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Barsinghausen Braucht Barsinghausen eine eigene Wohnungsbaugesellschaft?
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Barsinghausen: Braucht die Stadt eine eigene Wohnungsbaugesellschaft?

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15:05 03.07.2019
Das Rathaus II ist die einzige verbliebene Immobilie im Bestand der Stadtentwicklungsgesellschaft. Quelle: Archiv (Fricke)
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Barsinghausen

Wie kann die Stadt Barsinghausen dafür sorgen, dass im Stadtgebiet der dringend benötigte bezahlbare Wohnraum geschaffen wird? Die SPD-Ratsfraktion wünscht sich, dass zu diesem Zweck die zuletzt weitgehend inaktive Barsinghäuser Stadtentwicklungsgesellschaft (SGB) genutzt wird. Die SGB könne in eine städtische Wohnungsbaugesellschaft umgewandelt werden, sagt Ortsvereinsvorsitzender Reinhard Dobelmann. Andere Kommunen wie etwa Burgdorf hätten gute Erfahrungen mit eigenen Wohnbaugesellschaften gemacht. Die Ratsmehrheit ist allerdings skeptisch: Im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss ist der SPD-Antrag am Dienstagabend abgelehnt worden.

SGB verwaltet das Rathaus II

Die 1995 gegründete Stadtentwicklungsgesellschaft ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadt Barsinghausen (51 Prozent) und der Stadtsparkasse (49 Prozent). Das Unternehmen war gegründet worden, um neue Wohn- und Gewerbegebiete im Stadtgebiet zu entwickeln und auch die Wirtschaftsförderung zu betreiben.

In seinen erfolgreichsten Zeiten hatte das Unternehmen vier Mitarbeiter und residierte abseits des Rathauses in einer Büroetage an der Deisterstraße. Eines der wichtigsten von der SGB umgesetzten Projekte war die Vermarktung des Gewerbegebiets Bantorf Nord. Auch rund ein Dutzend Neubaugebiete aller Größen sind von der SGB im Laufe der Jahre erschlossen und vermarktet worden.

Zudem ist das Unternehmen Eigentümerin des Rathauses II am Deisterplatz. In den vergangenen Jahren war der Geschäftsbetrieb der SGB allerdings zurückgefahren worden: Neue Bauprojekte werden – nicht zuletzt aus Kostengründen – wieder direkt von der Stadtverwaltung gemanagt, und auch die Wirtschaftsförderung ist als Aufgabe längst zurück ins Rathaus geholt worden. Die Geschäftsführung der SGB haben Bürgermeister Marc Lahmann und Verwaltungsvorstand Alexander Wollny inne. Außer der Verwaltung der Rathausimmobilie nimmt die Gesellschaft allerdings keine Aufgaben mehr wahr.

Sind die Mieten in Neubauten zu hoch?

Aus Sicht der SPD wäre es sinnvoll, die Stadtentwicklungsgesellschaft zu nutzen, um schnell eigene Bauprojekte umzusetzen. Ursprünglich habe die SGB das städtische Liegenschaftsamt entlasten sollen, sagt SPD-Bauexpertin Marlene Hunte-Grüne. „Das könnten wir wieder aufleben lassen.“

Die Sozialdemokraten verweisen darauf, dass es in Barsinghausen zuletzt zwar eine rege Bautätigkeit bei Mehrfamilienhäusern gegeben habe. Allerdings seien die Wohnungen fast alle großzügig geschnitten, hochwertig ausgestattet, und die Mieten lägen zwischen zehn und zwölf Euro pro Quadratmeter. „Das kann sich kaum jemand leisten“, sagt SPD-Chef Dobelmann. Die SGB könne mit eigenen Projekten mit Sozialbindung gegensteuern. „Von der Region hätten wir Hilfe“, ergänzt der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Maximilian Schneider. Deren regionales Wohnraumversorgungskonzept liefere „einen guten Service“.

Für die Wiederbelebung der SGB müssten Mitarbeiter eingestellt werden

Allerdings ist auch der SPD bewusst, dass die Wiederbelebung der SGB nicht ohne personellen Aufwand möglich wäre. „Wir müssten Personen einstellen, die das Geschäft beherrschen“, betont Dobelmann. Die Sozialdemokraten halten „neue Impulse“ bei der Wohnraumschaffung für dringend geboten, weil in diesem Bereich in Barsinghausen zu wenig vorankomme.

Ein Beispiel ist das im Besitz der Region befindliche Grundstück am Holunderweg/Ecke Am Spalterhals, das bestens für eine Bebauung geeignet wäre. Seit Jahren gibt es Gespräche zwischen Stadt und Region über einen Ankauf des Areals – bisher noch ohne Abschluss. Verfügbare Grundstücke müssten schnell genutzt werden, sagt Hunte-Grüne. „Es kann nicht sein, dass ein solches Projekt nur so vor sich hindümpelt.“

Die Spitze der SPD-Ratsfraktion wünscht sich eine eigene städtische Wohnungsbaugesellschaft (von links): Marlene Hunte-Grüne, Laura Härdrich, Maximilian Schneider und Reinhard Dobelmann. Quelle: Andreas Kannegießer

CDU hält Risiko für zu groß

Die CDU-FDP-Gruppe im Rat hält es dagegen für keine gute Idee, mit einer Wiederbelebung der SGB finanzielle Wagnisse einzugehen, wie CDU-Fraktionsvorsitzender Gerald Schroth erläutert. Würde qualifiziertes Personal für die SGB neu eingestellt, müssten diese Mitarbeiter auch ausgelastet sein, sagt Schroth. „Wir müssten dazu ein bestimmtes Volumen erreichen, das wir kaum schaffen werden.“ Die Idee der SPD rechne sich nicht. „Das Risiko ist viel zu groß“, bekräftigt Schroth.

Seine Ratsgruppe plädiert dafür, lieber vorhandene Wohnungsbaugesellschaften als Partner zu gewinnen – wie etwa die Kreissiedlungsgesellschaft oder die Genossenschaft Heimatwerk. „Die wissen, wie man’s macht“, sagt der CDU-Fraktionssprecher.

Die SGB sollte aus Sicht der CDU einstweilen so weiterarbeiten wie bisher und sich lediglich auf die Verwaltung der Bestandsimmobilie konzentrieren. Die Ergebnisse seien kalkulierbar, Risiken nicht vorhanden, sagt Schroth. „Es gibt deshalb keinen Anlass, die SGB zu liquidieren.“

Von Andreas Kannegießer

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