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Niedersachsens Atommülllager Asse
Thema Specials Niedersachsens Atommülllager Asse
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Quelle: Karin Blüher

Seit 1967 wurde die Endlagerung radioaktiver Stoffe erforscht. Bis 1978 wanderten 125.000 Behälter mit schwach- und 1300 mit mittelradioaktivem Müll unter die Erde - insgesamt 46.900 Kubikmeter. Die Asse war das weltweit erste unterirdische Lager für Atommüll. Die Genehmigung verlief problemlos, ein Planfeststellungsverfahren war gesetzlich noch nicht vorgeschrieben.

1995 begann das GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, das sich mittlerweile in Helmholz-Zentrum umbenannt hat, mit der Verfüllung des Bergwerkes. Bis 2004 wurde Salz aus einem Kalibergwerk in die als besonders instabil geltende Südflanke gekippt.

2007 wurde die endgültige Schließung beantragt - nach welchem Konzept die Schließung erfolgen soll, war allerdings lange Zeit umstritten. Die Entscheidung stand unter gewissem Zeitdruck, da die Stabilität des Grubengebäudes nur auf wenige Jahre gesichert scheint.

2008 wurde bekannt, dass radioaktiv kontaminierte Salzlauge in der Asse entsorgt wurde. Laut Experten besteht nun die Gefahr, dass diese Lauge mit den Atomfässern in Berührung kommt und noch mehr Radioaktivität freigesetzt wird.

Um die Anlage atomrechtlich angemessen schließen zu können, wird sie nicht mehr nach Bergrecht, sondern seit 2009 als ein Endlager nach Atomrecht betrieben. Deshalb ist seit 1. Januar 2009 das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für den Betrieb und die Stilllegung der Anlage verantwortlich.

Nach dem Vergleich verschiedener Schließungskonzepte hat sich das Bundesamt für Strahlenschutz im Januar 2010 für den Rücktransport der Abfälle entschieden - ein teures und langwieriges Unterfangen.

Bislang sind bereits 200 Millionen Euro in die Schließung des Bergwerks geflossen. Die Kosten für die Rückholung der Fässer - angelegt auf 10 Jahre - wird von Seiten der Bundesregierung derzeit auf 3,7 Milliarden Euro geschätzt