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Schulpolitik in Niedersachsen In ganz Niedersachsen schrumpft der Abi-Jahrgang
Thema Specials Schulpolitik in Niedersachsen In ganz Niedersachsen schrumpft der Abi-Jahrgang
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23:00 05.01.2011
Der Hannover-Trend hat sich bestätigt: Die Schüler kapitulieren in Niedersachsen vor der verkürzten Schulzeit. Quelle: Martin Steiner

Zum Vergleich: Der 11. Jahrgang an den Gymnasien zählt 30.000 Schüler. Bestätigt werden damit landesweit Zahlen aus der Stadt Hannover, über die die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet hatte.

In Wolfsburg spiegelt sich die Flucht aus dem 12. Jahrgang in der hohen Anzahl von Schülern wider, die die 11. Klasse wiederholen: Unter den insgesamt 829 Elftklässlern finden sich 112 Wiederholer. In Göttingen stehen 454 Zwölftklässler 744 Elftklässlern gegenüber. „Der Schluss liegt nahe, dass sehr viele wiederholen“, sagt ein Stadtsprecher. In Celle gibt es im 11. und 13. Jahrgang 565 sowie 534 Schüler, aber nur 325 Gymnasiasten im 12. Jahrgang. Dort erfreute sich das Fachgymnasium, das mehr Zeit bis zum Abi einräumt, plötzlich erhöhter Nachfrage. Auch in Braunschweig bestätigen die Schulen den landesweiten Trend.

Der Landeselternrat sieht sich in seiner Kritik an der Einführung des Abiturs nach acht Jahren Gymnasium bestätigt: „Wenn eine Schulreform so holprig gemacht wird, ist es nicht verwunderlich, wenn sich junge Leute ihre eigenen Lösungen suchen“, sagt der Vorsitzende Pascal Zimmer. Er fordert Nachbesserungen: „Die Curricula müssen weiter entrümpelt werden, und es muss darauf geachtet werden, dass die Lehrer die geänderten Rahmenbedingungen auch tatsächlich umsetzen.“

Das Kultusministerium weist die Kritik zurück. Schwankungen in den Schülerzahlen unterschiedlicher Jahrgänge seien normal. Für das Ausscheren vor dem Abitur könne es unterschiedliche Gründe geben, aktuell zum Beispiel die sehr gute Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Man habe die Probleme nie verschwiegen, den doppelten Jahrgang aber immer mit Hilfe begleitet, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Kritik kam von der Opposition. Die Grünen-Politikerin Ina Korter warf der Landesregierung vor, „vor den immer offenkundigeren Problemen beim Turbo-Abitur die Augen zu verschließen“. Frauke Heiligenstadt (SPD) forderte, alle Gymnasien in „echte Ganztagsschulen“ umzuwandeln, wo genügend Zeit zum Lernen bliebe. Grüne und SPD hatten bereits in den vergangenen Monaten Anfragen bei der Landesregierung zur hohen Zahl an Wiederholern im Doppelabi-Jahrgang gestellt. Die meisten Fragen blieben offen.

Bärbel Hilbig und Marina Kormbaki

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