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Barsinghausen Der Zechensaal steht schon unter Polizeischutz
Umland Barsinghausen Der Zechensaal steht schon unter Polizeischutz
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17:00 01.11.2018
Das Barsinghäuser Zechengebäude mit Waschkaue und Zechensaal ist Schauplatz des Bundeskongresses der Jungen Alternative, der AfD-Nachwuchsorganisation. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

Gegen den Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative am Sonntag, 4. November, im Barsinghäuser Zechensaal sind inzwischen zwei Protestveranstaltungen angemeldet: die Großdemonstration des Bündnisses Barsinghausen ist bunt und eine Kundgebung, die nach Angaben der Stadtverwaltung von einem Barsinghäuser aus dem linken politischen Spektrum organisiert wird. Die Stadtverwaltung bereitet sich nach Gesprächen mit der Polizei auf eine Teilnehmerzahl „im vierstelligen Bereich“ vor, wie Erster Stadtrat Thomas Wolf mitteilt.

Für die Polizei sind der Kongress und die Protestveranstaltungen mit einem Großeinsatz verbunden: Beamte der Polizeiinspektion Garbsen werden dabei von Kräften der Bereitschaftspolizei unterstützt. „Wir wollen nicht unvorbereitet sein“, sagt Polizeisprecher Philipp Hasse. Die Polizei und auch die Stadtverwaltung stellen sich ausdrücklich darauf ein, dass sich auch Protestierer mit Gewaltpotential unter die friedlichen Demonstranten mischen könnten. Auch die Antifa habe in den sozialen Netzwerken zur Teilnahme in Barsinghausen aufgerufen, berichtet Wolf. Weil die Behörden es für denkbar halten, dass es bereits im Vorfeld des AfD-Kongresses Übergriffe auf die Versammlungsstätte geben könnte, steht der Zechensaal bis Sonntag rund um die Uhr unter Polizeischutz: Beamte lassen das historische Gebäude – am Donnerstag zumeist aus einem VW Bus heraus – nicht aus den Augen. „Dafür sind wir der Polizei sehr dankbar“, sagt der Erste Stadtrat. Polizeisprecher Hasse spricht lieber zurückhaltender von „verstärkter Präsenz“.

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Das Bündnis Barsinghausen ist bunt hat nach den Worten seiner Sprecherin Sybille Bruchmann-Busse im Stadtgebiet, aber auch weit darüber hinaus große Resonanz auf den Aufruf zu der Protestdemonstration erfahren. „Ganz viele Gruppen wollen kommen und haben schon Schilder gemalt“, berichtet Bruchmann-Busse. „Wir wünschen uns eine große, bunte Veranstaltung und wollen zeigen, dass wir viele sind.“ Die Demonstration unter dem Motto „Verfassung und Vielfalt schützen – Barsinghausen nazifrei“ soll um 11.30 Uhr am Bahnhof starten. Von dort aus planen die Organisatoren einen Umzug über die Siegfried-Lehmann-Straße und die Hinterkampstraße am Zechensaal vorbei und weiter über die Langenkampstraße und die Bergamtstraße zum Mont-Saint-Aignan-Platz. Dort sind nach Bruchmann-Busses Worten während der Abschlusskundgebung drei Wortbeiträge geplant. Sprechen werden demnach der Egestorfer Pastor Sebastian Kühl, das Sprecherduo der Grünen Jugend Niedersachsen, Carolin Miesner und Timon Dzienus, sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch. Für musikalische Untermalung sorgt die Bantorfer Band Sound of Hope, in der Flüchtlinge mit von der Partie sind. Bruchmann-Busse rechnet damit, dass die Abschlusskundgebung gegen 12.30 Uhr beginnen und etwa eine Dreiviertelstunde dauern wird. „Wir wollen den verkaufsoffenen Sonntag nicht zu sehr behindern“, betont die Bündnis-Sprecherin.

Die Stadt als Versammlungsbehörde und die Polizei wünschen sich, dass der Demonstrationszug nicht genau am Zechensaal vorbeiführt, sondern auf der Hinterkampstraße bereits unterhalb der Versammlungsstätte nach rechts in die Schulstraße abbiegt. Abgewogen werden müsse zwischen dem Recht auf Versammlungsfreiheit und der öffentlichen Sicherheit, erläutert der Erste Stadtrat. Die endgültige Entscheidung über den Weg soll noch bei einem sogenannten Abstimmungsgespräch zwischen Versammlungsbehörde, Polizei und den Demo-Organisatoren fallen.

Bei der zweiten angemeldeten Protestveranstaltung handelt es sich nach Angaben von Wolf um eine stationäre Kundgebung im Bereich des Conrad-Bühre-Weges, der zweiten Zufahrt zum Parkplatz des Zechengeländes. Angemeldet sind laut Wolf für den Zeitraum von 13 bis 19 Uhr rund 100 Teilnehmer mit einem Lautsprecherwagen. Ziel der Kundgebung seien offenbar die abreisenden Teilnehmer der AfD-Veranstaltung, sagt der Erste Stadtrat.

Die Stadt Barsinghausen als Versammlungs- und Ordnungsbehörde wird laut Wolf am Sonntag darauf vorbereitet sein, dass kurzfristig Maßnahmen wie etwa Wege- oder Parkflächensperrungen notwendig werden könnten. „Die Sicherheit gewährleisten muss aber die Polizei“, betont der Erste Stadtrat.

 

Von Andreas Kannegießer