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Niedersachsens Atommülllager Atomkraftgegner protestieren gegen die Politik der Bundesregierung
Thema Specials Niedersachsens Atommülllager Atomkraftgegner protestieren gegen die Politik der Bundesregierung
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18:46 23.10.2010
Atomkraftgegner haben am Samstag gegen die Atompolitik der Bundesregierung protestiert. Quelle: dpa
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Nach Angaben der Organisatoren kamen insgesamt etwa 20.000 Menschen zu den Aktionen an 120 Orten entlang der Castor-Strecken nach Ahaus, Gorleben und Lubmin. Ziel sei es gewesen, den politischen Druck auf die Bundesregierung erhöhen.

„Das Festhalten an der Atomkraft und an dem Ausbau Gorlebens als Atommüllendlager ist eine politische Provokation, der Castor-Transport darüberhinaus eine Gefahr“, sagte Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Er beklagte zudem das von der Polizei verhängte Versammlungsverbot an vom 7. November bis zum 16. November in den Transportkorridoren. „Der Versuch, Menschen einzuschüchtern und sie davon abzuhalten, auf die Strecke zu gehen und zu demonstrieren, wird allerdings scheitern.“

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An dem Bahnhof Leitstade im Kreis Lüchow-Dannenberg, an dem der Castorzug vorbeiziehen wird, hatten sich am Samstag rund 400 Menschen zu einem friedlichen Demonstrationszug versammelt. „Kurzzeitig waren auch einige Menschen auf den Schienen“, sagte Ehmke. Der Bahnverkehr sei aber nicht behindert worden.

Auf einer der bundesweit größten Veranstaltung hatten sich in Hannover nach Polizeiangaben rund 1500 beteiligt. Sie zogen mit Trillerpfeifen und Trommeln unter dem Motto „Es reicht! Atomkraft Schluss jetzt“ durch die Innenstadt. Neben jahrzehntelangen Atomkraftgegner waren viele junge Familien mit ihren Kindern dabei. „Unsere Kinder kriegen so mit, was uns bewegt. Wir machen uns Sorgen um deren Zukunft“, sagte die 35-jährige Ulrike Wach, die von ihren vier und zehn Jahre alten Kindern begleitet wurde.

Angela Merkel muss sich von ihren radikalen Atomplänen verabschieden, denn wir akzeptieren es nicht, dass wir alle ein höheres Risiko tragen sollen, damit die Gewinne von vier Stromkonzernen weitersprudeln“, hieß es in einer Mitteilung der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“ vom Samstag.

Am Sonntag soll eine Castor-Attrappe samt Dutzender schwarz-gelber „Atommüllfässer“ von Gorleben nach Berlin gebracht werden. Unter dem Motto „Atommüll: Zurück an den Absender“ sollen sie am Montag als Symbol für die ungelöste Endlagerfrage vor dem Bundestag aufgetürmt werden.

dpa