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Die Wulff-Affäre Wulffs Haus mit Gewinn verkauft
Thema Specials Die Wulff-Affäre Wulffs Haus mit Gewinn verkauft
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13:17 09.08.2013
Von Conrad von Meding
Nach fünf Jahren um 235.000 Euro wertvoller: Das ehemalige Haus der Wulffs. Quelle: Archiv
Hannover

 Als das Ehepaar Wulff 2008 die Immobilie kaufte, bezahlte es 415.000 Euro. Christian Wulff war damals niedersächsischer Ministerpräsident. Auf Kosten des Landes wurden daher teure Sicherheitseinrichtungen nachgerüstet, die zur Wertsteigerung erheblich beigetragen haben dürften.

Insgesamt ist der Wert in fünf Jahren um 235 000 Euro oder gut 50 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Nachrichtenportal „Spiegel Online“ sagte ein Sprecher des Finanzministeriums, dass es in Niedersachsen keine Regelungen gebe, die Ablösezahlungen für die Wertsteigerungen durch die Wulffs vorsähen. Deshalb gebe es „keinen Anlass, einen Teil des Verkaufserlöses an das Land abzuführen“.

Gegenüber „stern.de“ teilte das Ministerium mit, man werde auch weiterhin keine Auskunft geben, wie viel öffentliches Geld insgesamt in die Sicherheitsausrüstung geflossen sei – daraus könnten schließlich Rückschlüsse auf die Sicherheitsausstattung in den Immobilien anderer Politiker gezogen werden. Im Haus der Wulffs verfügen alle Fenster über schusssicheres Panzerglas, drei Türen sind stahlgesichert, im Inneren befindet sich ein Panikraum.

Das Großburgwedeler Haus markiert den Anfang des Niedergangs der steilen wulffschen Politkarriere. Er hatte das Haus mit einem Privatkredit finanziert, dazu aber auf Fragen des Parlaments nachweislich die Unwahrheit gesagt. Später stolperte er über weitere Ungereimtheiten. Wulff ist derzeit wegen des Verdachts der Bestechlichkeit angeklagt, das Verfahren ist noch nicht terminiert.

Laut Kaufvertrag, der „stern.de“ offenbar vorliegt, hat eine 41-jährige Sandra M. das Haus erworben. Ihr gehört eine Beratungs- und Imbissfirma. Geschäftsführer ist der 56-jährige Burghard M. Ein gleichnamiger Mann soll als Außendienstmitarbeiter bei der Drogeriekette Rossmann tätig sein.

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