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Kommunalwahl 2011 Historische Resultate in Stadt und Region
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19:47 12.09.2011
Von Bernd Haase
In bester Stimmung zeigte sich Hans Mönninghoff mit seinen Grünen-Parteifreunden.
In bester Stimmung zeigte sich Hans Mönninghoff mit seinen Grünen-Parteifreunden. Quelle: Kristoffer Finn
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Hannover

Die Wahlen zum hannoverschen Rat und zur Regionsversammlung haben drei historische Resultate erbracht: Die Grünen als klarer Gewinner klettern auf ein Allzeithoch und knacken die 20-Prozent-Marke bei den Ratswahlen. Auf der anderen Seite erlebt die FDP ein beispielloses Fiasko. Sie war gestern Abend gemäß des vorläufigen Endergebnisses mit 2,7 Prozent in der Landeshauptstadt nur noch siebtstärkste Partei. Unter anderem muss sie die Piratenpartei vor sich dulden, die erstmals im hannoverschen Rat und in der Regionsversammlung Mandate erhält. In beiden Gremien bleibt die SPD stärkste Fraktion. Die Sozialdemokraten büßen zwar ein, aber das wird von ihrem grünen Partner mehr als kompensiert, sodass sich für Stadt und Region satte rot-grüne Mehrheiten ergeben. Ins Lager der Wahlverlierer reiht sich sowohl in der Stadt als auch in der Region auch die CDU ein.

Lichtblicke ergeben sich bei der Wahlbeteiligung. Pessimisten hatten befürchtet, dass sie zumindest in der Stadt Hannover noch unter das Allzeittief von 2006 sinken könnte, das bei den Ratswahlen in der Landeshauptstadt bei 42,8 Prozent gelegen hatte. Am Ende war diese Marke jedoch mit 44,6 Prozent übertroffen. Gleiches galt für die Wahlen zur Regionsversammlung, bei der 48 Prozent aller Stimmberechtigten in die Wahllokale gingen.

Bei den Ratswahlen in Hannover lag das vorläufige Endergebnis schon vor Mitternacht vor. Verluste gab es dabei für die SPD, die gegenüber den Kommunalwahlen vor fünf Jahren um vier Prozentpunkte auf 37,0 Prozent abrutschte. Der Juniorpartner Grüne hingegen verbesserte sich von 13,6 auf 21,4 Prozent. Die CDU erlitt schwere Verluste, die FDP erlebte ein Debakel. Hatte sie vor fünf Jahren noch 6,6 Prozent erreicht, lag sie gestern Abend zunächst nur bei 2,8 Prozent.

Entsprechend fielen die Reaktionen aus. „Wir sind jetzt Hannovers einzige Volkspartei“, erklärte der SPD-Vorsitzende Alptekin Kirci und warnte die Grünen vorsorglich vor Übermut: „Auch die nächste Bündnisvereinbarung wird eine SPD-Handschrift tragen.“ Ratsherr Michael Dette (Grüne) meinte, seine Partei sei auch in Stadtbezirken stärker geworden, in denen sie unbequeme Positionen bezogen habe. Der CDU-Spitzenkandidat Jens Seidel sagte: „Nach einem intensiven Wahlkampf hätten wir mehr erwartet.“ Trübsal blies die hannoversche FDP-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Claudia Winterstein: „Dieses Ergebnis kann nur enttäuschen.“

Immerhin: Im Rat dürfen die Liberalen bleiben, wenn auch nur noch mit zwei Abgeordneten. Stärkste Fraktion bleibt die SPD mit 24 Mandaten, die Grünen bringen es auf 14 Ratsmitglieder. Die zuletzt mehr durch innerparteiliche Streitereien als durch politische Arbeit aufgefallene Linke entsendet drei Politiker in den Rat. Piratenpartei und „Die Hannoveraner“ stellen jeweils zwei Abgeordnete und bringen es damit ebenfalls noch auf Fraktionsstärke. Für die WfH zieht ein Mitglied in den Rat ein.

Die Auszählung für die Regionsversammlung war bei Redaktionsschluss ebenfalls fast beendet. Trost für die gebeutelte FDP fand sich auch hier nicht: Mit nur noch 3,1 Prozent erreichte sie nicht einmal die Hälfte ihres Stimmenanteils von 2006. Wahlsieger im Umland sind wie in Hannover die Grünen, die als einzige der etablierten Parteien zulegten - und zwar um satte acht Punkte auf 19,0 Prozent. Die SPD büßte mit 36,4 Prozent mehr als drei Prozentpunkte ein, blieb aber angesichts der schwächelnden CDU stärkste Partei. Die Verluste der Christdemokraten lagen bei 4,2 Prozentpunkten. Sitze ergatterten ferner die Linken, die Piratenpartei, „Die Hannoveraner und das Bürgerforum.

Erbauen kann sich die CDU am Ergebnis der Bürgermeisterwahlen in Burgwedel. Dort erhielt ihr Kandidat Hendrik Hoppenstedt drei Viertel aller abgegebenen Stimmen.

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