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Barsinghausen Die Hütte soll doch noch zum Kindergarten werden
Umland Barsinghausen Die Hütte soll doch noch zum Kindergarten werden
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18:26 04.02.2019
Die sogenannte Hütte des TSV Barsinghausen am Waldstadion soll in einen Kindergarten umgebaut werden. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

Die Chancen stehen gut, dass die traditionsreiche Jugendlehr- und Freizeitstätte des TSV Barsinghausen, die sogenannte Hütte, doch noch in einen Kindergarten umgebaut wird. Die Finanzierung des Projekts rechnet sich offenbar – auch weil die Region sich wohl mit erheblichen Zuschüssen am Umbau des Gebäudes beteiligen wird. Nach den Worten des Ersten Stadtrates Thomas Wolf sind die Probleme und Unwägbarkeiten behoben, die während der langen Planungsphase in den vergangenen Jahren aufgetaucht waren. „Wir wollen das Vorhaben in Angriff nehmen“, sagt auch die stellvertretende TSV-Vorsitzende Kerstin Beckmann. Die Ratsgremien sollen in den nächsten Tagen über das Vorhaben beraten und entscheiden, ob der TSV einen erheblichen Investitionskostenzuschuss aus der Stadtkasse erhält. Das letzte Wort wird dann Ende April die Mitgliederversammlung des TSV Barsinghausen haben. „Dieses Votum ist uns wichtig“, betont Beckmann.

Die Freizeitstätte des TSV war in den vergangenen Jahren immer seltener genutzt worden. Weil besonders in der Kernstadt Kinderbetreuungsplätze fehlen, stehen die Stadt und der Vereinsvorstand bereits seit rund vier Jahren in Kontakt. Gemeinsam war nach einem Weg gesucht worden, wie in der Hütte künftig eine Kindergartengruppe untergebracht werden kann.

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Probleme und Zweifel im Planungsprozess hatte es gegeben, weil der Umbau des Gebäudes wegen hoher Brandschutzauflagen letztlich deutlich teurer wird als ursprünglich angenommen. Die aktuelle Kalkulation des Vereins sieht Umbaukosten von rund 474.000 Euro vor. Ursprünglich hatten Verein und Stadt angenommen, mit rund 100.000 Euro auszukommen. Als weiteres Problem kam die erst spät gewonnene Erkenntnis hinzu, dass für eine Nutzungsänderung der Hütte eine zeitaufwendige Änderung des Bebauungsplanes erforderlich sein wird. Noch im Herbst vergangenen Jahres hatte sich die Verwaltungsspitze skeptisch geäußert, ob es sinnvoll sei, das Projekt überhaupt noch voranzutreiben.

Inzwischen hat sich die Situation aber verändert, wie der Erste Stadtrat erläutert. Das neue Finanzierungskonzept, das der TSV vorgelegt habe, führe für die Stadt zu vergleichbaren Kosten pro Betreuungsplatz wie in anderen Kinderbetreuungseinrichtungen auch. Und auch die rechtlichen Unwägbarkeiten sind ausgeräumt: „Wir können kurzfristig eine Baugenehmigung erteilen“, sagt Wolf. Das sei über eine sogenannte befristete Befreiung möglich. Danach habe die Stadt zwei Jahre Zeit, den Bebauungsplan nachzubessern. „Ich freue mich sehr, dass es jetzt funktioniert“, betont der Erste Stadtrat.

In die Hütte soll nach dem Umbau eine Betreuungsgruppe mit 25 Kindern einziehen können. Das Gebäude ist recht großzügig dimensioniert, sodass die Jungen und Mädchen nach dem Umbau viel Platz zum Spielen und Toben haben werden.Von den Gesamtkosten von 474.000 Euro entfallen laut Kalkulation rund 115.000 Euro auf die Außenanlagen und etwa 65.000 Euro auf die Ausstattung des künftigen Kindergartens. Der Finanzierungsplan sieht vor, dass die Region das Vorhaben mit rund 133.000 Euro fördert. 225.000 Euro soll die Stadt übernehmen, die restlichen 115.000 Euro will der Verein selbst aufbringen und über spätere Mietzahlungen refinanzieren.

Von Andreas Kannegießer

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