlichen Infektionen bereits in den Notfallaufnahmen aufzuspüren und zu isolieren.

Einen breiten Raum des Abends nahmen Infektionen durch antibiotikaresistente Erreger wie MRSA ein, die Ärzten und Patienten vor allem in Kliniken zu schaffen machen. Während MRSA-Keime seit 2015 auf dem Rückzug sind, bereiten sogenannte gramnegative Erreger den Medizinern Sorgen – im gesamten Bundesgebiet, führte Uwe Mai, Direktor des KRH-Instituts für Krankenhaushygiene, aus. Sie seinen stark resistent und kaum zu therapieren. Die Zunahme der entdeckten Keime führten die Experten auch auf die wachsene Zahl der untersuchten Patienten zurück. „Wir treiben einen hohen Aufwand, die Keime zu finden mit der Folge, dass auch viele entdeckt werden“, erklärte Martin Memming, Chefarzt des Klinikums Robert Koch in Gehrden.

Um Resistenzen zu vermeiden, müssten Antibiotika wesentlich verantwortungsvoller eingesetzt werden. In der Tiermast ist das offenbar in ersten Ansätzen gelungen. „Zwischen 2014 und 2015 sank der Antibiotikaeinsatz bei Mastschweinen, Ferkeln und Hühnern um 50 Prozent. „Ein Vorbild und Ansporn für die Humanmedizin“, sagte Pulz.

von Veronika Thomas

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