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Landtagswahl Wahlforscher: FDP chancenreicher als in Umfragen
Thema Specials Landtagswahl Wahlforscher: FDP chancenreicher als in Umfragen
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11:43 07.01.2013
„Wenn es der FDP gelingt, ihre Anhänger zu mobilisieren, hat sie bei einer Wahlbeteiligung von 60 oder 65 Prozent gute Chancen, auf 5 Prozent zu kommen“, sagt Wahlforscher Falter. Quelle: dpa
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Hannover

 Die schlechten Umfragewerte für Niedersachsens FDP spiegeln nach Ansicht von Politikwissenschaftler Jürgen Falter nicht die tatsächliche Zustimmung zu den Liberalen wider. „Die Menschen bekennen sich nicht so leicht zur FDP, weil man sich zur Zeit als FDP-Anhänger verteidigen muss“, sagte der Mainzer Professor der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb hätten die Liberalen noch alle Chancen, bei der Wahl in zwei Wochen in den Landtag einzuziehen.

„Wenn es der FDP gelingt, ihre Anhänger zu mobilisieren, hat sie bei einer Wahlbeteiligung von 60 oder 65 Prozent gute Chancen, auf 5 Prozent zu kommen“, sagte der Wahlforscher. In einer am Donnerstag veröffentlichten Infratest-dimap-Umfrage waren die Liberalen auf vier Prozent gekommen - ein Prozentpunkt mehr als im Dezember.

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Profitieren könnte die Partei dem Wissenschaftler zufolge von CDU-Anhängern, die aus taktischen Gründen ihr Kreuz für die FDP setzen, um den Fortbestand der schwarz-gelben Koalition zu sichern. „Viele CDU-Wähler wissen natürlich, dass sie keine Chance haben, eine rot-grüne Mehrheit zu verhindern, wenn die FDP nicht im Landtag ist“, erklärte Falter. „Da kommt der eine oder andere von selbst auf die Idee, FDP zu wählen, weil die Stimme ja sonst verschenkt wäre.“

Wichtig sei es für Spitzenkandidat Stefan Birkner, sich klar vom Chef der Bundespartei abzusetzen. „Dass Philipp Rösler nicht gerade ein Wahlmagnet ist, das hat sich in der Zwischenzeit rumgesprochen.“ Er lege die Partei zu sehr auf das Thema Wirtschaftsliberalismus fest. Ein Ausscheiden aus dem niedersächsischen Landtag würde aus Sicht Falters das politische Ende Röslers bedeuten: „In der FDP werden längst die Messer gewetzt. Dann wird der Unmut so groß sein, dass er spätestens im Mai beim FDP-Parteitag abgelöst wird.“

Doch selbst bei einem Ergebnis knapp über 5 Prozent drohe der FDP im Bundestags-Wahljahr 2013 eine Zerreißprobe. „Denn dadurch würde die politische Zugkraft Röslers ja nicht zunehmen“, sagte Falter.

dpa