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Landtagswahl Niedersachsens Wahlkämpfer legen sich nach Weihnachten mächtig ins Zeug
Thema Specials Landtagswahl Niedersachsens Wahlkämpfer legen sich nach Weihnachten mächtig ins Zeug
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07:32 27.12.2012
Von Klaus Wallbaum
Foto: Weihnachten ist vorbei, los geht's: Der Straßenwahlkampf in Niedersachsen hat begonnen.
Weihnachten ist vorbei, los geht's: Der Straßenwahlkampf in Niedersachsen hat begonnen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

„Kein Problem“, sagen die Wahlkampfleiter, und zwar parteiübergreifend. „Unsere Leute brennen darauf, endlich mit dem Wahlkampf beginnen zu können“, betont Ulf Thiele, Generalsekretär der Niedersachsen-CDU. „Wir brennen darauf, anfangen zu können“, erklärt fast wortgleich Michael Rüter, Landesgeschäftsführer der niedersächsischen SPD. Beide haben, ähnlich wie ihre Kollegen von Grünen, FDP und Linkspartei, über Wochen ihre Wahlkämpfer bei Laune gehalten, sie immer wieder mit neuen politischen Botschaften und Terminplänen gefüttert. „Wir mussten sie in vielen Orten sogar bremsen“, sagt Rüter.

Da wurde in einigen Bereichen der Landeshauptstadt schon mal mit dem Plakatieren begonnen, obwohl doch die Parteiführung die Devise ausgegeben hatte: Vor Weihnachten ist die Adventsruhe zu beachten.  Einige Wahlkämpfer mussten im November die Plakate wieder abhängen. Nur Linke und Piraten müssen jetzt kein Startsignal geben, beide Parteien hatten von vornherein erklärt, die Weihnachtszeit nicht als Wahlkampfpause akzeptieren zu wollen. Für sie geht die politische Auseinandersetzung jetzt einfach nur weiter. Das kann allerdings auch zum  Nachteil werden, denn eine „Jetzt geht’s los“-Stimmung kann da nicht aufkommen.

Wie aber fängt man überhaupt einen Wahlkampf kurz vor Silvester an, wenn die Leute das Jahr eigentlich ruhig – oder aber in Partystimmung – ausklingen lassen wollen? „Wir reden über die wichtigsten Themen, Bildung und Arbeitsmarktpolitik“, erklärt SPD-Wahlkampfleiter Rüter. „Es wird niemanden überraschen, dass wir unseren Ministerpräsidenten zeigen“, sagt CDU-Wahlkampfleiter Thiele. Es sind also noch nicht die ganz aggressiven, zugespitzten Botschaften, die in den letzten Tagen des alten Jahres erklingen, man wärmt das Publikum erst einmal langsam vor.

Das betrifft auch die Botschaften auf den Großflächenplakaten, die sogenannten Wesselmänner, die von heute an landesweit aufgestellt werden. Bei den Plakaten setzt sich übrigens immer mehr die moderne Technik durch – das  „Hohlkammerplakat“. Das besteht aus direkt bedrucktem Polypropylen. Man braucht also keinen Tapetenkleister mehr anzurühren und Papierplakate festzudrücken. Bei der SPD in Celle, Oldenburg, Osnabrück und Braunschweig aber wird immer noch „gekleistert“, sagt Rüter – denn das ist Tradition, gehört zum Wahlkämpfen einfach dazu. Es ist ein bisschen so wie Glühweintrinken auf dem Weihnachtsmarkt.

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