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Die Hells Angels in Hannover Beauftragte Hanebuth Bombenanschlag?
Thema Specials Die Hells Angels in Hannover Beauftragte Hanebuth Bombenanschlag?
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00:15 01.11.2013
Von Tobias Morchner
Auftraggeber eines Bombenanschlags? Rockerchef Frank Hanebuth bei seiner Festnahme auf Mallorca. Die spanischen Behörden erheben jetzt neue Vorwürfe gegen ihn. Quelle: dpa
Hannover/Madrid

Hanebuth sitzt seit seiner Festnahme im Juli in Haft. Er war mit zahlreichen anderen Rockern auf Mallorca verhaftet worden, inzwischen ist er in ein Gefängnis auf dem Festland überführt.

Ermittler und Strafverfolger haben Hannovers ehemaligen Rockerbandenchef in jüngster Vergangenheit bereits mehrere schwere Straftaten zur Last gelegt. Einer der Vorwürfe lautete, der 49-Jährige habe in Kiel einen Mord in Auftrag gegeben. Eine andere Hypothese war, er habe den Plan gefasst, auf Mallorca eine Formel-1-Rennstrecke bauen zu lassen, um Schwarzgeld der Rocker zu waschen. Doch weder für den einen noch für den anderen schweren Verdacht konnten Polizei und Staatsanwaltschaften bislang Beweise zu Tage fördern. Im Fall des angeblichen Mordauftrags mussten die Ermittlungen sogar eingestellt werden.

In Handschellen auf Mallorca: Der Ex-Chef der hannoverschen Hells Angels, Frank Hanebuth, ist dem Haftrichter auf der Urlaubsinsel vorgeführt worden.

Der neuerliche Verdacht der Ermittler bezieht sich auf einen Bombenanschlag am bayerischen Ammersee im März. „Spiegel online“ und der „NDR“ berichteten am Dienstag unter Berufung auf Ermittlungsakten, Hanebuth solle den Auftrag erhalten haben, einen mutmaßlichen Anlagebetrüger einzuschüchtern und diesen so zur Rückzahlung des ergaunerten Geldes an eines der Opfer zu bewegen. An den Einschüchterungsversuchen soll auch Hanebuths langjähriger Freund Paul E. beteiligt sein, eine Frankfurter Rotlichtgröße, die in der Szene aufgrund einer Erkrankung den Spitznamen „Thrombose-Paul“ trägt.

Ein Geschäftsmann aus Österreich soll Hanebuth den Auftrag erteilt haben, den angeblichen Betrüger durch Druck auf Familienangehörige und Geschäftspartner gefügig zu machen. Denn er war auf die dubiosen Machenschaften des Anlageberaters Christian H. hereingefallen. Nach Erkenntnissen der Polizei soll H. mit seiner in Dubai ansässigen Firma APL rund 11.000 Anleger um ihr Vermögen gebracht haben, Gesamtschaden: angeblich rund 138 Millionen Euro. Mit dem Geld sollen Christian H. und seine Frau ein Luxusleben finanziert haben.

Bei einer Razzia unter Hells Angels auf Mallorca hat die spanische Polizei 25 Verdächtige festgenommen. Die meisten von ihnen stammten aus Deutschland. Unter den Verhafteten ist auch Frank Hanebuth.

Doch der geprellte Österreicher setzte sich gegen die Machenschaften des Anlageberaters zur Wehr – auf seine eigene Weise, davon sind die spanischen Ermittler offenbar überzeugt. Er habe „seine Beziehungen zu den Hells Angels in Deutschland genutzt und die Anschläge in Auftrag gegeben“, zitiert „Spiegel online“ aus Ermittlungsakten. Monatelang observierten Beamte der Guardia Civil die Rocker auf Mallorca und hörten Telefonate ab. So wollen sie auf die Verbindung zwischen den Höllenengeln und dem geprellten Österreicher aufmerksam geworden sein.

Hanebuth soll demzufolge mehrere Handlanger angeheuert haben, die er mit den Einschüchterungsversuchen beauftragte. Sie sollen Briefbombenattrappen an die Schwiegermutter und zwei Geschäftspartner des Betrügers geschickt haben. Sie sollen zudem einen seiner Komplizen mit einem Messer verletzt haben, und sie sollen es auch gewesen sein, die am 28. März eine Brandbombe unter dem Wagen der Nichte des mutmaßlichen Betrügers deponiert haben. Das Fahrzeug ging zwar in Flammen auf, wurde allerdings von einem Nachbarn schnell gelöscht. Menschen kamen bei dem Anschlag nicht zu Schaden.

Hanebuths langjähriger hannoverscher Rechtsanwalt Götz von Fromberg wollte sich nicht zu den neuerlichen Vorwürfen der Behörden äußern. „Ich kenne die Akten nicht, kann mir aber nicht vorstellen, das da etwas dran ist. Das ist einfach nicht sein Ding“, sagt der Strafverteidiger. In der Vergangenheit habe es mehrere Fälle gegeben, bei denen mit Hanebuths Namen Schindluder getrieben worden sei, ohne das sein Mandant irgendetwas mit den Angelegenheiten zu tun gehabt habe, sagt der Jurist.

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