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D-Linie: Hintergrund zum Stadtbahn-Streit Keine Mehrheit für Niederflurbahn
Thema Specials D-Linie: Hintergrund zum Stadtbahn-Streit Keine Mehrheit für Niederflurbahn
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21:40 24.05.2012
Von Bernd Haase
Foto: Die CDU-Regionsfraktion hat sich gegen die Niederflurtechnik ausgesprochen.
Die CDU-Regionsfraktion hat sich gegen die Niederflurtechnik ausgesprochen. Quelle: Steiner (Symbolfoto)
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Hannover

Die Regionsversammlung entscheidet am 16. Juni endgültig über die D-Linie. Das von den Grünen und den Linken befürwortete Niederflursystem ist damit vom Tisch.

„Es hat für beide Systeme gute Argumente gegeben, wir haben Niederflur nicht verteufelt“, sagten der CDU-Fraktionsvorsitzende Eberhard Wicke und Parteichef Hendrik Hoppenstedt nach der Sitzung. Entscheidend für die Christdemokraten seien letztlich finanzielle Erwägungen gewesen. Die Hochflurbahn sei preiswerter, die finanzielle Förderung des Landes für eine Niederflurbahn sei fraglich gewesen.

Am liebsten wäre es der CDU laut Wicke, wenn auch die Linie 10 in einem Tunnel verkehrte. Eine eigene unterirdische Strecke sei jedoch nicht finanzierbar. Dass einige Züge vom Goetheplatz aus durch vorhandene Tunnel in die Innenstadt fahren, wie es der Verkehrsexperte Klaus Scheelhaase vorgeschlagen hatte, hält die CDU nach wie vor für eine Option. Die für den Nahverkehr zuständige Region lehnt das jedoch nach Angaben eines Sprechers ab: „Für uns hat der behindertengerechte Streckenausbau Priorität.“ Wicke befürchtet deshalb immense Verkehrsprobleme zwischen Steintor und Hauptbahnhof, wo sich Bahnen, Autos, Fußgänger und Radfahrer in die Quere kommen. Er übt heftige Kritik an der Stadt Hannover: „Sie hat bisher nicht gesagt, wie sie das städtebaulich lösen will.“

Regionspräsident Hauke Jagau (SPD), dessen Verwaltung eindeutig die Hochflurvariante bevorzugt, hielt sich am Donnerstag zurück: „Ich kommentiere das erst, wenn eine endgültige Entscheidung in der Regionsversammlung gefallen ist“, sagte er. Grünen-Fraktionschef Raoul Schmidt-Lamontain erklärte, man sei angesichts früherer Bekundungen aus CDU-Reihen für Niederflur irritiert, müsse aber den Beschluss akzeptieren.

Wenn die Regionsversammlung wie erwartet entscheidet, bedeutet das noch nicht, dass die Strecke auf jeden Fall umgebaut wird. Die Region muss danach in Abstimmung mit der Stadt eine Detailplanung angehen, einen Wirtschaftlichkeitsnachweis vorlegen und bis Mai 2013 den Förderantrag stellen. In trockenen Tüchern ist der Bau erst, wenn das Land Millionenzuschüsse bewilligt.