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Barsinghausen Bedarf an Betreuungsplätzen wächst weiter rasant
Umland Barsinghausen Bedarf an Betreuungsplätzen wächst weiter rasant
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17:46 21.09.2018
Kindergartenplätze sind knapp. Lennart (von links), Louis und Lukas freuen sich, dass sie den reaktivierten Kindergarten Stemmen besuchen dürfen. Quelle: Archiv (Malecha)
Barsinghausen

Der Bedarf an Kindergartenplätzen im Barsinghäuser Stadtgebiet ist erheblich größer als noch vor wenigen Jahren prognostiziert. Hintergrund ist die zuletzt stetig gestiegene Einwohnerzahl, aber auch der Trend zu mehr Kindern pro Familie, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Der Fachdienst Kinderbetreuung hat reagiert und das im vergangenen Jahr gestartete Projekt INKIB (Initiative für mehr Kinderbetreuung in Barsinghausen) ausgeweitet. Wie Fachdienstleiter Claudius Reich in der jüngsten Sozialausschusssitzung berichtete, sollen in den nächsten ein bis zwei Jahren mehr als 200 zusätzliche Betreuungsplätze in Kindergärten und Krippen geschaffen werden. Das entspricht ziemlich genau dem aktuell errechneten Bedarf. Derzeit fehlen demnach 135 Betreuungsplätze für Kinder über drei Jahre und 71 Plätze für Krippenkinder unter drei Jahre in Barsinghausen und den Ortsteilen.

Der Fachdienst hatte nach Reichs Worten in diesem Sommer den Bedarf neu ermittelt. Noch 2013 hatte es demnach im Stadtgebiet 509 ein- und zweijährige Kinder gegeben, in diesem Jahr sind es bereits 617. Bei den Drei- bis Sechsjährigen ist die Zahl binnen fünf Jahren von 912 auf 1061 gestiegen. Wenn der Bevölkerungszuwachs anhält, könnten auch die jetzt ermittelten Bedarfszahlen schon bald überholt sein: „Bei gleicher Entwicklung in den nächsten drei Jahren könnten wir zusätzlich in jedem Jahr eine weitere Betreuungsgruppe füllen“, sagte Reich.

Nach Angaben der Verwaltung gibt es derzeit 1243 Betreuungsplätze in Kindergärten, Krippen, Horten und Tagespflegeeinrichtungen. Die Stadt hatte bereits in jüngster Zeit viele zusätzliche Plätze eingerichtet, etwa im reaktivierten Kindergarten Stemmen. Dennoch bleibt die Zahl zurzeit noch weit hinter dem von Familien angemeldeten Bedarf zurück.

Fachdienstleiter Reich erläuterte den Politikern, dass die Verwaltung – teilweise mit privaten Investoren – derzeit an sieben Projekten gleichzeitig arbeite. Die größte geplante neue Einrichtung ist der Kindergarten Gänsefüßchen am Nordrand der Kernstadt mit 68 Betreuungsplätzen. Baustart soll in etwa einem Jahr sein. Neu gebaut werden soll laut Reich auch der Kindergarten Egestorf III an der Wennigser Straße mit 50 Plätzen. Ein weiteres Vorhaben ist die Erweiterung der Petrus-Krippe, um so 30 zusätzliche Plätze zu schaffen. In der Krippe mit dem Arbeitstitel Kirchdorfer Bahnhof sind 15 Plätze vorgesehen, deren Finanzierung bereits im städtischen Etat 2018/2019 abgesichert ist. „Dort sind wir gut vorangekommen“, berichtete Reich. Seit Jahren verhandelt die Stadtverwaltung bereits mit dem TSV Barsinghausen über den Umbau der vereinseigenen Freizeitstätte am Waldstadion in einen Eingruppen-Kindergarten für 25 Jungen und Mädchen. Nun steigt offenbar die Zuversicht im Rathaus, dass auch dieses Vorhaben demnächst umgesetzt werden kann. Außerdem gibt es nach Reichs Worten Verhandlungen über eine Großtagespflege in Egestorf mit zehn Betreuungsplätzen und über einen Waldkindergarten im Ortsteil Göxe. Dort könnten nach aktuellen Plänen 15 Kinder betreut werden.

Die Barsinghäuser Ratsfraktionen unterstützen das ehrgeizige Programm zur Schaffung weiterer Betreuungsplätze. Allerdings äußerte Peter Messing (SPD) Bedenken, ob es gelingen werde, angesichts des Fachkräftemangels genügend qualifiziertes Personal für die neuen Einrichtungen zu gewinnen. Der Erste Stadtrat Thomas Wolf forderte Hilfen für die Kommunen auf verschiedenen Ebenen: „Wir brauchen dringend Unterstützung der Landesregierung“, sagte er. Zudem appellierte er an die Politik, die Reform der Erzieherausbildung auf den Weg zu bringen. Claudius Reich betonte allerdings, dass die Stadt Barsinghausen in der Vergangenheit stets die benötigten Erzieherinnen gewinnen konnte: „Wir hatten bisher noch keine Probleme bei der Stellenbesetzung“, sagte er.

Von Andreas Kannegießer

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