Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Barsinghausen Brigittenstift will auf Stadtbus nicht verzichten
Umland Barsinghausen

Barsinghausen: Brigittenstift will auf den Stadtbus nicht verzichten

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:49 18.07.2019
Brigittenstift-Heimleiter Dirk Hartfiel (Zweiter von links) und Pflegedienstleiterin Sarina Behling (Dritte von links) zeigen den CDU-Ratsmitgliedern die Pflegeeinrichtung. Im Hintergrund die historische Villa, die 1952 die Keimzelle der heutigen Anlage bildete. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Das Barsinghäuser Altenpflegezentrum Brigittenstift sieht große Probleme für die Einrichtung, falls die Bergstraße künftig tatsächlich vom Barsinghäuser Stadtbusnetz abgehängt wird. „Es ist ganz wichtig für uns, dass die Buslinie erhalten bleibt“, sagte Heimleiter Dirk Hartfiel bei einem Ortstermin mit Mitgliedern der Barsinghäuser CDU-Ratsfraktion.

Die Region Hannover möchte das Stadtbusnetz effektiver gestalten. Die bisherigen Pläne sehen vor, dass die Busse künftig nicht mehr die Bergstraße hinauf bis zum Sporthotel Fuchsbachtal und zurück fahren sollen. Davon betroffen wäre auch das Brigittenstift am Baltenweg, einer kleinen Querstraße der Bergstraße. Die endgültige Entscheidung steht noch aus. „Die Stadtbusse sind nicht nur für unsere Bewohner wichtig, sondern auch für das Personal und die Bewohner“, sagte Hartfiel. „Es wäre ein Standortnachteil für unser Haus, wenn wir Personal gewinnen wollen, das auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist.“ Zudem würden die Bediensteten des Brigittenstiftes bei der Arbeit mit den alten Menschen von 17 Ehrenamtlichen unterstützt. „Auch die kommen oft mit dem Bus zu uns“, sagte Hartfiel.

Offensive auch in sozialen Medien

Das Brigittenstift ist eine Einrichtung in Trägerschaft des Evangelischen Hilfsvereins. Wie Hartfiel und Pflegedienstleiterin Sarina Behling den Besuchern berichteten, hat das Stift derzeit 105 Bewohner, davon 81 in stationärer Pflege und 24, die in kleinen Appartements untergebracht sind. Betreut werden die Senioren von insgesamt rund 70 Mitarbeitern. In den vergangenen Jahren habe die Auslastung der Einrichtung im Durchschnitt bei 97 Prozent gelegen, sagte Hartfiel. „Das ist im Vergleich sehr gut, aber wir müssen ständig daran arbeiten.“

Auch beim Werben um Personal hat das Brigittenstift in der jüngsten Zeit erhebliche Anstrengungen unternehmen müssen. Vor fünf Jahren seien acht Stellen im Bereich der Pflege offen gewesen, berichtete Hartfiel. „Wir haben damals überlegt: Was können wir für unsere Mitarbeiter tun?“ In der Folge hat sich das Brigittenstift zudem viel offensiver als zuvor öffentlich dargestellt. Die Einrichtung ist bei den regelmäßigen Ausbildungsmessen in Barsinghausen präsent, hat eine sogenannte Pflegepatenschaft mit der Bert-Brecht-Schule abgeschlossen und nutzt inzwischen auch die sozialen Medien, um sich bekannt zu machen. „Wir müssen den Nachwuchs über Smartphone und Internet gewinnen“, sagte Hartfiel.

Personalsituation ist positiv

Der Erfolg gibt der Einrichtung recht: „Unsere Personalsituation ist im Augenblick ganz gut“, sagte der Heimleiter. Inzwischen bekomme das Brigittenstift sogar Initiativbewerbungen, „unter denen wir auswählen können“. Leiharbeitskräfte gebe es in der Einrichtung nicht. Einen besonderen Fokus legt das Brigittenstift auf die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte. „Wir haben ständig zwei bis drei Auszubildende, die dann auch übernommen werden“, berichtete Hartfiel.

Zur insgesamt positiven Personalsituation trägt aus Sicht der Verantwortlichen bei, dass die Mitarbeiter nach dem Diakonietarif bezahlt werden und damit besser gestellt sind als Pflegekräfte in vielen anderen Einrichtungen. Die Bewohner müssten im Gegenzug höhere Eigenanteile bei den Unterbringungskosten aufbringen. „Aber wir leisten auch etwas für den Preis“, sagte Hartfiel.

Bessere Ausbildungsförderung gewünscht

Wünsche an die Politik und die Arbeitsverwaltung hat die Einrichtung auch: Hartfiel schilderte die Probleme einzelner Bediensteter, wenn es um Förderanträge zur Weiterbildung von der Pflegehelferin zur examinierten Kraft gehe. „Wer vorankommen möchte, sollte gefördert werden“, sagte Hartfiel. „Die Regeln bisher sind zu starr.“

CDU-Sozialpolitiker Max Matthiesen plädierte für allgemeine Anstrengungen, um die Arbeitsbedingungen und das Ansehen des Berufsfeldes zu verbessern. „Der Pflegeberuf sollte nicht immer schlecht geredet werden“, sagte er. „Das ist eine Aufgabe, die einen erfüllen kann.“ Matthiesen warb auch für einen Tarifvertrag, in dem die allgemeinen Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte festgelegt sind. „Ganz wichtig ist, dass keine Leiharbeit genutzt wird“, sagte er. Leiharbeitskräfte übernähmen – etwa bei gesundheitlichen Problemen von Bewohnern – meist keine Verantwortung und alarmierten sofort die Hausärzte, die so zusätzlich belastet würden.

Lesen Sie auch:

Niedersachsen gibt 20 Millionen Euro für bessere Pflege auf dem Land

Von Andreas Kannegießer

Der Kindersommer der Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde Kirchdorf beschäftigt sich dieses Mal mit dem Thema Flucht. Dazu treffen sich die Kinder auch mit Senioren, die von ihren Erfahrungen erzählen.

18.07.2019

Fast drei Jahre nach dem Grundsatzbeschluss für eigene kommunale Geschwindigkeitsmessungen in Barsinghausen sind nun alle Hürden beseitigt. Das Messgerät ist da und wird demnächst einsatzfähig sein.

18.07.2019

Die hoch umstrittenen Findlinge sind von dem Parkstreifen an der Röntgenstraße in Barsinghausen verschwunden. Die Stadtverwaltung hat damit die Forderung der Politik erfüllt.

18.07.2019