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Landtagswahl Was wählen? – der Wahl-O-Mat hilft
Thema Specials Landtagswahl Was wählen? – der Wahl-O-Mat hilft
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19:10 17.12.2012
Von Karl Doeleke
Mithilfe des Wahl-O-Mat können die Niedersachen herausfinden, welches Parteiprogramm ihren Wünschen am meisten entspricht. Quelle: Bundeszentralie für Politische Bildung / HAZ
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Hannover

 Ulf Thiele findet nicht, dass sich das Land für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn einsetzen sollte. Also klickt der CDU-Generalsekretär auf „stimme nicht zu“. Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Christian Dürr, ist gegen die Lehrmittelfreiheit und fährt bei These 28 mit der Maus auf denselben Button: „Schulbücher sollen allen niedersächsischen Schülerinnen und Schülern kostenlos zur Verfügung gestellt werden“, lautet sie. Auf „stimme zu“ klickt dagegen Manfred Sohn, der Landesvorsitzende der Linken, wenn es darum geht, ob Freiberufler wie Ärzte und Rechtsanwälte Gewerbesteuer zahlen sollten.

Die drei Politiker sowie Stefan Schostok von der SPD und Anja Piel von Grünen durften gestern als erste den Wahl-O-Mat zur Landtagswahl am 20. Januar 2013 ausprobieren. Für die Landespolitiker aus den fünf im Landtag vertretenen Parteien war es ein Art freiwillige Selbstkontrolle: Der Wahl-O-Mat soll mit 38 politischen Thesen eine Orientierungshilfe zur Landtagswahl bieten. Mit dem vom Landesjugendring und der Bundeszentrale für Politische Bildung gemeinsam ausgearbeiteten Computerprogramm lassen sich die eigenen Ansichten mit denen der elf Parteien zur Landtagswahl vergleichen. Für die Landespolitiker ist es gutgegangen. Jeder von ihnen wählte die eigene Partei auf Platz 1. So mancher könnte aber eine Überraschung beim Ergebnis erleben, wenn er seine eigenen Ansichten mit denen der Parteien vergleicht.

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Der Wahl-O-Mat spricht keine Wahlempfehlung aus, betonen die Entwickler. Er soll vor allem Jung- und Erstwähler auf die Wahlkampfthemen aufmerksam und die Unterschiede der Parteien deutlich machen. Dennoch spuckt er am Ende eine Rangliste aus: Sie zeigt die Parteien in der Reihenfolge der Nähe zu den eigenen Position an. Anhand von Balkendiagrammen lässt sich außerdem nachvollziehen, wie groß tatsächlich die Übereinstimmung ist.
18 Jugendliche im Alter von 18 bis 26 Jahren haben dafür unter Anleitung von Politik- und Sozialwissenschaftlern die Wahlprogramme der elf zur Landtagswahl zugelassenen Parteien zu den 38 Thesen verdichtet. Der Nutzer hat zu jeder These die Wahl zwischen „stimme zu“, „stimme nicht zu“ oder „neutral“. Einzelne Thesen können auch übersprungen werden.

In einem zweiten Schritt lässt sich jedes einzelne Thema besonders gewichten, wenn sie dem Benutzer besonders wichtig erscheinen. Etwa die Frage, ob die Y-Trasse oder die Küstenautobahn A 20 gebaut werden sollen, zählt in der Auswertung dann doppelt.
Anschließend können acht der elf Parteien für die Auswertung ausgewählt werden. Die Auswahl kann in ihrer Zusammensetzung beliebig oft geändert werden, ohne dass jedes Mal die 38 Thesen neu bewertet werden müssen. Dort gibt es auch eine Kurzvorstellung jeder Partei.
Das Ergebnis erscheint dann in einem vierten Schritt in Balkendiagrammen. Außerdem lassen sich die eigenen Antworten mit denen der ausgewählten Parteien direkt vergleich. Ein Info-Knopf führt darüber hinaus zur Begründung einer jeden Partei für die Position. Bei der vergangenen Landtagswahl in Niedersachsen ist der Wahl-O-Mat 215 000-mal geklickt worden, zur Bundestagswahl 2008 haben immerhin schon 6,7 Millionen Nutzer ihre eigenen Ansichten mit denen der Parteien verglichen.

Für Anja Piel von den Grünen und Stefan Schostok von der SPD hatte der Wahl-O-Mat gestern vermutlich eine kleine Überraschung parat, streben beide doch ein rot-grünes Bündnis an: Nicht den jeweils anderen wählten Piel und Schostok auf Platz zwei. Stattdessen präsentierte der Wahl-O-Mat beiden die Linke als jene Partei, zu der es nach der eigenen die meisten Übereinstimmungen gibt. „Wir sind die, die Grüne und SPD auf der linken Spur halten müssen“, sagte Sohn dazu. Jetzt muss die Linke nur noch den Einzug in den Landtag schaffen.

Hier gelangen Sie zum Wahl-O-Mat.

Klaus Wallbaum 17.12.2012
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