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Barsinghausen Engagierter Einsatz für die Zukunft der Oberschule
Umland Barsinghausen Engagierter Einsatz für die Zukunft der Oberschule
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17:15 16.10.2018
Der D-Trakt des Schulzentrums Am Spalterhals, in dem die Lisa-Tetzner-Schule untergebracht ist, kann wegen Brandschutzmängeln nur noch bis Ende 2019 genutzt werden. Die Zukunft der Schule ist derzeit ungewiss. Quelle: Archiv (Kannegießer)
Barsinghausen

In einer Informations- und Diskussionsveranstaltung der Barsinghäuser FDP-Ratsfraktion ist die Kritik an dem Wirtschaftlichkeitsgutachten zur Zukunft der Lisa-Tetzner-Oberschule (LTS) erneuert worden. Das von der Beratungsgesellschaft Partnerschaft Deutschland erstellte Gutachten empfiehlt eine Verlagerung der LTS vom Schulzentrum Am Spalterhals in einen Neubau auf dem Gelände der Goetheschule (KGS). Gegen diese Schlussfolgerung gab es erneut engagierten Einspruch von Lehrern und Eltern der Oberschule.

„Die Empfehlung ist überhaupt nicht nachvollziehbar“, sagte LTS-Schulleiter Markus Vehrenkamp. Er bedauerte, dass es bisher keine Zahlen dazu gebe, was die ausschließlich brandschutztechnische Modernisierung des vorhandenen LTS-Gebäudes kosten würde. Immerhin sei der LTS-Trakt der jüngste Gebäudeteil im Schulzentrum Am Spalterhals – „und er funktioniert“, wie Vehrenkamp betonte. Vor rund 35 Besuchern der FDP-Veranstaltung in der Mensa der Goetheschule zeichnete der Schulleiter ein „Schreckensbild“, wie er es nannte: „Wir werden abgewickelt wegen eines verschleppten Brandschutzes.“ Vehrenkamp forderte von der Stadt mehr Unterstützung. Immerhin werde an der Lisa-Tetzner-Oberschule nicht nach Schulformen unterschieden. „Insofern sind wir die integrativste Schule in Barsinghausen“, sagte er. Die Kommune müsse diese Vielfalt in der Schullandschaft als Alleinstellungsmerkmal herausstellen. „Das würde die Stadt Barsinghausen als Wohnstandort zusätzlich attraktiv machen“, meinte Vehrenkamp.

Tatsächlich aber habe die Diskussion über die Zukunft der Schule bereits deutliche Auswirkungen auf die Anmeldezahlen. Von 399 Schülern im vergangenen Jahr sei die Zahl in diesem Schuljahr auf 368 gesunken, weil deutlich weniger Fünftklässler als früher eingeschult worden seien. „Viele Eltern haben angesichts der Ungewissheit anders entschieden“, bedauerte Vehrenkamp. „Das ist aber kein Wunder.“

Rückendeckung gab es in der Diskussion von den FDP-Ratsherren Fred Wellhausen und Jörn Benseler. „Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung kann nicht das einzige Kriterium bei der Entscheidung sein“, betonte Benseler. Mitbetrachtet werden müsse unter anderem auch die Zukunftsperspektive für die Bert-Brecht-Förderschule. „Die Lisa-Tetzner-Schule und die Bert-Brecht-Schule könnten gut an einem Standort kooperieren“, sagte Benseler. Fraktionsvorsitzender Wellhausen kündigte weitere Gespräche mit Expertenbeteiligung an, „in denen wir eine endgültige Meinung entwickeln können“. Die Zeit drängt: Bis zum Jahresende will der Rat abschließend entschieden haben, wie und an welchem Standort es eine Zukunft für die Oberschule gibt.

Ebenfalls diskutiert haben Freidemokraten und Besucher das zweite hoch umstrittene Thema, über das noch in diesem Jahr im Rat abgestimmt werden soll: die Finanzierung von Straßengrundsanierungen. Gegen die bisher von Anliegern erhobenen Straßenausbaubeiträge regt sich immer mehr Widerstand, weil dabei teilweise fünfstellige Summen fällig werden können. Für ältere Grundbesitzer, denen oft keine Kredite mehr gewährt werden, können die Beitragsbescheide zum existenzgefährdenden Faktor werden. Die Finanzierungsalternative über sogenannte wiederkehrende Beiträge ist offenbar ebenso umstritten, weil der bürokratische Aufwand für die Verwaltung immens ist. Zudem würden für Anlieger in größeren Wohngebieten die einzelnen Zahlungen zwar kleiner ausfallen. Dafür wären aber regelmäßige Überweisungen fällig. „Am Ende zahlen die Bürger sogar mehr“, betonte Bernhard Klockow, der die Ratsarbeitsgruppe zum Thema Straßenbaufinanzierung leitet.

Klockow erläuterte, dass es angesichts der guten Finanzlage der Stadt derzeit denkbar sei, die Straßenausbaubeitragssatzung ersatzlos zu streichen. Die Stadt könnte für den Zeitraum von vier bis fünf Jahren sogar auf eine Erhöhung der Grundsteuer als Finanzierungsinstrument verzichten. Eine Abstimmung unter den Anwesenden zum Abschluss der Diskussion ergab ein eindeutiges Meinungsbild: Sämtliche Besucher stimmten für die Abschaffung der Beitragssatzung, niemand wünschte sich die Beibehaltung des bisherigen Finanzierungsmodells oder die Einführung wiederkehrender Beiträge.

Von Andreas Kannegießer

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