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Die Hells Angels in Hannover Frank Hanebuth
Thema Specials Die Hells Angels in Hannover Frank Hanebuth
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13:55 28.06.2012
Frank Hanebuth gilt als einer der einflussreichsten Rocker der Republik.  Quelle: Schaarschmidt (Archiv)
Hannover

Als sich die Hells Angels mit den verfeindeten Bandidos im Ruhrgebiet regelrechte Kämpfe lieferten und dadurch das Geschäft beider Klubs bedroht war, sprach Hanebuth ein Machtwort. Er inszenierte in der Kanzlei seines Anwalts Götz von Fromberg den sogenannten „Rockerfrieden von Hannover“. Er vermittelte auch, als in Berlin ein ganzer Trupp von Rockern überraschend von den Bandidos zu den Hells Angels überlief. Am Steintor verwirklichte er über zehn Jahre hinweg das, was die Polizei als den „Partyplan“ der Hells Angels bezeichnet: Er machte aus dem einst schmuddeligen Rotlichtviertel eine Amüsiermeile für jedermann – unter der Kontrolle seiner Höllenengel.

Frank Hanebuth ist kein unbescholtener Mann.  Er ist vorbestraft wegen gefährlicher Körperverletzung, weil er einen anderen Rocker krankenhausreif geschlagen hatte. Der Präsident der Hells Angels Hannover gilt als einer der einflussreichsten Rocker der Republik. Seit Jahren hat die Polizei den Motorradklub im Blick. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Hells Angels Verbindungen in die organisierte Kriminalität haben. Es geht um Drogen und Gewalt.

Hanebuths Anwesen in Bissendorf-Wietze liegt vor Blicken geschützt hinter einem hohen Zaun. Im September 2011 büxten zwei  Wachhunde  von dem Gelände aus. Sie griffen fünf Menschen an und verletzten sie zum Teil erheblich. Die Polizei tötete die beiden Tiere. 

Vor gut einem Monat bekam Frank Hanebuth in der Wedemark überraschend Besuch. Ein Kommando der Eliteeinheit GSG 9 flog mit dem Hubschrauber über das Anwesen. Vermummte und schwer bewaffnete Polizisten seilten sich ab und stürmten die Villa. Hintergrund des Einsatzes waren Aussagen eines Kronzeugen in Kiel, die den hannoverschen Rockerchef schwer belastete. Hanebuth soll, so der Kronzeuge, den Auftrag zu dem Mord an einem Türken in Kiel erteilt haben. Die Leiche des Mannes sei anschließend im Fundament einer Lagerhalle einbetoniert worden. Polizisten in Schleswig-Holstein sind noch immer mit der Suche in der Halle befasst. Bis zum heutigen Tag sind dort keine menschlichen Überreste entdeckt worden.

tm/ska

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