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Landtagswahl Grünen-Spitze beklagt Kuschel-Wahlkampf bei SPD und CDU
Thema Specials Landtagswahl Grünen-Spitze beklagt Kuschel-Wahlkampf bei SPD und CDU
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21:15 15.12.2012
Anja Piel und Stefan Wenzel, Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen zur Landtagswahl im Januar 2013 in Niedersachsen, vermissen im Wahlkampf die inhaltliche Konfrontation der Spitzenkandidaten von CDU und SPD. Quelle: dpa
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Hannover

Die Grünen vermissen im Wahlkampf für den neuen niedersächsischen Landtag die inhaltliche Konfronation der Spitzenkandidaten von CDU und SPD. Ein thematischer Streit der Protagonisten David McAllister (CDU) und Stephan Weil (SPD) finde bisher kaum statt, kritisieren die grünen Top-Kandidaten Anja Piel und Stefan Wenzel. „Bloß keinen Widerspruch hervorrufen - das scheint mir die Wahlkampfstrategie zu sein, die man Herrn McAllister aufgeschrieben hat“, sagte Wenzel im dpa-Gespräch. Er sieht eine regelrechte „Politik der De-Thematisierung“.

Auch Weil fehlt nach Ansicht von Piel der Pep: „Stephan Weil ist jemand, der mehr die Diskussion auf der strukturellen Ebene führt und nicht so sehr auf der harten thematischen Auseinandersetzung.“ Nach Weihnachten dürfte der politische Schlagabtausch aber an Fahrt gewinnen, hofft Wenzel: „Wir haben einen Wahlkampf, der aufgrund der Weihnachtszeit bisher nach außen hin nicht so sichtbar ist, weil noch nicht plakatiert ist - der sich aber schon ausdrückt in vielen, vielen Veranstaltungen landauf, landab.“

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Sie sind nach seinen Erfahrungen überdurchschnittlich gut besucht. Piel spürt dabei einen Stimmungswandel im Vergleich zum letzten Wahlkampf: Die Grünen würden nicht mehr als freischwebende Opposition gesehen, sondern bekämen „bereits konkrete Aufträge der Wählerschaft“ für die Zeit nach der Wahl. Dominante Themen seien bisher vor allem die Altersarmut, der Schulstress und die Mindestlöhne, aber auch die Energiewende und eine gerechtere Umverteilung. Wenzel: „Die Schuldenbremse ist breit akzeptiert, aber es gibt auch einen ganz starken Wunsch nach einer gerechten Steuerpolitik.“

Piel ist überzeugt, dass die jetzt gesetzten Akzente den Wahlkampf prägen dürften: „Die Botschaften, die wir gesetzt haben, sind bei den Leuten angekommen und werden auch verstanden, werden auch unterstützt.“ Konkrete Aussagen zu einer möglichen Koalition mit der SPD im Falle eines Wahlsieges vermeiden beide. Die Koalition solle aber „auf Augenhöhe“ ein verlässliches Gestalten für die kommenden zehn Jahre sicherstellen, betonte Wenzel. Er wie auch Piel betonen beide den Stellenwert des familiären Rückhalts im Wahlkampf. Während Wenzels seine Tochter als Testleserin einsetzt, erhält Piel von ihrer Tochter kritische Rückmeldungen für ihre Pressemeldungen.

dpa

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