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Fit & Gesund Das sind die Achtsamkeitsthesen von Nina Ruge
Thema F Fit & Gesund Das sind die Achtsamkeitsthesen von Nina Ruge
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14:31 29.03.2017
HAZ-Gesundheitsforum mit Nina Ruge. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Rund 200 Gäste – in der Mehrzahl weiblich –  sind in das Pressehaus in Bemerode gekommen, um sich von der redegewandten Autorin in die Welt der eigenen Wahrnehmung entführen zu lassen.

Das HAZ-Gesundheitsforum mit Nina Ruge und Hannah Suppa

Zunächst geht es um das Doppelleben der Nina R. „Ich habe relativ früh gespürt, dass es da mehr gibt, als den Verstand.“  Und so steht dieser auf der einen Seite ihrer Persönlichkeit,  die Suche nach der inneren Spur des Lebens auf der anderen. „Wir dürfen diese andere Seite einfach nicht vernachlässigen“, sagt die 60-Jährige, die ihre Zuhörer mit Charme und Witz schnell für sich gewinnen kann.  

Suche nach dem Glück

Nina Ruge geht mit dem Publikum auf die Suche nach dem persönlichen Glück. „Nach einem Gefühl, einer Grundhaltung, die man möglichst immer spüren möchte.“ Der interaktive Ansatz kommt an. „Angstfrei leben“ oder „den Alltag nicht so ernst nehmen“ sowie „Liebe nehmen und geben“ lauten die Antworten  der Teilnehmer.  Ruge möchte die persönliche Lebenssehnsucht ihrer Zuhörer zum Vorschein bringen, damit diese sich auf dieses Gefühl konzentrieren können. Und  damit sie lernen, die vielen Gedankenfetzen, die sie von ihren Empfindungen trennen, in Schach zu halten. Ihre Theorien untermauert die studierte Lehrerin immer wieder mit kleinen praktischen Beispielen aus der eigenen Biografie. Ruge versucht etwa nach dem Aufwachen erst mit sich selbst in Kontakt zu kommen und sich über den kommenden Tag zu freuen. „Und nicht daran zu denken, was alles auf der To-Do-Liste steht.“

HAZ-Gesundheitsforum mit Nina Ruge und Hannah Suppa Quelle: Schaarschmidt

Lebenshilfen von Einstein

Das Publikum kommt zudem in den Genuss eines schweigsamen Spaziergangs an der Isar sowie einen Auftritt von Ella Fitzgerald – ganz eins mit  sich, der Musik, der Melancholie und dem Leben. Aber Nina Ruge nimmt es ihren Zuhörern auch nicht übel, wenn sie ihren Weg nicht mitgehen. „Sie können das alles machen und glauben oder auch nicht.“ Aber die meisten fühlen sich angesprochen von der Idee, den Verstand öfter einmal zugunsten der Selbstwahrnehmung auszuschalten.

Und Ruge gesteht offen, viele ihrer Leitthesen  „geklaut“ zu haben: Von Einstein, von Camus, von Buddha. Viele davon finden sich in ihrem 23. Buch – Der unbesiegbare Sommer in uns – und viele haben ganz einfache Botschaften. Etwa, dass man bestimmte Dinge nimmt, wie sie sind, Nicht  nur das Wetter. „Und ein Wochenende ohne zu meckern ist eine echte Herausforderung.“ Daraufhin wird erst einmal gar nicht mehr gesprochen im Pressehaus – Nina Ruge lädt ihr Publikum zur Meditation und alle machen mit. Vier Minuten Schweigen.

Zum Abschluss möchte Hannah Suppa wissen, ob die Theorien der Selbstwahrnehmung  in einer unsicheren und schwierigen Welt auch so einfach ihren Platz finden. „Ich beziehe mich nur auf das persönliche, nicht etwa auf das politische Leben“, betont Ruge. Aber auch Teile des politischen Alltags könnten Menschen individuell mitbestimmen mit ihrem Engagement. Auch das Publikum kommt noch zu Wort, das weibliche mit Fragen, das männliche  mit Textbeiträgen. Aber auch diese pariert Nina Ruge souverän – mit Humor und Achtsamkeit.

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