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Tipps zur Reportage So gelingt die Reportage
Thema S Schreibwettbewerb Tipps zur Reportage So gelingt die Reportage
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11:47 15.03.2018
Recherchieren mit allen Sinnen ist für die Reportage wirklich wichtig.
Recherchieren mit allen Sinnen ist für die Reportage wirklich wichtig. Quelle: Surrey
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Finde ein gutes Thema!

Das Oberthema des Schreibwettbewerbs lautet „Fremd“. Daraus lassen sich viele unterschiedliche Geschichten ableiten: Du kannst über das Fremdsein in einer neuen Stadt, einem neuen Land oder sogar im Körper schreiben. Das Thema sollte für dich und andere Menschen spannend sein. Es sind zum Beispiel Dinge, die die Menschen gerade beschäftigen,worüber sie zuhause, in der Schule oder Arbeit gerade sprechen. Oder du nimmst den Leser in eine Situation oder an einen Ort mit, die ihm sonst verschlossen bleiben.

Suche dir einen Helden!

Der Held in einer Reportage muss keine Superkräfte haben. Aber du musst durch ihn das Thema beschreiben können. Etwa der Flüchtling, der Tausende Kilometer weit gereist ist, um in Sicherheit studieren zu können. Du solltest dich unbedingt persönlich mit ihm treffen. Dann kannst du besser erkennen, was für ein Mensch er ist, wie er sich bewegt, spricht und aussieht.

Recherchiere mit allen Sinnen!

Es ist wichtig, dass du nicht nur gut zuhörst, wenn du dich mit deinem Hauptdarsteller triffst. Du solltest auch genau beobachten, wie er sich verhält, wie andere Menschen auf ihn reagieren und wie die Szene um ihn herum wirkt. Auch Gerüche und Geräusche gehören zur Recherche. Denn erst durch solche Nebensächlichkeiten wird dein Text so anschaulich, sodass der Leser denkt, er steht direkt neben dir und war bei deiner Recherche dabei.

Finde einen roten Faden!

Über lege dir vor dem Schreiben, wie deine Geschichte aufgebaut sein soll. Wie willst du deinen Text beginnen? Welche Szene eignet sich für ein gutes Ende? Was ist der Höhepunkt? Eine Mindmap kann helfen, deine Eindrücke der Recherche zu ordnen. Die Absätze im Text sollten zusammenhängen und eine logische Reihenfolge haben. Aber du solltest nicht in eine strenge Chronologie verfallen, denn dass kann beim Lesen langweilig werden. Wenn du Fakten recherchiert hast, solltest du diese immer mit szenischen Absätzen unterbrechen, damit der Text abwechslungsreich ist.

Schreib in der Gegenwartsform!

Mit dem Präsens schaffst du es, den Leser näher an die Geschehnisse heranzubringen.

Finde einen spannenden Einstieg!

Die ersten Sätze deines Textes sind die wohl wichtigsten. Denn hier entscheidet der Leser, ob er wissen will, wie es weitergeht, oder ob er die Geschichte doch weglegt. Deshalb solltest du genau überlegen, wie du ihm deinen Text schmackhaft machen kannst. Das kann ein starkes Zitat deines Helden sein oder eine besonders kuriose Beobachtung.

Lasst Zitate einfließen!

Deine Figuren müssen zu Wort kommen. Denn du erzählst ihre Geschichte als Reporter. Kenneiche die Zitate mit Anführungszeichen und dem Namen des Redners, damit der Leser weiß, wer dort spricht.

Schreib nicht zu kompliziert!

Manchmal ist es gut, die Sätze kurz zu halten. Denn wenn ein Satz zu viele Einschübe und Kommas enthält, ist das für den Leser schwer zu verstehen.

Schreibe detailreich

Eine Reportage lebt von genauen Beschreibungen und Details. Vor dem inneren Auge des Lesers muss ein Bild der Situation und der Hauptperson entstehen. Trägt sie vielleicht auffälligen Schmuck, hat ihr Handschuh ein Loch, der Pullover einen Fleck? Wie bewegt sie sich, wie spricht sie, wie gestikuliert sie? Auch Kleinigkeiten im Raum – die vertrocknete Pflanze, der halbvolle Kaffeebecher oder das aufgeschlagene Buch – können sich im Text wiederfinden. Hier gilt: Die Details müssen bewusst im Text platziert werden. Suche Beschreibungen, die für die Geschichte hilfreich sind. Dass bei einer Reportage über eine arme Rentnerin die Heizung ausgefallen ist, dient der Geschichte, die Farbe ihrer Haustür eher nicht.