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US-Präsidentschaftswahl 2012 Bundesstaat Florida wird auch diesmal wahlentscheidend sein
Thema Specials US-Präsidentschaftswahl 2012 Bundesstaat Florida wird auch diesmal wahlentscheidend sein
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10:07 06.11.2012
Von Susanne Iden
270 Wahlmännerstimmen braucht einer der beiden Kandidaten zum Sieg. Statistiker der Universität Princeton haben errechnet, dass zwei Milliarden Kombinationen möglich sind.
270 Wahlmännerstimmen braucht einer der beiden Kandidaten zum Sieg. Statistiker der Universität Princeton haben errechnet, dass zwei Milliarden Kombinationen möglich sind. Quelle: dpa
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Washington

Das Spiel könnte einen noch weit über den Wahltag hinaus beschäftigen. 270 Wahlmännerstimmen braucht einer der beiden Kandidaten zum Sieg. Statistiker der Universität Princeton haben errechnet, dass zwei Milliarden Kombinationen möglich sind.

Schuld daran ist das komplizierte US-Wahlsystem. Das demokratische Prinzip ein Mann (oder eine Frau), eine Stimme, das gilt auch hier. Aber: In jedem einzelnen der 50 Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington treten Barack Obama und Mitt Romney direkt gegeneinander an.

Wer die meisten Wählerstimmen gewinnt, gewinnt den ganzen Staat. Die Staaten entsenden dann am 17. Dezember je nach Einwohnerzahl  mindestens drei (Delaware und Vermont) und höchstens 55 (Kalifornien) Wahlmänner in ihre jeweilige Hauptstadt. Rein rechtlich wählen erst die 538 Wahlmänner des „Electoral College“ den Präsidenten; de facto ist die Wahl aber am 6. November entschieden, da die Wahlmänner an das Votum der allgemeinen Wählerschaft gebunden sind.

Es kann aber trotzdem sein, dass diese Wahl noch lange nicht entschieden ist. Obama liegt denkbar knapp vor Romney. 40 Staaten und Washington, D. C., haben sich den Umfragen zufolge bereits mehr oder weniger eindeutig entschieden. Auf die letzten neun „swing states“, vor allem auf die 29 Wahlmänner Floridas, kommt es nun an. Im Jahr 2000 war der Abstand zwischen George W. Bush und Al Gore so gering, dass mehrfach ausgezählt werden musste, bis ein Gericht Bush zum Florida-Sieger und so zum Sieger der gesamten Wahl erklärte. 

Jedenfalls rechnen die Organisatoren mit einer späten Entscheidung: Die ersten Wahllokale schließen in Virginia und Florida um 1 Uhr deutscher Zeit, die letzten um 5 Uhr in Kalifornien. Ab 3 Uhr morgens wird es spannend, wenn die „swing states“ Iowa, Colorado, Wisconsin und Nevada ausgezählt werden. Das letzte Wort aber haben aller Voraussicht nach wieder die Floridianer. Bis deren Stimmen endgültig gezählt sind, bleibt der Champagner im Kühlschrank.