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Landtagswahl Wahlkampf geht in die heiße Phase
Thema Specials Landtagswahl Wahlkampf geht in die heiße Phase
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18:12 27.12.2012
Von Klaus Wallbaum
Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner (FDP) stellt das Wahlplakat der Partei für die Landtagswahl 2013 auf. Quelle: Peter Steffen
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Hannover

Stephan Weil lächelt in die Kamera, neben dem SPD-Spitzenkandidaten steht eine Schülerin, im Hintergrund ist eine Tafel zu sehen. David McAllister drückt einer grauhaarigen Dame die Hand, der christdemokratische Ministerpräsident wirkt in seinem dunklen Anzug wie ein großer Staatsmann, der Slogan „SICHERHEIT GEBEN“ prangt auf dem Plakat. Stefan Birkner, der FDP-Landesvorsitzende, schaut auf dem Foto einen Gesprächspartner an. Sein Gesicht wird rötlich-orange beleuchtet, so als wenn die tiefstehende Abendsonne den gerade für die FDP so kühlen und dunklen Winter ein wenig aufhellt.

Nun war „Wesselmann-Tag“ in Niedersachsen. Die ersten Großflächenplakate der Firma Wesselmann, die sämtliche Parteien beliefert, wurden aufgestellt. In den nächsten Tagen sind Mitarbeiter des Unternehmens überall im Landes unterwegs, sodass spätestens Anfang Januar alle Großflächenplakate stehen. Mehr als 1000 sind es jeweils von CDU und SPD, die FDP hat 700, bei den anderen sind es auch einige hundert. Die Spitzenkandidaten von CDU, SPD und FDP haben die ersten ihrer Werbeflächen enthüllt. Diese „Wesselmänner“ bleiben bis zum 10. Januar so stehen, dann werden neue Motive darüber geklebt - was darauf zu sehen sein wird, verraten die Strategen noch nicht. Die CDU will sogar bis zur Wahl am 20. Januar zweimal die Motive erneuern, und die FDP möchte in der Schlussphase ihre Plakate mit einem Sonderaufdruck aktualisieren. „Störerklebung“ nennt das Spitzenkandidat Birkner. Es darf spekuliert werden, dass die FDP dann vor allem auf die Zweitstimme zu sprechen kommt.

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Die Großflächenplakate geben Aufschluss über die Selbstdarstellung der Parteien im Wahlkampf, über ihre Werbelinie. Dabei fällt auf, wie stark die CDU auf den Amtsbonus von McAllister setzt. Er hat stets Haltung, wirkt loyal und förmlich, aber selten locker. Schlagworte wie „gute Bildung“, „Sicherheit“, „Arbeit“ und „Überzeugung“ werden neben seinem Konterfei präsentiert. Die CDU preist ihn als „Ministerpräsidenten für das ganze Land“ und will ihn so vom Herausforderer von der SPD abgrenzen, dem die Union eine zu große Nähe zu Hannover unterstellt.

Die SPD achtet darauf, dass ihr Spitzenkandidat Stephan Weil freundlich und sympathisch wirkt. Er soll den Blickkontakt zum Betrachter aufnehmen. Er lächelt, kommt ohne Schlips daher (beim Motiv zur Bildungspolitik) und ist damit weniger steif als McAllister auf den CDU-Plakaten. Drei Motive hat die SPD zunächst - neben Weil eine Schülerin, dann ein Arbeiter und eine Frau. Es geht - wie bei der CDU - um gute Bildung, dann aber um gerechte Löhne und um die Gleichberechtigung. Ein SPD-Slogan lautet: „Weil mehr Frauen nach vorne gehören.“

Die FDP konzentriert sich derweil mit dem Birkner-Motiv ganz auf ein Thema, den Abbau der Neuverschuldung in Niedersachsen. „Schluss mit Schulden“ heißt es dort, ein Button für die Zweitstimmenwerbung ist schon aufgedruckt. Bei Grünen, Linken, Piraten und anderen Parteien spielen die Spitzenkandidaten auf den Plakaten keine so hervorgehobene Rolle. Hier wird stärker mit politischen Parolen für Inhalte geworben - bei Grünen dominiert der Umweltschutz, bei Linken die soziale Gerechtigkeit.