Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Landtagswahl Schloss Herrenhausen wird zum Streitthema im Wahlkampf
Thema Specials Landtagswahl Schloss Herrenhausen wird zum Streitthema im Wahlkampf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:11 18.12.2012
Von Mathias Klein
Das Schloss Herrenhausen wird zum Streitthema im Wahlkampf. Quelle: Nico Herzog
Anzeige
Hannover

Diese soll, zwei Tage vor der Landtagswahl, von Ministerpräsident David McAllister (CDU) und seinem Herausforderer Weil gemeinsam vorgenommen werden.

Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) bezeichnete es als „beschämend, dass Weil das Schloss offensichtlich für Wahlkampfzwecke missbraucht“. Der SPD-Politiker wolle sich mit dem Schloss schmücken. Wanka sprach von einer „Unverschämtheit“.

Anzeige

Der hannoversche CDU-Chef Dirk Toepffer bezeichnet die Idee Weils zum Empfang im Schloss als „ungeheuer stillos“. Der Oberbürgermeister düpiere das Land. „Ohne Hilfe des Landes wäre es nicht zum Neubau des Schlosses gekommen“, erläutert Toepffer.

Massive Kritik kommt auch vom Chef des Verbandes Haus und Grundeigentum, Rainer Beckmann, der den Schlossneubau mit in Gang gebracht hatte. „Das ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten“, sagt er zu Weils Einladung. Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl starte den Versuch, die Schlosseröffnung vorzuziehen.

Der Betreiber des Schlosses, die Firma Hochtief Solutions, ist von der Aufregung um den Neujahrsempfang überrascht. „Wir haben von der Stadt eine Anfrage bekommen, ob diese Veranstaltung auf der Baustelle stattfinden kann“, berichtet Firmensprecher Matthias Felten. Für Hochtief Solutions sei die Stadt genauso ein Kunde wie zum Beispiel ein Unternehmen, betont er. Für den Empfang stehe nur der Festsaal zur Verfügung. „Der Rest ist Baustelle“, erläutert Felten.

Seine Firma habe dann noch beim Bauherrn, der Volkswagenstiftung nachgefragt, ob diese mit einer Veranstaltung vor der Eröffnung einverstanden sei. Dann habe man sich noch vom Bauamt die Genehmigung geholt, auf der Baustelle eine Veranstaltung zu organisieren.

Für das Rathaus sagte Sprecherin Ulrike Serbent-Kniep, die Stadt organisiere den Neujahrsempfang jedes Jahr an einem anderen Standort. Als Beispiele nannte sie das Historische Museum und das Alte Rathaus. Diesesmal nutze man die einmalige Chance, den Gästen, darunter auch 100 Bürgern, das Schloss zu zeigen.

Zwei Absagen stehen inzwischen schon fest. Ministerpräsident McAllister werde am 3. Januar einige andere Termine wahrnehmen, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei. Und auch Hannovers CDU-Chef Toepffer will nicht kommen.

Karl Doeleke 17.12.2012
Klaus Wallbaum 17.12.2012
15.12.2012