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Barsinghausen 50 Jahre Stadt: Steinerne Skulptur gibt dem Betrachter Rätsel auf
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: 50 Jahre Stadt: Steinerne Skulptur gibt dem Betrachter Rätsel auf

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11:50 22.08.2019
Symbolischer Akt: Steinbildhauer Peter Lechelt (rechts) und Bürgermeister Marc Lahmann begießen die neue Sandsteinskulptur mit Deisterwasser. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Eine Sandsteinskulptur des Bildhauers Peter Lechelt erinnert künftig an zentraler Stelle in der Innenstadt an die Verleihung der Stadtrechte an Barsinghausen. Am Mittwochabend, auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Festakt zur Verleihung der Stadtrechte, ist die Skulptur zwischen Rathaus und Kloster feierlich enthüllt worden. Es ist das achte Werk des ehemaligen Klosterkünstlers Lechelt, das im öffentlichen Raum in Barsinghausen aufgestellt worden ist.

Bei der neuen Skulptur handelt es sich um einen drei Tonnen schweren und 60 Zentimeter hohen Sandsteinblock, auf dessen Oberfläche Lechelt die Umrisse der 18 Barsinghäuser Stadtteile wie Puzzlesteine herausgearbeitet hat. Die Skulptur lädt Betrachter zum Sitzen, gleichzeitig aber auch zum Rätseln ein: Welches der 18 Puzzleteile stellt welchen Ortsteil dar? Wer diese Frage beantworten und die Lösung vor Ort überprüfen möchte, ist auf digitale Hilfsmittel etwa in Form eines Smartphones angewiesen: Die Erläuterung findet sich auf der Homepage der Stadt im Internet.

Wie Puzzleteile sind die Umrisse der 18 Ortsteile auf dem Sandsteinblock angeordnet. Quelle: Andreas Kannegießer

Viele Wegbegleiter dabei

Zur feierlichen Enthüllung des steinernen Kunstwerks waren rund 40 Gäste gekommen, viele davon Kunstinteressierte und langjährige Weggefährten Peter Lechelts aus seiner Schaffenszeit in Barsinghausen. Der Bildhauer und Bürgermeister Marc Lahmann begossen gemeinsam die mit leichtem Gefälle aufgestellte Skulptur mit Deisterwasser aus einer Gießkanne. Das Wasser konnte sich so seinen Weg zwischen den einzelnen Puzzleteilen hindurch in Richtung Norden suchen – so, wie auch das Wasser in der Realität den Deisterhang hinab in Richtung der nördlichen Stadtteile fließt.

Lechelt betonte in seinem Grußwort seine Verbundenheit mit Barsinghausen, wo er ab 1992 mehr als ein Jahr lang mit einem Stipendium der Stadt und der Klosterkammer als sogenannter Klosterkünstler gelebt und gearbeitet hatte. „Ich habe hier viel gelernt“, sagte der Steinbildhauer – etwa den Umgang mit öffentlichen Institutionen, was ihm bei seinem weiteren Berufsweg oft geholfen habe. „Die Mentalität der Menschen in Barsinghausen gefällt mir“, betonte Lechelt. „Hier ist man sehr nah am Volk.“

Standort an symbolischem Ort

Der 64-jährige Bildhauer berichtete, dass er im Februar von der Stadt Barsinghausen angesprochen und um einen Entwurf für einen Gedenkstein mit skulpturalem Charakter zum Stadtjubiläum gebeten worden sei. Im März habe er seinen Entwurf für „den Stein, der nicht sofort alle Fragen beantwortet“, präsentiert und danach schnell den Auftrag bekommen. Das Werk entstand dann in den vergangenen Monaten in Lechelts Werkstatt im Bad Nenndorfer Ortsteil Riepen. Der Unternehmer Hermann Haun unterstützte den Bildhauer mit der benötigten Technik für den Transport des tonnenschweren Steinblocks an seinen Aufstellort.

Bürgermeister Lahmann erläuterte, dass als Standort für die Skulptur bewusst ein symbolischer Ort zwischen Kloster und Rathaus gewählt worden sei. Für Kunst könne es keine Vorgaben geben, sagte der Verwaltungschef. „Man muss drüber diskutieren können, das macht Kunst aus.“ Es sei seit vielen Jahren das erste Mal, dass in Barsinghausen ein Kunstwerk im öffentlichen Raum enthüllt werden könne. Es sei gut, dass die Stadt angesichts der positiven finanziellen Entwicklung der vergangenen Jahre „wieder Geld für Kunst ausgeben kann“. Hinter dem neuen Kunstwerks stehe auch die Absicht, dass „beim Raten eine Identifikation stattfindet“.

Wegzeichen stammen von Lechelt

Peter Lechelt hat während seiner Zeit als Klosterkünstler unter anderem die vier steinernen Wegzeichen geschaffen, die den Weg vom Bahnhof zur Deister-Freilichtbühne säumen: die Komödie, die Tragödie sowie Papagena und Papageno. Auch die drei Steinköpfe am westlichen Ende der Fußgängerzone mit dem Namen „Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen“ und ein Brunnen am Deisterplatz stammen von dem renommierten Steinbildhauer.

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Von Andreas Kannegießer

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