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Specials „Bleiben Sie Anzeiger der Demokratie“
Thema Specials „Bleiben Sie Anzeiger der Demokratie“
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15:12 15.06.2018
Quelle: Madsack Mediengruppe
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„Dass wir uns in einem gewaltigen Umbruch der Medienbranche befinden, ist nicht zu leugnen. Ebenso wenig, dass sich Leser- und Nutzerverhalten signifikant ändern. Dennoch: Mit der Konzentration bei den Printmedien wächst auch die publizistische Verantwortung gerade der großen Medienhäuser. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass ihre Zeitungen und Online-Portale unabhängig und verlässlich berichten können – und dass sie die Meinungsvielfalt abbilden. Ich bin sicher, Madsack wird sich auch in Zukunft daran messen lassen!  ...

Sorgen macht mir die Zersplitterung von Öffentlichkeit, das Auseinanderdriften der Gesellschaft. Manche kapseln sich heute in Echokammern ab und bestätigen sich gegenseitig in ihren jeweils gefühlten Wahrheiten. Wenn solche geschlossenen Weltbilder dann unvermittelt aufeinanderprallen, sind Kompromisse oft nicht mehr möglich. Und wenn politische Kontrahenten sich nicht mehr als Gegner, sondern als „Feinde“ begegnen, dann geht etwas verloren, was für die Demokratie überlebenswichtig ist, nämlich die Bereitschaft zur Vernunft. Das missachten all die, die im Streit gegen eine Political Correctness, die angeblich in den vergangenen Jahrzehnten notwendige Debatten verhindert haben soll, neuerdings jedem Irrationalismus Tür und Tor öffnen. ...

Und ich glaube, in diesen Zeiten, in denen immer weniger Menschen über dasselbe reden, kann die Zeitung, gerade auch die Lokalzeitung, eine besondere Bedeutung für den Zusammenhalt unserer offenen Gesellschaft haben – ganz egal, ob sie nun gedruckt auf Papier erscheint oder digital als E-Paper oder im Internet. ... Ich wünsche mir jedenfalls, dass lokale Themen noch öfter in den überregionalen Redaktionen ankommen. Guter Journalismus sollte sich in erster Linie an gesellschaftlichen und politischen Problemen orientieren, an unterschiedlichen Lösungen und Herangehensweisen, nicht an Prominenz. ...

In einer Zeit, in der wir alle zu Sendern geworden sind, gehen diese Fragen nicht nur an Journalisten, sondern an jeden Einzelnen von uns. Als mündige Bürger müssen wir lernen, klug und besonnen mit Informationen umzugehen. Und wem unsere auf Diskussion, Kompromiss und den Ausgleich von Interessen angelegte Demokratie etwas wert ist, dem muss auch professioneller und vielfältiger Journalismus etwas wert sein. Wir brauchen möglichst viele Bürger, die bereit sind, sich journalistische Angebote etwas kosten zu lassen – ganz gleich, ob online oder am Kiosk. ... 

Vieles hat sich gewandelt, seit August Madsack die erste Ausgabe seines Anzeigers herausbrachte. Was aber geblieben ist, ist der hohe Anspruch, den Sie hier in Hannover an Ihre Zeitungen stellen. Ich wünsche mir, dass Sie auch in Zukunft keine Abstriche machen, wenn es um journalistische Qualität geht. Informieren Sie unabhängig und verlässlich, behalten Sie Ihr Ohr am Puls der Region, bringen Sie unterschiedliche Menschen ins Gespräch. ... Bleiben Sie ein Anzeiger der Demokratie. Noch einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!“